Gentechnik-Streit: Rehberger droht Evangelischer Kirche mit Hungerstreik

Horst Rehberger Horst Rehberger
Bild: www.gruenevernunft.de

Im Bemühen um einen Dialog mit der Leitung der Evangelischen Kirche um das Thema Grüne Gentechnik hat der Vorsitzende des Forums Grüne Vernunft (FGV) und frühere Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Horst Rehberger, jetzt mit Hungerstreik gedroht.

Rehberger wirft dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Prof. Heinrich Bedford-Strohm, vor, trotz anderslautender Ankündigung immer wieder den Dialog abzulehnen. Dafür habe Bedford-Strohm „leider keine Zeit“, so Rehberger.

In einem offenen Brief hat der FGV-Vorsitzende dem EKD-Ratsvorsitzenden eine letzte Frist für die Nennung eines Dialog-Termins gesetzt. Sollte Bedford-Strohm dies wieder ablehnen, will Rehberger ab dem 19. September vor der EKD-Zentrale in Hannover einen unbefristeten Hungerstreik beginnen, und zwar „im Interesse von Millionen Kindern, die ohne Gentechnik zum Tode verurteilt sind“.

Für den früheren Minister ist die Haltung der EKD-Führung zur Gentechnik „empörend“, insbesondere auch angesichts der Tatsache, dass Bedford-Strohm - wie alle Menschen in Deutschland - jeden Tag „Genfood“ esse. In mehr als 70 % aller Lebensmittel in Deutschland stecke Gentechnik. Die Kirchenleitung bekämpfe die Grüne Gentechnik mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, obwohl zum Beispiel mit dem „Goldenen Reis“ Leben und Gesundheit von Millionen Kindern in Asien und Afrika gerettet werden könnten, erklärte Rehberger.

Insgesamt 123 Nobelpreisträger hätten in einer gemeinsamen Erklärung die Blockade der Grünen Gentechnik als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gebrandmarkt, also als Massenmord. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehörten der Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Prof. Werner Arber, der langjährige Vorsitzende des Stiftungsvorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums, Prof. Harald zur Hausen, die frühere Direktorin der Abteilung Genetik des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie Tübingen, Prof. Christiane Nüsslein-Volhard und die Schriftstellerin Elfriede Jelinek.

Hintergründe:

Offener Brief Bedford-Strohm

Pressemitteilung Hungerstreik

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11 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Detmar Kleensang · 1.
    Forum grüne Vernunft. Da muss man erst wissen, wer das ist!

    Horst Rehberger ist u.a. Vorsitzender im Beirat von Innoplanta. Einem Verein, in dem sich einiges von Rang und Namen aus der Gentechnik-Branche samt FDP und Bauernverband vereinigt. So war der Gründer des „Forum grüne Vernunft“ selbst lange Geschäftsführer der BioTech GmbH&CoKG und ist noch Vorsitzender von Innoplanta. Weiteres Personal ist für die Abteilung Bio-Gentechnologie des Bundesverband der Deutschen Pflanzenschützer zuständig, Mitglied der DLG und der Gesellschaft für Pflanzenzüchtung, Assistentin der Geschäftsführung bei German Genetisch International GmbH sowie Referentin für Lebensmittelrecht beim Deutschen Raiffeisenverband. Auch Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung bei Hoechst, AgrEvo, Aventis und Bayer CropSience gehören zu den Figuren hinter dem Forum grüne Vernunft. Also allesamt jene, die ihr ureigenstes Einkommen an diesem Bereich festmachen und selbstverständlich erhalten und gesichert, womöglich sogar gern erhöht sehen möchten. Aber: Es ist eben rein wirtschaftliches Eigeninteresse! Mit „grüner Vernunft“ oder gar Vernunft an sich hat das gar nichts zu tun! Es geht denen nicht um den Hunger in der Welt, sondern schlicht ums Geld in den eigenen Taschen! Eine Einkommenserhöhung durch Hungerstreik durchsetzen zu wollen dürfte als Erpressungsversuch angesehen werden und sollte entsprechend geahndet werden! Da darf dann auch weder die Mitgliedschaft in einer Irrwitz-Partei wie der FDP noch das hohe Alter von fast 79 Jahren als mildernder Umstand gewertet werden. Einzig die Einweisung in eine Psychiatrie sollte dringend erwogen werden. Denn wer sich in so hohem Alter durch Hungerstreik selbst gesundheitlichen Schaden zufügen will, aus welchen Gründen auch immer, der sollte vor sich selbst geschützt werden!

