Forsa-Umfrage: Verbraucher misstrauen Milchbauern

Die Deutschen misstrauen einer repräsentativen Forsa-Umfrage zufolge den Milchbauern im Land. So bezweifelt fast jeder zweite Befragte, dass es Kühen in modernen Milchviehbetrieben gut geht, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Auch dem Bestreben, mehr Milch für den globalen Markt zu produzieren, stehen die Verbraucher kritisch gegenüber. 60 % der Befragten glauben, dass Deutschland nicht mit Milcherzeugerländern wie den USA oder Neuseeland mithalten könne, 56 % plädieren deshalb dafür, die deutsche Milchwirtschaft solle sich auf den heimischen Markt konzentrieren, statt weiter auf Export zu setzen, zitieren die Finanznachrichten weiter aus dem Artikel.

Ausgerechnet das aber ist seit Jahren die Strategie, mit der der Deutsche Bauernverband und die großen Molkereien dem Verfall des Milchpreises begegnen wollen - bislang mit wenig Erfolg, schreibt das Magazin weiter. Die Preise sind so niedrig wie seit Jahren nicht mehr, pro Liter erhielt ein konventioneller Bauer zuletzt knapp 28 Cent.

Um dem verheerenden Image entgegenzuwirken, wollen Unternehmen und Landwirtschaftsverbände nun eine Initiative unter dem Namen "Dialog Milch" starten. Sie soll Verbraucher und andere Interessensgruppen zusammenbringen.
 

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14 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Arnulf Tröscher · 1.

    Endlich mal wieder die Milch als Träger einzigartiger Nähr- und Wirkstoffe zu bewerben ist allerhöchste Zeit. Die Molkereien bewerben ausschließlich ihre Marken und die Landwirtschaft hat heute keine sympatischen Bilder mehr anzubieten. Ernährungsphysiologen warnen von Laktose, gesättigten Fetten, Casein etc.. Dem muss engergisch entgegen getreten werden. Z.B. muss die konjugierte Linolsäure beworben werden, die nur in Milch- und Fleischprodukten von Wiederkäuern vorkommt. Ihre Wirkung auf den Menschen ist unwidersprochen positiv. Warum nur spielt die Industrie dieses Ass nicht aus?

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  2. von · 2.
    Emnid Umfrage

    Zuersteinmal war das eine Emnid-Umfrage und im Spiegelartikel wird darauf hingewiesen das die Verbraucher die in erster Linie die Exportorientierung ablehnen. Weiterhin wird festgestellt, das der Weg Richtung Export vom DBV gefordert wurde und den Milcherzeugern extrem schlechte Preise gebracht hat. Soweit kann ich der Umfrage nur zustimmen. Gruß Dirk

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  3. von Andreas Böggering · 3.
    Wenn der BDM in Berlin

    mit unseren Gegnern auf der !Wir haben´s Satt! Demo mitläuft und sich die Haupthetzte gegen der Landwirtschaft, die Grünen und ABL, als verbündeten mit ins Boot holt, ist der der BDM somit maßgeblich an dem schlechten Meinungsbild mit Schuld! Man höhrt hier nix von den üblichen Kommentatoren des BDM, warum?

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  4. von Christian Schoel · 4.
    Es geb mal eine Umfrage...

    in der Verbraucher gefragt wurden, ob sie bereit wären, Milch von künstlich befrucheten Kühen zu trinken. 95% Antworteten mit einem klaren Nein...

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  5. von Reinhard Matzat · 5.

    Ich frage mich wo unsere BDM und ABLer Komentare sind die da immer schön mitmischen ihre Berufskolegen in die Scheiße zu ziehen....

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  6. von Bernd Lohse · 6.
    Sind die Verbraucher schon weiter als die Bauern ?

    Die Verbraucher haben scheinbar schon erkant, das der Exportwahnsinn völlig an allen Realitäten vorbei geht !

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  7. von Lars Henken · 7.
    Wie viele Verbraucher trauen den Politikern?

    Jede Umfrage kann in eine Richtung manipuliert werden in der man sie gerne haben möchte. Schon die Art der Fragestellung kann ein Umfrageergebnis deutlich verschieben. Beispiel1: "In Deutschland wird zu viel Milch produziert. Tiere werden über ihre Leistungsgrenzen getrieben und ausgebeutet. Vertrauen Sie den deutschen Milchbauern?" Beispiel2: "Deutsche Milchbauern produzieren unter modernsten Bedingungen qualitativ hochwertige Milchprodukte die in der Region vermarktet werden, ihren Absatz aber auch weltweit finden. Vertrauen Sie den deutschen Milchbauern?" Welche Ergebnisse mögen bei dieser Fragestellung heraus kommen? Allein wie man den Befragten auf die Frage vorbereitet kann ein Ergebnis komplett verschieben. Wenn ca. 50% der Verbraucher den Milchbauern nicht trauen, warum kaufen sie dann trotzdem deren Produkte im Discounter. Wenn sie die Menschen fragen ob sie einen Tante-Emma-Laden im Ort haben wollen und ob man dann dort auch kaufen würde, dann würden mindestens 70% der Befragten diese Frage mit ja beantworten. Den Einkauf würden sie aber weiter im Discounter erledigen und höchstens mal eine Kleinigkeit bei Tante Emma kaufen, die man beim Großeinkauf vergessen hat. Welche Ergebnisse würden denn heraus kommen, wenn man die Bevölkerung fragen würde, ob sie ihren Politikern, Krankenhäusern oder Pharmakonzernen vertrauen? Jede Meinung ist doch relativ nebensächlich, so lange sie sich nicht im Kaufverhalten niederschlägt und in Deutschland kaufen über 90% der Verbraucher ihre Lebensmittel rein preis-orientiert ein. Lebensmittel sind die Inflationsbremse Nummer 1. Welcher Aufschrei würde durch die Bevölkerung gehen, wenn die Lebensmittel plötzlich 20% teurer würden?

