Grüne kritisieren Denunzianten-App

App Die App "Grüne Umwelt" sorgte Ende letzter Woche für Empörung.
Bild: Screenshot

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen in Scheßel (Landkreis Rotenburg), Arthur Lempert, beurteilt die neue App „Grüne Umwelt“ des Ortsverbandes Fintel, die dazu genutzt werden kann, Landwirte öffentlich zu verurteilen als „kontraproduktiv“ und distanziert sich wie viele andere Mitglieder der Grünen stark von der App.

„Eine App, die dazu aufruft, auf breiter Ebene zu denunzieren, ist kontraproduktiv, destruktiv und erreicht nur eins: noch mehr Konfrontation auf allen Ebenen“, schreibt Artur Lempert in einem Leserbrief zur Meldung der Rotenburger Rundschau „Grüne-Umwelt-App“.

Es werde der Eindruck vermittelt, dass die App von den Grünen initiiert wurde. Die App sei aber ausschließlich eine Maßnahme des Ortsverbandes Fintel und sei mit keinem angrenzenden Ortsverband abgesprochen gewesen. Neben den Fraktionsvorsitzenden reagierten auch viele Mitglieder der Grünen verwundert und ablehnend gegen die App. Arthur Lempert kritisiert zudem, dass die Meldungen in der App alles andere als anonym seien.  Es sei bei einer Meldung oft klar zu erkennen, von wem diese stammt, beziehungsweise sei es leicht herauszubekommen, wer die vermeintlichen Umweltverstöße begangen habe.

Auch Landkreis Rotenburg unwissend

Der Landkreis Rotenburg (Wümme) wurde vorab nicht über das Vorhaben des Ortsverbandes in Fintel informiert. Der Landkreis sieht die App als ein weiteres Instrument für die Bürgerinnen und Bürger an: „Sollten Beschwerden auf diesen Weg eingehen, werden wir sie so prüfen, wie andere Beschwerden per Brief, Mail oder auch Telefon“, teilte die Pressestelle des Landkreises auf Anfrage der Redaktion mit. Der Landkreis betonte zudem, dass auch sie die App nicht sinnvoll finden und sich davon distanzieren möchten.
 
 

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Henner Aldag · 1.
    lernfähig????

    Die sind ideologisch verbohrt. Die wollen ins Mittelalter zurück, dabei wollen sie die Industrie, das Großkapital bekämpfen und zerstören, welches noch das Geld für die ganze Manschaft erwirtschaftet/ harz4 und wie die soziale Hängematten noch so heissen. Keiner arbeitet so in der Öffentlichkeit wie die Landwirtschaft , die kann man dann ganz einfach denunzieren und an den Pranger stellen mit Güllefaß und Spritze .Das beste Beispiel ist der ehemalige niedersächsische Landwirtschafts Minister, der gottseidank nicht mehr im Amt ist.

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  2. von Ralf Krausmueller · 2.

    Habe auch die App runtergeladen und bewertet. Wir Landwirte können doch noch was erreichen - wenn wir an einem Strang ziehen

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  3. von Konrad Darscheid · 3.
    Habe heute die App selbst als Umweltverschmutzung in die App gemeldet...

    ..denn die Benutzung einer App setzt ein Smartphone voraus. Für die Herstellung eines Smartphones müssen riesige Minen im Kongo und anderen Ländern zur Gewinnung der Rohstoffe ("Seltene Erden") unter größter Umweltbelastung und Menschenausbeutung betrieben werden. Der CO2 Ausstoß durch Herstellung und Nutzung von smartphones wird allein für Deutschalnd auf ca. 1,4 Mio t. geschätzt. Somit trägt die App zu Umweltzerstörung und Klimawandel bei. Ich melde mich hier wieder, wenn ich eine Rückmeldung über die Bearbeitung meiner Meldung durch den selbsternannten Hilfs- Sheriff erhalten habe. Ich habe ja nicht anonym melden müssen, sondern mit offenem Visier. Auch wenn ich mich ja damit quasi selbst angezeigt habe, habe ja die App benutzt....

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  4. von Manuela Grammann-Gebken · 4.
    Landwirte

    Als Leibeigene. Arbeiten dürfen wir aber nur so wie andere es wollen. Und das sieben Tage die Woche.

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  5. von Armin Brader · 5.

    Die Menschenrechtspartei GRÜNE, "Die Würde des Menschen ist unantastbar", sieht uns Landwirte nicht als Menschen sondern als unwürdige Kreaturen, hatten wir das nicht schon mal?!?

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  6. von Ulrich Reinecke · 6.

    Ich finde es mutig und gut das sich Herr Lampert mit anderen Mitgliedern der Grünen von dem Vorgehen in Fintel distanziert. Ob eine Ablehnung ausreicht um die Gräben nicht noch tiefer werden zulassen wage ich zu bezweifeln. Eindeutig wäre den Kollegen bei den Grünen auszuschließen.

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  7. von Gerhard Steffek · 7.
    Lernfähig?

    Ist da von den Grünen einer lernfähig? Wünschenswert wäre es ja.

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