FDP hält den Glyphosatausstieg im Koalitionsvertrag für zu teuer

Die FDP-Obfrau des Agrarausschusses im Bundestag Carina Konrad zweifelt die Finanzierung der Wünsche der GroKo an.
Bild: FDP

Die FDP kritisiert das Landwirtschaftskapitel aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD. Den geplanten Ausstieg aus der Anwendung von Glyphosat halten die Bundestagsabgeordneten der FDP für zu teuer. Außerdem kritisieren sie das 20-Prozent Flächenziel für den Ökolandbau.

Die FDP-Mitglieder des Landwirtschaftsausschusses im Deutschen Bundestag bezeichnen die Ergebnisse der Groko in ihrem Koalitionsvertrag als „zu ideologisch“. Aus ihrer Sicht gehen die Vereinbarungen „zu Lasten der Fachlichkeit“. Die FDP-Obfrau des Agrarausschusses Carina Konrad zweifelt die Finanzierung der Wünsche der GroKo an. Vor allem die Kostenübernahme für den geplanten Glyphosatausstieg stellen die FDP-Agrarpolitiker in Frage. „Das bundesweite Glyphosatverbot schädigt die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte in Deutschland und zwingt sie dazu, auf weit gefährlichere Mittel zurückzugreifen“, sagte der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Gero Hocker.

Ein Dorn im Auge ist den FDP-Agrarpolitikern auch das von Union und SPD vereinbarte Ziel bis 2030 einen Flächenanteil des Ökologischen Landbaus von 20 Prozent zu erreichen. Sie bezeichnen das Ziel als einen „erneuten Anschlag auf die Wahlfreiheit der Verbraucher“. Der festgeschriebene Wert von 20 Prozent für ökologischen Landbau in Deutschland könne nur durch „die Bevormundung der Konsumenten erreicht werden“, schreiben die FDP-Abgeordneten in ihrer Stellungnahme zum Koalitionsvertrag.

Positiver kommen bei den FDP-Abgeordneten die Vereinbarungen der Groko zum Wolf weg. „Es freut uns, dass die GroKo die Vorschläge der FDP zum Wolfsmanagement und zur Bestandsregulierung übernommen hat“, sagte Karlheinz Busen, jagd- und forstpolitischer Sprecher der Fraktion.

Auch aus der FDP-Spitze war in den vergangenen Tagen vehemente Kritik am Koalitionsvertrag von Union und SPD geäußert worden. Die Abgeordneten hatten vor allem eine stärkere Betonung der Digitalisierung eingefordert. „Wer lieber auf Heimat setzt, statt ein Digitalministerium zu errichten, hat die Zeichen der Zeit definitiv nicht erkannt“, sagte etwa der FDP-Vize Wolfgang Kubicki.

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11 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Martin Krautter · 1.
    @ Joachim Löber

    Aus meinem Lohndruschunternehmer, weis ich wie es dann heißt. Wir verkaufen würzige Getreidemischung mit eingelagerten Pilzsporen für ein gesundes Gebäck.

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Hier wächst Mais und sonst nix!

    Joachim Löber, die Aussage ist doch stimmig. Wo ist das Problem? Wenn ich Mais, Weizen, Rüben, etc. anbaue, dann will ich doch diese Früchte ernten und nix anderes. Keine Distel, keine Mohn- und Kornblumen, Windhalm oder Klettenlabkraut. Doch auch als Biobauer nicht, oder? Ich habe einmal ein Feld gedroschen (Biofläche), überwuchert von Letzterem. Es wäre sinnvoller gewesen dieses nur noch umzubrechen. Abgesehen davon das es fast keinen Ertrag gab (vielleicht ein Drittel), war es entsprechend "verseucht" mit den Unkrautsamen und feucht bis zum geht nicht mehr. Ökologischer und ökonomischer Nutzen? Gleich null, im Gegenteil. Wenn ich hochrechne wieviel Umweltverschmutzung dieser Anbau erzeugte, dann stellen sich mir heute noch die Haare auf. Die ganze Bodenbearbeitung, sowie der doppelte Zeitaufwand für den Drusch, bei nur einem Drittel Ertrag ist doch vor dem Hintergrund der Dieseldiskussion und des Hungers auf der Welt nicht verantwortbar. Noch dazu ist die Diskussion um Pflanzenschutzmittel (hier im speziellen Glyphosat) so was von hanebüchen, wenn man das sonstige Verhalten des Bürgers betrachtet. Komplett schizophren und inkonsequent. Man regt sich über die "homöopathischen" Mengen von Glyphosat auf, toleriert aber ein vielfaches an Dieselverbrauch, sowie eine stärkere mechanische Belastung bei der Bodenbearbeitung beim Biobetrieb. Das ist für mich das gleiche als würde man beim Zahnarzt auf die Schmerzspritze verzichten und dafür den Holzhammer in Kauf nehmen. Es stellt sich doch grundsätzlich die Frage, wieso die "konventionelle" Landwirtschaft, trotz ihrer doch ach so schlechten Produktionsbedingungen eine höhere Bodenfruchtbarkeit hat als der "moderne" Biolandwirt. Sogar so gut, daß dieser Erfolg ihr zum Verhängnis wird, da grundsätzlich zu viel produziert wird. Im Sortenversuchsheft des "bayerischen Erzeugerrings für pflanzliche Qualitätsprodukte", (erhältlich beim Landwirtschaftsamt Rosenheim) werden seit zwei Jahren auch Sortenversuche für den Bioanbau aufgeführt. Die Diskrepanz ist leider augenscheinlich. Der Bioanbau bringt bei Weizen nur einen Ertrag von 50 dz, gegenüber der "konventionellen" Variante mit 80 dz. Alleine schon der höhere Ertrag bringt mir auch gleichzeitig eine höhere Pflanzenmasse (Stroh und Wurzel) und somit mehr Humus als im Bioanbau. Abgesehen von dem besseren Kosten/Nutzen Verhältnis alleine schon beim Dieselverbrauch, wenn ich dann noch Minimalbodenbearbeitung durch den Einsatz von Glyphosat betreiben kann, dann bin ich in Punkto ökologischer, sowie ökonomischer Rationalität unschlagbar.