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  8. von Michael Ruscher · 8.
    Das ist Ausdruck der unqualfizierten Information durch die Medien

    Wir deutschen Milcherzeuger versorgen unsere Bevölkerung mit einem einmaligen Warenangebot und ermöglichen zusätzlich einen 8%igen Export sowie ca. 6%igen Import (hauptsächlich Käse). Es wird Zeit mehr Aufklärung zu leisten!

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  9. von Hans Nagl · 9.
    Da ist der Verbraucher schlauer als viele sogenannte Experten.

    Auch dem Bestreben, mehr Milch für den globalen Markt zu produzieren, stehen die Verbraucher kritisch gegenüber. 60 % der Befragten glauben, dass Deutschland nicht mit Milcherzeugerländern wie den USA oder Neuseeland mithalten könne, 56 % plädieren deshalb dafür, die deutsche Milchwirtschaft solle sich auf den heimischen Markt konzentrieren, statt weiter auf Export zu setzen, zitieren die Finanznachrichten weiter aus dem Artikel.

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  10. von Anton Dinauer · 10.
    zum Komentar von Reinahrd Schell: Kontrakte finde ich auch gut

    Die Mokereien sollten an der Börse Vorkontrakte abschließen und diese an ihre Milchbauern weitergeben. Z.B. könnten 50 bis 80% der Liefermenge durch Kontrakte abgedeckt werden, so hätte der Landwirt mehr Planungssicherheit und könnte bei schlechten Preisen z.B. seine Produktion um 20% drosseln und nur die 80% der Milch liefen die zu guten Konditionen schon verkauft sind. Dadurch könnte der Markt entlastet und der Geldbeutel des Milchbauern geschont werden. Dabei könnten die Unverbesserlichen weiterliefern ohne den disziplinierten Landwirten zu schaden, den diese wären ja abgesichert

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  11. von Berthold Lauer · 11.
    Verwunderlich?

    Was soll da auch anderes dabei rauskommen, wenn man den Menschen tagein tagaus nichts anderes eintrichtert. Die Gehirnwäsche funktioniert.

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  12. von Matthias Zahn · 12.
    Bezug verloren

    Vor zwanzig Jahren hatte fast jeder "Verbraucher" noch einen Bezug zur Landwirtschaft. Irgendwo in der Verwandschaft gab es einen Bauern den man kannte und von dem man wusste wie er produziert. Jetzt haben wir z.T. schon die zweite Generation, die in Ihrem Leben noch nie einen Bauernhof aus der Nähe gesehen hat. Ich habe selbst einen kleinen Sohn. Und was bekommt der natürlich oft geschenkt - Bauernhofbücher! Diese haben allerdings mit der Realität nichts zu tun. Wer will schon in einem Kinderbuch 2000 Mastschweine oder 2000 Kühe sehen. Nein alles schön nostalgisch. Und dann kommt Abends der Schockreport von den Staraathof Betrieben im Fernsehen. Das kann nicht gut gehen. Die Entwicklung der Landwirtschaft der letzten zwanzig Jahre ist praktisch vom Verbraucher nicht wahrgenommen worden und jetzt mit Facebook, E-Mail und Co kommt diese schlagartig in der Gesellschaft an. Und schockiert viele! Exporte (=Drittländer, EU ist Binnenmarkt) an sich finde ich gut, solange sie sich im Hochpreis- und Qualitätssegment bewegen. Hier schließe ich mich meinem Vorredner an, können wir auch Geld verdienen. Leider geht der große Teil der Exporte aber nicht in diesem Segment nach draußen sondern in Form von Milchpulver, welches eben keine großen Margen erwarten lässt. Mit dem Nebeneffekt dass wir derzeit den Weltmarkt von der EU aus Fluten, Übermengen erzeugen welche die Weltmarktnotierungen nach unten drücken und diese widerum innerhalb der EU verantwortlich sind für den derzeitigen Preisverfall. Unser Problem sind nicht China, Russland oder andere Marktfaktoren. Unser Problem sind die fehlenden Stategien auf solche Marktverwerfungen angemessen zu reagieren. Diese "Exportstrategie" funktioniert nur solange der Weltmarkt aufnahmefähig ist. Sobald das Gegenteil der Fall ist gerät unser Milchmarkt in eine Deflation wie derzeit. Milchbauern wird solange Geld entzogen bis die Nachfrage wieder mithalten kann. Alle freuen sich dass die Krise überwunden ist und das Spiel beginnt von vorne. Mehrproduktion-Marktsättigung-Deflation/Preisverfall-Geldentzug-Marktbereinigung-Inflation/Preiserhöhung-Mehrproduktion etc.....

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  13. von Reinhard Schnell · 13.
    Total falscher Ansatz

    Die größte Wertschöpfung haben die Molkereien zur Zeit im Export. Schaut euch doch mal an wer zur Zeit die besten Milchauszahlungspreise hat. Das sind Molkereien, die ein exklusive Produktvielfalt haben und im Export in Drittländer stark sind. Ohne diese Märkte wäre der Auszahlungspreis noch niedriger!! Was wir brauchen ist ein Markt der bei den Erzeugern ankommt. Molkereien müssen Vorkontrakte mit dem Handel bei den Erzeugern mit Rohmilchkontrakten gegenzeichnen lassen. Sonst wird das alles nix.

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  14. von Gerhard Metz · 14.
    Berechtigt?

    Nun ja wir haben in der Produktion so unsere Problemchen über die wir nicht gerne sprechen und die viele von uns schon als den Normalzustand akzeptiert haben.

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