GVO-Mais Smartstax wird zugelassen

Smartstax

Erwartungsgemäß gab es bei der zweiten Abstimmung zum gentechnisch veränderten Mais Smartstax von Monsanto und Dow Agro Sciences erneut keine qualifizierte Mehrheit. Wie schon vor einem Monat sind sich die EU-Mitgliedstaaten weiter uneins, Bundesagrarministerin Ilse Aigner enthielt sich wieder.

Nun darf die EU-Kommission eigenmächtig entscheiden und hat bereits angekündigt, die Sorte in den kommenden Wochen zuzulassen. Es geht um die Importgenehmigung als Futter- und Lebensmittel in die EU, nicht um eine Anbaugenehmigung für Bauern.

SmartStax produziert sechs verschiedene Insektengifte und ist gegenüber zwei Herbiziden (Glyphosat und Glufosinat) resistent. Gegner bezeichnen sie daher als Giftpflanze.

Der grüne Agrarpolitiker Martin Häusling kritisierte die Entscheidung und vor allem das Abstimmungsverhalten Deutschlands scharf. „Ministerin Aigner hat sich bei der Abstimmung enthalten, was einer indirekten Zustimmung gleichkommt“, ärgerte sich der EU-Abgeordnete. Und sein Parteikollege Harald Ebner meint:  "In der Öffentlichkeit mimt Aigner gerne die Gentechnik-Skeptikerin. Tatsächlich hat sie aber in den vergangenen vier Jahren 18 Zulassungen von Gentech-Pflanzen zugestimmt und bei 14 weiteren Abstimmungen durch ihre Enthaltung den Import nicht verhindert." Er hält es daher für eine "billige und bequeme Ausrede", wenn Aigner die Verantwortung allein auf die FDP schiebt. Sie habe in den vergangenen Jahren kaum etwas für die Stärkung und den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft geleistet.

Umweltschützer warnen unterdessen erneut vor möglichen Gefahren durch die enthaltenen Pflanzengifte. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) im italienischen Parma hatte die Sorten in der Vergangenheit als sicher eingestuft. Die Organisation Testbiotech kritisiert jedoch, eine unabhängige Risikoprüfung der kombinierten Eigenschaften des Biotech-Mais habe nicht stattgefunden. (ad)

Hintergründe:
Patt bei Abstimmung über Monsantos SmartStax-Mais (11.6.2013)

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10 Leserkommentare Kommentieren

  1. von klaus1618 · 1.
    Der glückliche Unwissende (II)

    Wer dem Verbraucher wissentlich vermitteln will, dass das die zukünftige moderne Nahrungsmittelsicherheit, die Normalität auf dem Acker, im Futtertrog u. auf dem Teller ist, der handelt vorsätzlich grob fahrlässig. Mit dem Vorwurf der Unwissenheit kann ich gut leben. All diejenigen mit einem niedrigeren Horizont sind in der glücklicheren Lage, solche komplexen Zusammenhänge u. Strukturen nicht erfassen zu können, geschweige denn sich über deren Risiken u. Gefahren Gedanken machen zu müssen. Fatal ist jedoch, wenn solche Unwissende Entscheidungsträger sind, die über das Gemeinwohl aller entscheiden u. hier häufig leider in der Verantwortung stehen. SmartStax stellt doch nur eine weitere kurzfristige monetäre Bereicherung einiger weniger dar!

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  2. von klaus1618 · 2.
    Der glückliche Unwissende (I)

    Etwas vereinfacht u. verkürzt dargestellt: SmartStax enthält 6 verschiedene synthetische Insektengifte der BT-Gruppe (bacillus thuringiensis), die in dieser Zusammensetzung so in der Natur in keiner Pflanze gebildet werden. Zusätzlich ist SmartStax resistent gegenüber 2 am weitesten verbreiteten Totalherbiziden: Glyphosat (Roundup u.a./mengenmäßig der größte Absatz weltweit!) u. Glufosinat (Liberty Link u. Basta). Das Problem ist die Summe der SYNTHETISCHEN TOXINE, die mit SmartStax in der Natur freigesetzt werden. Diese wirken kumulativ, empirische Werte, was diese anzurichten vermögen, existieren aktuell nicht; aus welchen Gründen auch immer. Der langfristige Wirkungsmechanismus ist nicht bekannt!!!

