Film „Der Bauer und sein Klima“ spaltet den Berufsstand

The Uncertainty has Settled The Uncertainty has Settled
Bild: marijnpoels.com

Der Dokumentarfilm „Der Bauer und sein Klima“ (The Uncertainty has Settled) wird im Oktober im europäischen Parlament gezeigt. Der niederländische Filmemacher Marijn Poels erhielt eine Einladung aus Brüssel um den Film vor Politikern und politischen Entscheidungsträgern zu zeigen.

In dem Film geht es um den Konflik "Teller oder Tank". Er fragt, ob es richtig ist, neue Energien wie Wind und Biogas so stark zu subventionieren, während Nahrungsmittelproduzenten nicht mehr von ihrer Scholle leben könnten.

Marijn Poels: "Jeder Bauer will einen Windpark auf seinem Land haben, weil die Anlagen üppig subventioniert werden und die Pacht attraktiv ist. Ob sie aber das Klima retten, ist fraglich. So führt die Energiepolitik dazu, dass statt Kartoffeln Energiemais und Raps angebaut werden. Diese Monokulturen verdrängen die Nahrungsmittel und zerstören die Natur. Ich sah, wie sich eine ländliche Gegend rapide veränderte und fing an Fragen zu stellen."
 
Der 90 minütige Dokumentarfilm befasst sich mit den Zusammenhängen von Landwirtschaft, Klimawandel und Energiepolitik. In Kinos, Universitäten und Kongressen hat er für intensive Diskussionen gesorgt. "Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten, aber es gab auch harte Kritiker. Kein Wunder bei solch einem sensiblen Thema, das so politisch geworden ist und geradezu dogmatisch von beiden Seiten behandelt wird. Wir müssen diese Debatte über Energie und Klima auf eine pragmatische, unpolitische Bühne zurückbringen und nach Lösungen suchen, die dem Planeten wie auch den Menschen zugute kommen", sagt der Filmemacher.

Der Film „Der Bauer und sein Klima“ ist jetzt im Internet verfügbar unter
https://vimeo.com/ondemand/derbauerundseinklima
 

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Alfons Deter · 1.
    im Auftrag von Volker Schmidt, Kameramann des Films

    Hallo allerseits, Volker Schmidt ist mein Name, Kameramann des Projekts. Gerade habe ich die Kommentare und dazu, die zahlreichen Daumen hoch Klicks, gesehen/gelesen. So dachte ich, ich melde mich mal zu Wort; - Das ist ja ein ganz kleiner selbst finanzierter Film, eine 2-Mann Produktion. Daher sehe ich mich auch befugt, hier aus dem Nähkästchen zu plaudern:). Vorneweg, wir sind auf keinem der im Film angerissenen Themen so etwas wie Experten. D.h. jeder, der das hier liest, hat natürlich von Landwirtschaft weit weit mehr Ahnung und Wissen als wir. Insofern ist der Film auch kein investigativer Film, der an allen Ecken mit überraschenden Fakten hantiert. Eher kann man sagen, der Film beschreibt geradezu naiv, die Reise eines Filmemachers, der die letzten acht Jahre in sogenannten Krisengebieten der Welt unterwegs war und nun durch eine Auszeit aufmerksam wird gegenüber den Fragen der hiesigen Landwirtschaft. Wie gesagt, alles aus einem laienhaften Blickwinkel. Nichts anderes ist der Film. Marijn kommt von hie nach da und stellt einfach Fragen. An keiner Stelle wird das Eine als das Gute und das Andere als das Schlechte „verkauft“. Und das ausgehend von einer großen Empathie für die Belange der Landwirtschaft. - Denn die Darstellung der Landwirtschaft und der Landwirte in den Medien kann einem ja stellenweise gehörig auf die Nerven gehen. Das kann ich so sagen, da ich selbst ein paar Jahre in der Landwirtschaft mitgearbeitet habe. So ist das eigentlich auch ein Fehler von uns, daß unser Pressetext, der dem oben gedrucktenText zugrunde liegt, tendenziell etwas reisserisch klingt. Das liegt vielleicht daran, daß wir auch unsere Brötchen verkaufen wollen…:). Unsere Erfahrung der Kino Tour ist jedenfalls, daß fast alle Zuschauer und gerade auch die Landwirte den Film wirklich mögen, schätzen und weiterempfehlen. Gerade weil er keine Wahrheit proklamiert! Der Film regt eher zum individuellen Recherchieren und Nachdenken an. Beschäftigt sich in der Folge auch viel mit den Fragen rund um den Klimawandel… - Ich glaube, wer den Film gesehen hat, kommt nicht zu solch harten Urteilen. Wir wissen auch nicht, was das Richtige ist. Aber wenn man ins Gespräch kommt, ist das schon was wert!

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  2. von Diedrich Stroman · 2.
    Ökoaktivisten

    Das ist eine Steilvorlage für die Grünen und ihre Aktivisten um auf die Landwirtschaft zu dreschen und ungeahnte Veränderungen in Gesetze zu erlassen! Und die Tank und Teller Diskussion ist an Dummsinn nicht zu überbieten! Nach dem aus für Bohnen und Co auf Ökogreening Flächen kommt dann das aus für den Rapsanbau und Deutschland enthält sich der Stimme!

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  3. von Gerhard Steffek · 3.
    Geschichte!

