Greenpeace fordert Halbierung der Fleischproduktion bis 2050

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Bild: top agrar

„Die EU-Landwirtschaftspolitik der Vergangenheit hat uns an einen Abgrund geführt. Die industrielle Tierproduktion ist eine Hauptquelle für Treibhausgasemissionen, Wasser- und Luftverschmutzung und verursacht gravierende Gesundheitsprobleme wie Antimikrobielle Resistenzen“, sagte der für Agrarpolitik zuständige Greenpeace-Direktor Marco Contiero bei der Vorstellung der Studie. Die europäischen Regierungen seien aufgefordert, mit der anstehenden GAP-Reform eine Wende einzuläuten, hin zu einem ökologischen Gemüseanbau und deutlich weniger aber nachhaltigerer Fleischproduktion. „Die Subventionierung von intensiver Tierproduktion muss ein Ende haben“.
 
Tierbestand in bäuerlichen Betrieben in einem Jahrzehnt halbiert

Besorgniserregend sei die zunehmende Konzentration der europäischen Fleischproduktion auf große industrielle Produktionsbetriebe. So würden in der EU bereits heute drei Viertel der Tiere in wenigen großen industriellen Betrieben erzeugt, während bäuerliche Familienbetriebe im zurückliegenden Jahrzehnt ihre Tierherden um die Hälfte reduziert hätten.
 
Das Greenpeace-Szenario zeigt auf, dass die Treibhausgasemissionen, die auf das Konto der Landwirtschaft gehen bis zum Jahre 2050 - bei weiter ungebremsten Produktionsbedingungen - weltweit auf über 50 Prozent (52%) ansteigen würden. Der Tier- und Milchsektor trügen allein mit über 70 Prozent zu diesen katastrophalen Umweltbedingungen bei.
 
Die intensive Fleischproduktion und Milchwirtschaft trage darüber hinaus durch ihren Nitrat- und Phosphoreintrag ins Grundwasser sowie durch Ammoniakproduktion erheblich zur Wasser- und Luftverschmutzung bei. Nach Angaben von Greenpeace verursache allein die Nitratverschmutzung jährliche Kosten in der EU von bis zu 320 Milliarden Euro pro Jahr.
Ein von der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde (Efsa) und der Weltgesundheitsorgansation (WHO) in der vergangenen Woche gemeinsam publizierter Bericht weise darauf hin, dass in der Massentierhaltung auftretende Bakterien zu bedrohlichen Antibiotikaresistenzen beim Menschen geführt hätten.
 
„Die Notwendigkeit, die Tierbestände und die Fleischproduktion drastisch zu begrenzen ist nun eine wissenschaftlich belegte Tatsache“, sagte Pete Smith, als einer der Autoren des Internationalen Klimawandelreport des Vereinten Nationen (IPCC), bei der Vorstellung des Greenpeace-Berichts. Nur eine deutliche Reduktion der Tier- und Milchproduktion trage in der Zukunft zu einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion bei. Ein weiter so wie bisher bei der Produktion und Nahrungskonsum könne nicht dazu beitragen, die gesetzten Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung und der Sicherung des Planeten zu gewährleisten.
 
 

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13 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Mal bedenken

    In der Presse habe ich bisher nichts zu dieser Greenpeace "Studie" oder sollten wir es besser Behauptung nenne, gehört. Vieles daran zeigt klare "alternative Fakten", aber die Medien regen sich nicht auf. Hätte Trump so ein Murks-Papier verbreitet, er wäre in der Luft zerrissen worden! Und was gar nicht angesprochen wurde: nicht die Landwirtschaft macht die Nachfrage nach tierischen Produkten sondern der Konsument. Hier allein müsste Greenpeace anfangen!

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  2. von Christian Bothe · 2.

