Gemeinden sollen gegen illegale Umbrüche von Wegrändern vorgehen

Feldweg Feldweg
Bild: Archiv

Das illegale Beackern von Feldwegen und Wegrändern sollte aus Sicht des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) konsequenter geahndet werden. Der Verband rief das Land und die Kommunen dazu auf, entschieden gegen nicht genehmigte Umbrüche vorzugehen.

Immer öfter würden diese wichtigen Lebensräume - auch Grünland - früh gemäht, gespritzt und gedüngt. Im ersten Schritt müssten dazu Luftbilder und Liegenschaftskarten analysiert und eine „erfolgreiche Rückgewinnung kommuniziert“ werden. Feldwege befänden sich in der Regel im Eigentum der Gemeinden, so der NABU. Ohne Genehmigung des Eigentümers und der Unteren Naturschutzbehörde sei eine landwirtschaftliche Nutzung nicht zulässig.

Für den Schutz der Artenvielfalt seien Feldwege und Wegränder von großer Bedeutung, betonte der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck. Sie könnten als Lebensraum mehrerer Hunderttausend Pflanzenarten und von mehr als tausend Tierarten dienen. Zur Umsetzung der nordrhein-westfälischen Biodiversitätsstrategie seien Raine, die allenfalls extensiv gepflegt würden, deshalb unverzichtbar.

Tumbrinck forderte von den Bauernverbänden und kommunalen Flächeneigentümern, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stärker gerecht zu werden und den Schutz der biologischen Vielfalt ernst zu nehmen. Dazu gehöre auch der Erhalt dieser Landschaftsstrukturen. Der Landesvorsitzende warf den Städten und Gemeinden vor, Vermögensgegenstände in den vergangenen Jahren nicht pfleglich verwaltet zu haben. Vor allem hätten sie aber die Bedeutung ihrer Feldwege und Saumstrukturen für einen lokalen Biotopverbund verkannt und unterschätzt.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Rieder · 1.
    Recht hat Hr. Tumbrinck,

    Hier hat der NABU mal ausnahmsweise recht ! Die Grenzsteine sind ausgeackert und fliegen überall rum, dann wird bis an den Schotter geackert und zu guter letzt wird der schmale Grasstreifen schon Anfang Mai gemulcht. Diese Unart haben wir Landwirte uns zuzuschreiben....

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  2. von Christoph Blankenburg · 2.
    Ich empfehle....

    ... dem NABU mal genauer hinzuschauen und dann auch für Landwirte gegebenenfalls Partei zu ergreifen, denn Bankette werden mindestens ebenso häufig etwas großzügiger liegen gelassen. Im letzten Jahr hatte ich u. a. eine Fläche von gut 3 ha nach Getreide mit einer Saatgutmischung bestellt und fürs Greening angemeldet. Die Kontrolle vor Ort ergab, dass ich eben nicht weit genug bis an den Wegrand hin eingesät hatte, der Grasweg war zu breit, meinem Acker fehlten sage und schreibe 120 m² von über 300000 m². Im Ergebnis musste ich den Kontrolleuren bescheinigen, dass sie 5,5 Stunden mit Anreise im Mercedes Geländewagen und GPS Vermessung aufgewendet hatten um diesen Tatbestand aufzudecken. Mich hat es - obwohl die Greening Verpflichtung übererfüllt war - nochmals einen halben Tag gekostet um mit der sehr kooperativen Landwirtschaftsbehörde den Vorwurf des Subventionsbetrugs aus der Welt zu schaffen.

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  3. von Gerhard Steffek · 3.
    Was labert der?

    Allein schon die Wortwahl: "illegale Umbrüche". Allein dies gauckelt doch schon wieder eine "Straftat" vor. Dabei ist doch in aller Regel eh kein großartiger Abstand von Feldgrenze zum Feldweg und die Gemeinde ist froh wenn sie diese Streifen nicht mähen muß, sondern vom Landwirt so nebenbei auch noch erledigt wird. Der Nabu könnte doch da mal den Finger heben und sagen das er das mache, könnte er sich mal sinnvoll betätigen. Sicher hat er im Grunde damit Recht, wenn er sagt diese Randstreifen sind kleine Biotope, aber die Interessenlage der Anlieger und Besitzer ist da oftmals eine andere. Da könnte er sich doch auch mal bemühen und hier einen entsprechenden Konsens finden.

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