    Das Gestern wissen, das Morgen sehen, heute leben. Ist eines meiner Leitsätze. Jeder der sich ein bißchen mit der Geschichte befasst versteht die Gegenwart besser und sieht zukünftige Entwicklungen. Wobei hier es eine Frage des Standpunktes ist, so wird je nach dem die Zukunft positiv oder negativ gesehen. Wenn ich schon das Schlagwort "Tank oder Teller" höre, dann kommt mir mehr oder weniger das kotzen. Hatten wir doch schon, oder? Kam auf mit der Rapsölgeschichte. War aber dann auch nur wieder so eine aufgebauschte Story der Presse ohne Hirn und Verstand. Ich hab's damals schon jedem vorgerechnet und tue es heute noch, dass sich der Rapsanbau im Preis hier absolut neutral verhalten hat. Bei der damaligen 20%igen Flächenstilllegung (ca.) und dem Umstand der Fruchtfolge (jedes 3./4. Jahr Raps) hatte der Rapsanbau für den Tank keinerlei gravierenden Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion. Aber - man braucht ja eine Story und wenn der einzelne 08/15-Bürger keine Ahnung von der Materie hat, dann kann man ihm schon das Eine oder Andere vorgaukeln. Wird ja heute auch noch entsprechend gemacht (die Dummen sterben ja leider nicht aus). Ein Blick zurück in die ernährungs-, bzw. agrarpolitische Geschichte hätte auch gereicht um unsere derzeitige Wohlstandssituation besser erfassen zu können. Hier zeigt sich, dass bis in die 50er Jahre nämlich ca. 30 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als "Treibstoff" verwendet wurden. Vor der Zeit der "Mineralölisierung" wurde diese Fläche nämlich als Futtergrundlage für die Zugtiere benötigt. Ein paar Jahre zuvor hatten wir dann auch noch mehr Flächenbedarf durch die fehlende Stickstoffdüngung mit Mineraldünger, wodurch die Drei-, bzw. Vierfelderwirtschaft nötig war. Erst durch "künstlichen" Stickstoffdünger wurde mehr Fläche frei für die Ernährung der wachsenden Bevölkerung. Vorher, bis in die 30er Jahre, hatten wir z.B. in Niedersachsen die Plaggen, bzw. Eschkultur (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Plaggendüngung) . Die grundsätzlich Raubbau am Boden war. Interessant ist, das das Problem der Stickstoffunterversorgung bereits im Jahre 1898 von dem englischem Chemiker Williams Crookes angesprochen wurde. Der befürchtete sogar das bis zum Jahre 1918 aufgrund des steigenden Bevölkerungswachstums und des damit steigenden Lebensmittelbedarfs in Europa eine Hungersnot ungeahnten Ausmaßes auftreten könnte, da der Stickstoff zur Düngung und somit zur Effizienzsteigerung der Nahrungsmittelproduktion fehlen würde (https://de.wikipedia.org/wiki/Haber-Bosch-Verfahren (Brot aus Luft)). Bei seinem Film beachtet Marijn Poels die ganzen kausalen Zusammenhänge leider nicht. Will sagen er erkennt nicht, dass das Eine das Andere bedingt. Aus der ganzen Geschichte heraus steht und fällt unser Leben mit Energie. Egal in welcher Form. In der Steinzeit war es das Feuer. Der ultimative Unterschied zum Tier. Selbst zu unseren engsten Verwandten. Diese nutzen keine zusätzlich Energie. Wenn wir jetzt unsere Energieformen ändern, weg vom Mineralöl hin zu Strom aus Wind, bzw. Gas aus Mais produzieren, so verfeinern wir, bzw. verkürzen den Herstellungsprozess der für uns notwendigen zusätzlichen Energie. Denn Mineralöl ist ja auch nur pflanzliche, bzw. tierische Masse. Allerdings aus einer Zeit vor über 100 bis 400 Millionen Jahre. Mit dem Mineralöl holen wir uns die Sonnenenergie und das Kohlendioxid der damaligen Zeit in die unsere, was somit zur Erderwärmung führt. Es ist somit notwendig, dass wir uns was anderes einfallen lassen. Es ist über die ganzen Jahrhunderte immer eine ständige Entwicklung, eine ständige Verbesserung der Energiegewinnung bis wir irgendwann einmal die ultimative Energiequelle finden. Bis dahin müssen wir uns halt mal mit "Krücken" abgeben. Wobei er auch nicht vergessen darf, dass selbst mit Kartoffeln eine "Monokulturlandschaft" erzeugt werden kann. Und außerdem ist es auch ein natürliches Verhalten des Marktes. Es wird das geliefert was nachgefragt, bzw. besser bezahlt wird.

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  4. von Hubertus Berges · 4.
    Monokulturen

    So so, jetzt ist auch schon der Raps als Monokultur verkommen. Und mit solchen Botschaften sollen jetzt auch noch die EU Parlamentarier " aufgeklärt " werden. Fachlich passend zu vielen, die über die Landwirtschaft reden und schlimmer noch, entscheiden...schon fast witzig, wenn es nicht so traurig wäre.

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  5. von Wilhelm Grimm · 5.
    Fangen wir beim Ökolandbau an !

    Der ist eindeutig klimaschädlich.

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  6. von Konrad Darscheid · 6.
    "Wir müssen nach Lösungen suchen....."

    ...sagt der Herr Filmemacher. Und welche hat er anzubieten? Für jede Lösung das passende Problem zu finden ist immer leichter als umgekehrt.

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