    Greenpeace sollte sich mal besser informieren. Einfach mal die wissenschaftlichen Analysen von agrarfakten.de durcharbeiten : KSP-L-06 Treibhausgasemissionen Lesen sie bitte unter: KSP-L-06 THG-Emission 20160315.pdf (177853) Mehr Infos: http://www.agrarfakten.de/klimaschutzplan-2050-nachhaltige-landwirtschaft/

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  3. von Berthold Lauer · 3.

    Wie so oft zäumen diese "Experten" das Pferd von der falschen Seite auf. Bringt die Menschen, am besten alle, doch einfach dazu, sich nicht mehr von Fleisch und Milch zu ernähren! Und zwar duch Überzeugung!!! Nicht durch Verbot der Produktion! Das hat schon zu Zeiten der Prohibition bei den Amis nicht funktioniert und wird auch in Zukunft nicht funktionieren.

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  4. von Henrik Plaas-Beisemann · 4.
    Greenpeace bejammert die eigenen Erfolge

    Grund für die Reduktion der Tierhaltung in „bäuerlichen“ Betrieben -was das hier auch immer heißen mag- also Reduktion der Herden in kleineren Betrieben und eine immer weiter nach oben geschobene Wachstumsschwelle ist doch gerade der Erfolg von Greenpeace und Co. Der nächste Strukturbruch kommt doch gerade auf uns zu, die neue AwSV wird für die nächsten Betriebe der Grund zum Ausstieg aus ihrer beschaulichen Tierhaltung sein, das Verbot der Anbindehaltung von Milchkühen lässt sich auch am Horizont blicken. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Nicht der böse große Nachbar ist der Tod der kleinen Betriebe- er ist oft eher die finanzielle Rettung, weil er mit seinen eigenen Problemen dafür sorgt, dass der aufgegebene Betrieb eine auskömmliche Pacht erzielt- der Tod der kleinen Betriebe ist die Auflagenflut, deren Kosten unverhältnismäßig zu den Tierbeständen sind, und damit das Wachstum der durchschnittlichen Herdengröße vorantreiben.

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  5. von Wilhelm Gebken · 5.
    @ Ernst Dippel

    Wer kämpft kann verlieren, nur wer nicht kämpft hat schon verloren

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  6. von Jürgen U. Elke Dippel GbR · 6.

    Wir Bauen haben den Kampf schon lange verloren,mit uns macht man was man will.Und warum?? Kein Zusammenhalt und keine Eier......

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  7. von Konrad Darscheid · 7.
    Nachhhilfe in Mathe erforderlich?

    Wenn ich die hier zitierten Zahlen richtig verstehe, trägt die "Viehwirtschaft heute 12-17 %" zu den Treibhausgasen bei. Sagen wir mal 15 %. Dann macht der Rest (Verkehr, Industrie, Energie etc.) 85 % aus. Wenn der Anteil der Landwirtschaft auf 50% der Gesamtsumme steigen soll und die restlichen Verursacher gleich bleiben, muss die Landwirtschaft ihren Ausstoß um 460% erhöhen- das ist schon theoretisch mangels Fläche nicht mal ansatzweise möglich (und wer soll das ganze Zeug auch kaufen und essen?). Oder- anders rum: Wenn die Landwirtschaft gleich bleibt, müssen die sonstigen Emissionen bis 2050 um 82 % sinken, damit die Landwirtschaft einen Anteil von 50 % hat. Beide Annahmen sind so wahrscheinlich, wie dass Ostern und Weihnachten auf den gleichen Tag fallen. Wer solch einen Unsinn trotzdem verzapft und glaubt, hat im günstigsten Fall an dem Tag in der Schule gefehlt, als Prozentrechnung durchgenommen wurde. Im ungünstigsten Fall handelt es sich um eine bewusste Lüge. Man kann ja unsere heutigen Verhältnisse bewerten wie man möchte und sicherlich auch in Teilen berechtigt kritisieren. Wenn aber sogar der IPCC (=UN!) von einer so offensichtlichen geistigen Diarrhoe befallen ist, wem soll man dann noch glauben?

