Grüne schlagen "Bundesprogramm Zugang zu Land" vor

"Bauernland in Genossenhand", titelt die taz
Bild: Lemken

Saat "Bauernland in Genossenhand", titelt die taz
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Die grünen Agrarpolitiker  
Friedrich Ostendorff, Norwich Rüße und Maria Heubuch fordern ein „Bundesprogramm Zugang zu Land – Chancen für neue Betriebe ermöglichen“. Laut einem Bericht in der Tageszeitung taz soll es „neue Finanzierungs- und Betriebsmodelle wie Genossenschaftsansätze oder Ansätze der solidarischen Landwirtschaft“ bekannter machen. Das Programm müsse auch dabei helfen, Hofgründer und Bauern zu informieren, die ihre Betriebe abgeben wollen. Zudem sei es nötig, Institutionen, Verbände und andere private Akteure zu vernetzen.

Die Abgeordneten reagieren damit auf die hohen Preise von Agrarland und das zunehmende Auftreten von außerlandwirtschaftlichen Investoren auf dem Bodenmarkt. Übrig bleibe eine ausgeräumte Agrarlandschaft in teilweise menschenleeren ländlichen Räumen, heißt es in dem Positionspapier.

In der „Solidarischen Landwirtschaft“ verpflichten sich die Kunden, regelmäßig einen finanziellen Beitrag für den Hof zu leisten, und bekommen dafür Lebensmittel, erklärt die taz dazu. Der Bauer müsse das betriebswirtschaftliche Risiko nicht mehr allein tragen und entkomme dem Preisdruck, den der LEH ausübt.

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11 Leserkommentare Kommentieren

  1. von David Ziegler · 1.
    Grüne Lüge!

    Die Grünen wollen keine Genossenschaften! Oder warum bekämpfen sie hunderte von Agrargenossenschaften in Ostdeutschland? Und wenn man nicht selber hetzt applaudiert man den anderen Hetzern, wie letztes Jahr in Sachsen-Anhalt zu den Hirngespinnsten von Aeikens. Allen muss klar sein: was die Grünen auch hervorbringen, oberste Ziel ist und bleibt die Zerstörung der Landwirtschaft!

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  2. von Peter Held · 2.
    Zukunft einer bäuerlichen Landwirtschaft

    Ich verstehe die Anregung von Ostendorf etwas grundsätzlicher, als Aufforderungen über solidarische bäuerliche Organisationsformen nachzudenken! Der bäuerliche Familenbetrieb ist in der Tendenz ein Auslaufmodell und das hängt primär mit der sich verändernden Familienstruktur in der gesamten Gesellschaft zusammen. Ich bestreite damit keineswegs, dass es möglich ist und sein sollte in familiaren Strukturen zu arbeiten, aber es sollte auch andere Modelle geben, genossenschaftlicher, solidarwirtschaftlicher und sonstiger Art. Es muss auch nicht unbedingt nur Bio sein. Es geht darum die Lebensperspektiven für möglichst viele in der ländlichen Bevölkerung zu sichern oder zu unterstützen. Agrar Großbetriebe weisen unübersehbare Wachstumsgrenzen auf, die man auch manchmal von der kritischen Agraröffentlichkeit zu Kenntnis nehmen sollte ( z.B. Fehlentwicklungen in der Zucht in der Hüher-, Putenhaltung, technische Modulation der Tiere für die Tierproduktion im großen Stil). Ich erlebe in meiner nächsten Umgebung eine ganze Reihe von Landwirten, die keinen Hoffolger/in mehr haben und das aus ganz unterschiedlichen Gründen (keinen Nachwuchs, kein Interesse, keine Eignung als Landwirt, zu schwierige Produktionsbedingungen, mangelnde Flexibilität in Bezug auf Markt- und Politikbedingungen, etc.). Auch bei mir läuft die 400 jährige Generationenlinie demnächst aus. Die Landwirtschaft sollte bäuerlich bleiben und ich bin sehr an Zukunftsmodellen interessiert und im übrigen läuft die Diskussion doch schon längst unter einigen Landwirten, nicht öffentlich aber im kleinen Kreise in ruhigen Ecken, nicht sorgenfrei aber unideologisch und vernünftig!

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  3. von Gerhard Steffek · 3.
    Genossenschaftsmodell!

    sozialistische Agrarkultur 2.0? Wie erfolgreich und ökologisch die Erste war hat man ja gesehen. Die "Herrschaften" schweigen sich aber auch geflissentlich über die Größenordnung der Betriebe aus. 20, 200 oder 2000 ha? Wieviel darf es denn sein? Leider wird das Genossenschaftsmodell oder eine andere rechtliche Gesellschaftsform so oder so kommen. Denn wenn das Größenwachstum der Betriebe so weitergeht, dann wird es aufgrund der Kapitalansammlung schon alleine beim "Vererben/Verschenken" ein Problem geben. Dann wird es nämlich zu teuer einen Betrieb als Privatmann zu übernehmen. Bäuerliche Landwirtschaft ade, es lebe die GmbH & Co KG!