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  3. von Joachim Löber · 3.
    Artenrückgang und Glyphosat

    Aus der Werbung für Agrargifte heißt es: "hier wächst Mais sonst nix" Oder: "hier wächst Weizen sonst nix" Ja das stimmt, da wächst sonst nix und das ist die Ursache für den Artenrückgang! Ihr Biobauer Joachim Löber

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  4. von Gerhard Steffek · 4.
    Vernünftige Worte!

    Solche vernünftige Worte von der FDP zur Landwirtschaft zu hören verwundert mich ein bißchen, freut mich aber umso mehr. Es wundert mich aber nicht, daß sie es jetzt sagen. Aus der Opposition heraus läßt es sich nunmal leichter sagen als in der Koalition. Man sollte es Lindner somit hoch anrechnen, daß er sich nicht verbiegen ließ zugunsten eines fadenscheinigen Koalitionsvertrages an der Regierung mitmischen zu wollen. Noch dazu mit nicht belehrbaren Ideologen, die ihre Daseinsberechtigung nur aus bösen Unterstellungen gegenüber einer Berufs-, bzw, Bevölkerungsgruppe ziehen. Auch trifft Frau Conrad den Nagel auf den Kopf mit dem Vorwurf der Bevormundung des Bürgers. Damit trifft sie genauso gut auch das Wesen der Links-Grünen. Dazu braucht man doch nur einen Blick auf die Geschichte werfen. Jeder "sozialistische Staat", (...) waren doch nur Bevormundungsgesellschaften in denen Überwachung und Verfolgung Andersdenkender die Regel war. (...) : "Der Versuch den Himmel auf Erden zu schaffen, führte stets nur direkt in die Hölle".

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  5. von Gerd Uken · 5.
    Na ja dann lindern die mal

    Wieder -wer hat die Verhandlungen denn bewusst platzen lassen

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  6. von Willy Toft · 6.
    Ideologie kommt vor Wettbewerbsfähigkeit!

    Das ist das Traurige, wir sollen Klimmzüge machen, und auf den Kosten bleiben wir auch noch sitzen! Sachorientiert gehandelt wird schon lange nicht mehr. So funktioniert anscheinend Politik!

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  7. von Heinrich Albo · 7.
    Die FDP

    Hätte bei den Jamaikaverhandlungen so Stark auf Fakten und Wissenschaft drängen müssen das Die Grünen die Verhandlungen platzen lassen !!! Die CDU hätte zusammen mit der FDP die Grünen zu einer Koalition zwingen müssen der diese nur zu max.55% hätten zustimmen können...

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  8. von Wilhelm Grimm · 8.
    Das ZU TEUER-Argument ist aber nicht das entscheidende Argument.

    Ein GLYPOSAT-AUSSTIEG ist durch keine belegbaren Begründungen gerechtfertigt. Bauern. Bürger und die Umwelt wären die großen Verlierer gewesen.

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  9. von Paul Siewecke · 9.

    Die FDP war schon mal zu recht unter die 5%-Hürde gerutscht, ihre Inkompetenz hat sie wieder bewiesen, als sie die Regierungsverhandlungen platzen liess... Und nun besserwisserisch die Klappe aufreißen...

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  10. von Wilhelm Grimm · 10.
    Die FDP hat in den Sondierungsgesprächen noch rechtzeitig gemerkt,

    dass CDU, CSU und GRÜNE sie ausgebremst hätten. So meine subjektive Wahrnehmung als NICHT-FDPler.

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  11. von Hans Merk · 11.
    Und warum regiert die FDP nicht?

    Erst verzockt und jetzt alles besser wissen! Das war der eigentliche Betrug am Wähler. Statt Merkel und den Grünen Fakten bei der täglichen Arbeit zu präsentieren ein theatralischer Abgang in die Schmollecke.

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