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  8. von Hans-Heinrich Meyer · 8.
    Mal im Ernst

    Es ist nicht viel Vernunft in diesem Beitrag. Aber wenn ich das weiter denke, dann gehört die Tierhaltung mit den grössten Klimabelastungen je erzeugter Einheit eingeschränkt. Dieses sind extensive Verfahren (Strohwirtschaft, geringe Tageszunahmen bzw Milchleitstung und Legeleistung, schlechte Futterverwertung usw usw). Um mit der Automobilwirtschaft zu sprechen, die Stinker gehören von der Strasse. Ausserdem wird eine Halbierung der tierischen Erzeugung bei einer zunehmenden preisunelastischen Nachfrage zu SEHR SEHR starken Preisanstiegen führen. Milch, Fleisch, Fisch und Eier nur noch für die Priviligierten der Gesellschaften. Greenpeace kann man bei landwirtschaftlichen Themen einfach nicht ernstnehmen. Wenn man hier etwas erreichen will, dann muss man die Nachfrage vermindern. Und da stehen die Zeichen weltweit genau anders herum.

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  9. von Heino Griem-Kray · 9.
    Weltweit

    Genau weltweit ! Wenn wir Glück haben fangen die G Aktivisten in Rusland und der Türkei an dann hätten wir Ruhe !

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  10. von Hildegard Strotmann · 10.
    Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt verringern

    Sicher ist es so, dass die Menschheit zu mehr Nachhaltigkeit streben muss. Aber jetzt der europäischen Landwirtschaft aufzuerlegen die Fleischproduktion zu halbieren ist der größte Schwachsinn überhaupt. Was würde denn passieren ? Wir würden in Europa Produktionskapazitäten verlieren ... hier herschen aber die höchsten Umweltstanddards und ich behaupte auch die größte Effektivität in der Produktion. Wenn diese dann hier erschwert oder sogar verboten wird, wird der Bedarf wo anders produziert. Dann kommt unser Fleisch eben aus Brasilien oder aus den USA. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen was daran besser sein soll ? Diese Träumer von Greenpeace glauben das man den Menschen vorschreiben kann was und wieviel sie essen sollen .... Der Verbraucher in Europa und in der Welt wird weiter Fleisch konsumieren ... ob das dann hier bei uns produziert wird oder nicht ist für das Weltklima egal oder sogar noch schädlich wenn es aus Übersee stammt (Transport, schlechtere Produktion usw.)! Wenn Greenpeace was für die Umwelt tun will, dann sollten die gegen die Bevölkerungsexplosion in Afrika und Asien etwas unternehmen ...

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  11. von Wilhelm Gebken · 11.
    So einen Schwachsinn habe ich zuvor noch niemals gelesen!!!

    320 Milliarden an Kosten durch Nitrat? Ich kann diese Kosten sofort um die Hälfte senken: Die landwirtschaftliche Nutzfläche in der EU beträgt ca. 174 Millionen ha. Die 320 Milliarden Euro verteilt auf diese 174 Millionen ha bedeuten 1840 Euro pro ha. Die EU sollte sofort eine Flächenstilllegungsprämie von 920 € pro ha, also die Hälfte des obigen Betrages zahlen. Wir Bauern legen dann sofort alle Flächen still. Dann ist Allen geholfen. Kein Nitrat mehr, nur noch Biodiversität, keine klimaschädigende Landwirtschaft usw. usw. Mit den eingesparten 160 Milliarden Euro und den eingesparten Milliarden Euros durch Biodversität, Klima- und Artenschutz müssten wir dann allerdings den Armen dieser Welt das Essen wegkaufen! Also: Diese Leute bei Greenpeace und anderswo haben wahrlich den Schuß nicht gehört!

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  12. von Josef Doll · 12.
    Wie wäre es wenn Grennpeace

    Auch 80 % der Flugreisen verbieten würde !!! Urlaubsreisen sollten aus Umweltgründen ganz unterbleiben !!

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  13. von Gerhard Steffek · 13.
    ?????

    Was haben die für'n Shit geraucht, um so einen Müll zu produzieren?

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