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  2. von Hermann-Josef Schaller · 2.
    Nur mal so zum Nachdenken

    Die Weltbevölkerung zählt momentan ca. 7 Milliarden Menschen,von denen sind laut "amtlicher" Scätzung aus dem Vatikan ca.2,4 Milliarden Christen ( Katholiken,Evangelische , und Splittergruppen zusammengefaßt).Deutschland hat ca. 80 Mio.Einwohner. Was will Rehberger bewirken? Wieviele Menschen kennen überhaupt Rehberger? Gentechnik an sich ist nicht schlecht es verhält sich damit wie mit einem Messer. Man kann mit einem Messer ein Brot mit Butter bestreichen oder mit einem Messer jemanden umbringen oder verletzen.(hört man ja in letzter Zeit immer öfter !) Warum sind viele Menschen gegen Gentechnik ? Weil sie erkannt haben daß gewissenlose Menschen,die immer nur an Gewinnmaximierung denken, sie Mißbraucht haben .Glaubt denn wirklich Einer,daß z.B. die Chinesen es sich verbieten lassen wollen Gentechnik einzusetzen? bei über einer Milliarde Chinesen ? Die Chinesen haben nicht umsonst ein paar der leistungsstärksten Computer zum bestimmen und entschlüsselung von Erbsubstanz im Einsatz! Leider hab ich keine Information darüber wie die Chinesen zu dem Geschäftsgebaren von Monsanto stehen.Was ich weiß,ist daß Monsanto weltweit tätig ist ,und deren Geschäftsgebaren ist ja bekannt. Ich befürchte ,daß Herrn Rehbergers Art sich für seine Mitmenschen einzusetzen,als trojanisches Pferd mißbraucht wird. Dies sollten wir bei aller Diskussion bedenken. Was wir noch bedenken sollten ist die Aussage: Hunger kann man auch mit Geburtenkontrolle entgegen treten.Dafür braucht es aber Verstand und keinen grausamen Zwang.Die Religionen mussen dort aber auch mit eingebunden werden und dem Fortschritt angepasst werden. Religionen helfen mit ein Volk zu regieren und die Gesellschaft zu erhalten.Die Gesetze und Regeln wurden verfasst und aufgeschrieben als die Medizin noch nicht so weit entwickelt war wie heute und die Sterberate bedeutend höher war als heute ,und es durchaus sinnvoll war viele Kinder in die Welt zu setzen damit (salopp Ausgedrückt)immer noch ein paar "durchkamen" und man im Alter versorgt war.Nicht umsonst heißt es beim Islam: betrachte deine Frau wie deinen Acker,bestelle ihn sooft du kannst. Mit dem Aufkommen von Penicillin schnellte plötzlich die Überlebensrate (Gott sei Dank) hoch und es müssen mehr Leute von der gleichen Erde wie früher ernährt werden.Jetzt ist "positiver " Hirnschmalz gefragt und einfache Lösungen wie :die Gentechnik ist die Lösung aller Probleme, wäre zu schön um Wahr zu sein.

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  3. von Albert Maier · 3.
    Kernkompetenz

    Die EKD sollte sich endlich wieder um ihre Kernkompetenz kümmern und sich von Dingen, von denen sie nichts versteht raushalten! Wenn sie weiterhin den Lautsprecher verirrter NGO´s, den Grünen und den Genderheinis spielt, dann geht diese Kirche nach 500 Jahren Reformation ganz schnell ihrem Ende entgegen!

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  4. von Wilhelm Grimm · 4.
    Die Zeit wiord es beweisen, dass Herr Dr. Rehberg recht hat, aber wir haben keine Zeit !

    Die Kirchen, die Grüne Partei und andere NGOs verhalten sich aus Trägheit unchristlich und verantwortungslos. Blindheit und Tod unzähliger Kinder dürfen nicht das Ergebnis unserer geistigen Unbeweglichkeit sein und fordern uns zu schnellem Handeln auf. Darüber hinaus muss es auch in unserem eigenen Interesse liegen, der Forschung und der breiten Anwendung der Grünen Gentechnik schnellstmöglich den weiteren Weg zu ebnen. Wir benötigen in unserem Klimaraum keinen "Goldenen Reis", wohl aber ständigen züchterischen Fortschritt hin zu besseren wertbestimmenden Eigenschaften unserer Nutzpflanzen.

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  5. von Jörg Meyer · 5.
    Es tut sich was bei Gentechik

    und weder Ochs noch Esel oder die Kirchen werden dies aufhalten können vor allem in Asien. Es wird für die Gentechnikgegner einfach nur peinlich werden die nächsten Jahre in vielen Teilen der Welt, schon alleine eine Deklarationspflicht für alle Produkte die mit Gentechnikveränderten Dingen (Pflanzen, Enzyme, etc..) hergestellt werden in Deutschland würde schon die Widersinnigkeit der ganzen Diskussion zeigen. Aber mit Ängsten läßt sich Politik und Ablaßhandel betreiben.

