EU will Handelskrieg mit USA vermeiden

Cecilia Malmström Cecilia Malmström
Bild: EU-Kommission

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström lässt keine Gelegenheit aus, einen Handelskrieg zwischen den USA und Europa auf dem Verhandlungsweg auszuräumen. Im Vorfeld des Treffens der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf lud die EU-Kommission zu einem Gedankenaustausch mit den US-amerikanischen und japanischen Handelsbeauftragten am Samstag zu Weltüberkapazitäten von Stahl nach Brüssel ein. Die Schwedin warb dafür, den Verteidigungs- und Handelspartner Europäische Union von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium auszunehmen.

Die Hoffnung der EU-Kommission beruht auf die überraschende Twitter-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump vom Freitag, Australien zugunsten einer neuen Verteidigungs- und Handelspartnerschaft von US-Strafzöllen ausnehmen zu wollen. Was dem australischen Sydney Recht ist, könne dem NATO-Verbündeten und transatlantischem Handelspartner Europa in Brüssel nur billig sein. So lautete der Umkehrschluss aus Sicht der EU-Kommission am Samstag.

Der US- Handelsbeauftrage und Botschafter Robert E. Lighthizer sowie der japanische Wirtschafts- und Handelsminister Hiroshige Seko verständigten sich mit der EU-Handelskommissarin auf eine Erklärung, in Zukunft gemeinsam die Ursachen für Überkapazitäten, staatliche Subventionstatbestände und Wettbewerbsverzerrung bekämpfen zu wollen. Zum diesem Zweck sollten die Monitoring-Systeme der WTO, von G7, G20 und OECD gleichermaßen geschärft werden.

Ohne auf den aktuellen Konflikt von Strafzöllen zu Lasten der EU einzugehen und der Drohung von US-Präsident Trump, auch die europäische Automobilindustrie mit Zollaufschlägen belegen zu wollen, verbreitete Malmström nach einer bilateralen Unterredung mit dem US-Botschafter Lighthizer dennoch vorsichtigen Optimismus. Sie habe eine offene Aussprache mit der amerikanischen Seite über den ernsthaften anhaltenden Punkt von Zöllen auf Stahl und Aluminium geführt. „Als enger Sicherheits- und Handelspartner der Vereinigten Staaten muss die Europäische Union von derartigen Maßnahmen ausgeschlossen werden“, forderte Malmström. Es bestehe im Augenblick keine Klarheit über das exakte Procedere für eine Ausnahmeregelung. „Die Verhandlungen mit den USA darüber gehen in der nächsten Woche weiter“, kündigte Malmström an.

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Georg Achleitner · 1.

    Was macht Frau Malström eigentlich? I glaub de ist von VW Audi Bmw usw bezahlt, also reine wirtschaftsförderung;-)

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  2. von Hermann Kamm · 2.
    Wir in Deutschland und Europa

    brauchen die USA nicht. wir haben bessere Kunden.

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  3. von Wilhelm Grimm · 3.
    Ganz einfach: Trump will spalten !

    Zuckerbrot und Peitsche, je nach Interessenlage. Wenn jedes kleine Land, nicht abgestimmt mit seinen Nachbarn, Rosinenpickerei betreibt, verlieren wir alle. Da Europa keine Einheit ist, leben wir gefährlich.

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  4. von Heinrich Esser · 4.

    Wenn dafür wirklich weniger Agrarprodukte aus den USA in die EU importiert werden, hat es für die Bauern hier doch etwas Gutes

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  5. von Gerd Schuette · 5.

    Vor nicht einmal zwei Jahren hieß es noch: "TTIP kommt - ist nicht aufzuhalten - stellt euch darauf ein!"

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  6. von Heinrich Roettger · 6.
    Reaktion: Embargo gegen Russland sofort aufheben

    Das Embargo gegen Russland bedient in erster Linie US amerikanische Interressen.Die deutsche Landwirtschaft ist hat es auszubaden.Sofort aufheben.

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