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  3. von jobelego · 3.
    Ahnungslosigkeit im Quadrat.

    Obwohl es ganz deutlich publiziert wurde, dass es sich lediglich um eine Einfuhrerlaubnis handelt, kapieren das manche Leute nicht. Da kommen sogar Stimmen über "genehmigtes Wettrüsten auf dem Acker" auf, was der beste Beleg dafür ist, dass die lautesten Schreier am wenigsten Ahnung haben.

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  4. von Rhönerblut · 4.
    Sich etwas einreden und lassen

    Immer wieder muss man von resignierenden Landwirten hören, dass es politischer Wille ist, den Verbraucher billig zu ernähren. Aber kann man nach diesem weiteren verbraucherfeindlichen Beschluss, ernsthaft daran glauben, das sich Schwarz Gelb und Aigner im speziellen, um den Verbraucher, oder insgesamt um die Menschen schert?

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  5. von klaus1618 · 5.
    GVO-Mais SmartStax - Genehmigtes Wettrüsten auf dem Acker!!

    Werte Frau Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, c h a p e a u !!! - Sie wurden dem "C" in Ihrem Parteinamen "wahrlich gerecht". A l e a i a c t a e s t - die Würfel sind gefallen!!! Wahlpopulistisch steht das Thema "Nahrungsmittelsicherheit" zwecks Stimmenfang ganz vorne auf Ihrer Agenda. Nun erklären Sie aber bitte schön Ihrem bayerischen unwissenden Wähler u. Verbraucher, der die zugesagte gentechnikfreie Zone des Freistaates Bayern wünscht u. fordert, was für ein "biologisches Teufelszeug" Sie durch Ihre Stimmenthaltung in der EU durchgewunken haben - Sie ernten sicherlich den tosenden Applaus Ihrer "Vielleicht-Wähler"! Aber bitte Fair Play: Der verwantwortungsbewusste wissende Landwirt lehnt den GVO-Mais kategorisch ab!!!

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  6. von jobelego · 6.
    Manchmal ist Feigheit Selbstschutz

    Der Ilse ist sehr wohl bewußt, was für katastrophale Folgen das Verbot für die Verfügbarkeit von Futtermitteln haben könnte. Wenn ganz Schiffsladungen abgewisen würden. Aber bei der Agressivität mancher Polemiker darf man nicht so abstimmen wi es die Vernuft gebietet. Ok.. Wahltaktik spielt natürlih auch eine Rolle.

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  7. von Bauer-Berni · 7.
    Tja

    die Menscheit (weil sie nicht verhungern will) hat nun mal beschlossen die Gentechnik zu nutzen und jetzt müssen wir uns damit auseinandersetzen. Europa wird da niemals eine Insel bleiben und deshalb kann Frau Aigner da auch wenig gegen unternehmen. Würde der Smartstax-Mais nicht zu gelassen hätten wir ein Verunreinigungsproblem. Ein Korn Smartstax-Mais in einer Ladeung und die Ladung müsste vernichtet werden....

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  8. von adlberger · 8.
    Armes Deutschland

    Deutschland leistet sich seit Jahren eine Landwirtschaftsministerin ohne eigene Meinung.Wenn es schlecht läuft, wird sie in einigen Jahren auch noch bayrische Ministerpräsidentin. Schade um Bayern!

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  9. von Hardthof · 9.
    Schafft die Enthaltungsministerin ab !!!!

    Ilse. Keiner will se.

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  10. von JOHN3050 · 10.
    Danke Frau Aigner!

    Wieder nichts getan und doch ein schlechtes Ergebnis für uns Verbraucher.

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