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  6. von Konrad Darscheid · 6.
    Frage zum Verständnis:

    Wenn ich Herrn Rehberger richtig verstehe, führen Afrikaner und Asiaten die grüne Gentechnik nicht ein, weil es die deutsche evangelische Kirche so will? Und lassen deswegen ihre Kinder verhungern? Hätt' ich jetzt nicht gedacht, dass die EKD einen solchen Einfluss hat....

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  7. von Doris Peitinger · 7.
    Unterste Schublade

    Nun kommt ein Herr Rehberger also mit derartigen Aktionen daher, weil die objektiven Argumente allesamt gegen den Mogelreis sprechen. Wieviele (offizielle) Testreihen gab es inzwischen an Menschen? Immer noch drei Personen, die allesamt keinen Vitamin A Mangel hatten? Wie sollen ärmste Bevölkerungsschichten an Fett kommen, das benötigt wird, damit das Vitamin A wirken kann, wenn sie sich nicht mal Gemüse leisten können, um den Vitamin A Mangel zu bekämpfen?! Nicht zu vergessen die schlechten Erträge, weil ( in Zusammenarbeit mit einheimischen Experten ) angeblich die falsche Sorte angebaut wurde! Als ob sich die Armen auch noch Mißernten erlauben könnten! Hier soll nur versucht werden, noch weitere Abhängigkeiten zu schaffen, die langfristig die Kasse der entsprechenden Konzerne füllen sollen - auf Kosten der Ärmsten! Somit ist diese Aktion des Herrn Rehberger für mich unterste Schublade und an Zynismus nicht zu überbieten!!!

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  8. von Hans-Heinrich Meyer · 8.
    Das Gute wird sich durchsetzen

    Ich stimme Herrn Rehberger und den anderen erwähnten Persönlichkeiten zu. Wir brauchen solche Menschen, die sich nicht einlullen lassen von NGO's, Presse und "gut Menschen". Sie verdienen unsere Unterstützung und Anerkennung.

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  9. von Paul Siewecke · 9.

    Wenn man die örtlichen (z.B. Mittlerer Osten, Zentralafrika, etc.) und funktionierenden Nutzpflanzensorten nicht großflächig kaputtgemacht hätte und durch "modernes" Saatgut einiger gut bekannter Konzerne ersetzt hätte, würde z.B. die Problematik "Goldener Reis" gar nicht anstehen. Und nimmt man den Kleinbauern ihre Existenz, dann gehen sie dahin, wohin der Hunger sie treibt. Das Problem aufzubauen und dann eine (vermeintliche) Lösung zu präsentieren (die aber auch kein Allheilmittel sein kann), darauf hat schon die Pharma-Industrie das Patent und auf dieser Welle dann mit "Hungerstreik" zu "protestieren", das genau zu bezeichnen verbietet mir der Anstand...

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  10. von Hans Merk · 10.
    Was für ein Billshit Herr Steffek

    Geburtenplanung hat sich immer nach Wohlstand entwickelt und nicht umgekehrt! Satte Bäuche werden auch nicht von Hunger zur Flucht getrieben und sind friedlich. Ich schlage Leuten ihres Kalibers - und dazu zähle ich auch Bedfort-Strohm - einen Hungerstreik, von mir aus bis zum Ende, vor um mit hungernden Solidarität zu üben. Meinen Respekt gegenüber Herrn Rehberger und wenn die ev. Kirche nichts anderes mehr kann treten wir nach über 300 Jahren aus dem Verein wieder aus.

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  11. von Gerhard Steffek · 11.
    Zu kurz gedacht!

    Jetzt bin ich böse, vielleicht auch zynisch, unmoralisch, egoistisch und und und, je nach Gedankengang des Einzelnen. Aber wenn Herr Rehberger für grüne Gentechnik ist, um das Leben von Millionen von Kindern in Asien zu retten, dann sollte er zuerst einmal mit Kinderplanung anfangen. Anfangen damit, daß in diesen Ländern eine Geburtenkontrolle möglich ist. Denn was helfen gesunde Kinder, wenn sie fünf Minuten später verhungern müssen, weil es zu einer Überbevölkerung kommt. OK, gut sie können ja dann nach Europa aus-, bzw. einwandern, nach Deutschland, wo das Geld auf der Straße liegt, Milch und Honig im Überfluß fließt. Unter Vernunft verstehe ich etwas anderes. Außerdem - wieso können, bzw. machen diese Länder es nicht selber? Was fällt uns ein, unsere Vorstellungen denen aufdrucken zu wollen? Eine Sache, die wir schon viel zu lange betreiben, daß wir unseren Willen, unsere Vorstellungen von "Leben" anderen aufdrängen. Vielleicht wollen sie das gar nicht?

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