Frostschäden: Ausfallrate bei Weinreben zwischen 10 und 95 Prozent

Die Reben in Rheinhessen-Nahe haben mit den Nachtfrösten großen Schaden genommen.
Bild: Annamartha/ pixelio.de

Weinreben Die Reben in Rheinhessen-Nahe haben mit den Nachtfrösten großen Schaden genommen.
Bild: Annamartha/ pixelio.de
Die anhaltenden Spätfröste haben insbesondere dem Weinbau zugesetzt. In Rheinland-Pfalz gibt es nahezu keine ungeschädigten Rebflächen. Landesagrarminister Volker Wissing spricht von schwierigen Bedingungen für die Obst- und Weinbauern.

Der Landwirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz Volker Wissing (FDP) hat sich am Freitagnachmittag in Appenheim und Bad Dürkheim über die Frostschäden in den Weinbergen informiert. Sein Resümee lautet, dass Rheinhessen-Nahe stark betroffen ist und in der Pfalz es vor allem im Norden Schäden gibt. „Mit dem Frost im April nach dem zu warmen März setzen sich die schwierigen klimatischen Bedingungen für die Landwirtschaft auch in diesem Jahr fort“, sagte Wissing bei einem Ortstermin auf dem Sonnenhof in Appenheim.

Nach derzeitigen Informationen ist die Region Rheinhessen-Nahe besonders stark von den Nachtfrösten betroffen. Es gibt nahezu keine ungeschädigten Rebflächen, teilt das Landwirtschaftsministerium aus Mainz weiter mit. Die befürchtete Ausfallrate liege zwischen zehn und 95 Prozent. Die Topografie in den Anbaugebieten Nahe, im rheinhessischen Hügelland und im Rheintal hat die Nachtfröste begünstigt. In der Pfalz ist insbesondere der Norden um Bad Dürkheim bei frühen Sorten (z.B. Müller Thurgau) betroffen.

Derzeit ist das Ausmaß der tatsächlich eintretenden Schäden noch schwer zu quantifizieren. Die Winzer müssten auf Kompensationsreaktionen der Reben hoffen, damit sich die Ertragsausfälle noch im Rahmen halten. Die frostgeschädigten Anlagen benötigten nun während der Vegetation einen hohen Pflegeaufwand.

Ebenfalls vom Frost betroffen sind die Obstbauern, besonders in Rheinhessen. Durch warme Temperaturen im März hat die Fruchtentwicklung im Steinobst bereits deutlich eingesetzt. Auch hier kann zu diesem Zeitpunkt ein möglicher Ertrag nicht abgeschätzt werden, so das Landwirtschaftsministerium weiter.

Wissing machte sich in Appenheim gemeinsam mit Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, und Klaus Schneider, Weinbaupräsident der Pfalz, ein Bild der Schäden in Rheinhessen. Im Anschluss traf Wissing im Weingut Karst in Bad Dürkheim mit Norbert Schindler, Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, und Walter Wolf, Vorsitzender des Kreisverbandes Bad Dürkheim im Bauern- und Winzerverband, zusammen.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Uwe Schünemann · 1.
    Unser täglich Brot will erst mal produziert sein-"Ohne Winzer und ohne Bauern ist der leere Teller nicht mehr weit !"

    Wenn die Leute mit Ihrer zum Teil übersteigerten Empfindlichkeit und Ihrem ausufernden Wohlstandsanspruch ,durch so ein kleines Frost- und Natur -Ereignis erst mal zur Besinnung kommen würden,dann wäre schon viel bewirkt. Nahrung ist eben nicht selbstverständlich.

    Das meinen unsere Leser:
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