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  4. von Gerhard Steffek · 4.
    Ausgeräumte Agrarlandschaft in teilweise menschenleeren Räumen!

    Was wollt ihr denn? Ist doch dann besser so! Dann hat der Wolf Platz! Ironie Ende

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  5. von Andreas Schmid · 5.
    Herr Ostendorf

    Er hat genug Fläche um damit anzufangen etwas davon für andere abzugeben.

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  6. von Diedrich Stroman · 6.
    Solidarische Welt

    In welcher traumhaften Welt leben diese Grünen Idealisten eigentlich sie basteln sich eine heile Welt,aber wie der tägliche harte Kampf ums Überleben der Bauern abgeht, den sie selber uns auferlegen durch immer neue Gesetze und Maßregelungen und was das dann für Betroffene Bauern auslöst wird einfach ignoriert ausgelöscht durch diese arrogante Besserwisserei werden nur Bäuerliche Familienbetriebe bei uns in Ostfriesland machen jetzt die Ferkelbetriebe und Milchviehbetriebe,die welche noch aufhören können die Türen dicht da sollte man sich mal Gedanken zu machen.

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  7. von Harald Finzel · 7.
    Greenwashing - die Nächste!

    Solawi dient den Kunden doch in erster Linie dazu, das eigene Gewissen zu beruhigen. Wenn man (je nach Saison) wöchentlich 3 kg ethisch korrekt erzeugten Salat abnimmt (von denen dann 2,5 kg im Müll landen), muss man sich keinen Kopf mehr über sein sonstiges Konsumverhalten machen. In der Betriebskantine schmeckt dann das Hähnchenfilet (wahlweise Billigstware aus China oder etwas teurer aus der pöhsen deutschen "Massentierhaltung", die man sonst für schlimmer erachtet als Krieg und Terror), garniert mit vietnamesischem Reis (der von Blligstlöhnern ohne jegliche Schutzausrüstung mit chemischen Mitteln behandelt wird, die in Deutschland längst verboten sind), gleich doppelt so gut. Als Dessert gibt es dazu wahlweise Südfrüchte aus israelischer Bewässerungskultur (wobei fossile Aquifere in den palästinensischen Siedlungsgebieten leergepumpt werden) oder März-Erdbeeren aus spanischen Treibhäusern (gepflückt von illegalen Billigstlöhnern aus Marokko). Und man kann am Wochenende beruhigt mit dem Spritfresser-VW-Diesel in die Berge oder ans Meer rauchen - äh- rauschen. Man hat ja mit seinen 80 Solawi-Euros genug für die Natur getan!

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  8. von Willi Kremer-Schillings · 8.
    Machen wir mal ein Rechenbeispiel

    Wenn man den Statistiken glaubt, gibt es heute in Deutschland rund 100 SoLaWi-Betriebe, weitere 100 sollen in Gründung sein. Dabei gibt es SoLaWi schon lange, es sei also die Frage erlaubt, warum es nicht längst mehr sind. Jetzt zur Rechnung: An einem solchen Betrieb beteiligen sich etwa 50 Personen. Wenn hinter jeder Person eine vierköpfige Familie steht, werden von diesem Betrieb 200 Personen versorgt. Macht in Deutschland 20.000 Menschen, die aus diesen Betrieben ihre Grundnahrungsmittel beziehen. Den Denkansatz an sich finde ich ja nicht schlecht aber es bedarf zur Realisierung Landwirte, die sich darauf einlassen und Konsumenten, die dies unterstützen. Einfacher wäre es doch, wenn es parallel eine mediale Unterstützung für den Einkauf im Bauernladen gäbe. Damit würde doch das gleiche Ziel erreicht und es wäre morgen wirksam. Ohne jegliche Änderung der Organisationsformen! Warum also nicht einfach? Oder muss es immer kompliziert sein?

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  9. von Detmar Kleensang · 9.
    Wieso so radikal?

    Wieso sollen solche Programme nur für Neugründer oder ihren Hof abgebende Bauern sein? Was ist mit den Bauern, die ihren Betrieb mit derlei Programmen als zweites Standbein weiter betreiben und sicherer aufstellen wollen? Sollen die leer ausgehen? Ostendorff und die Grünen sollten sich besser für den Erhalt von Betrieben einsetzen anstatt die Aufgabe und Neugründung zu erleichtern. Und wenn solidarische Landwirtschaft, warum dann nicht auch konventionell? Ginge sicher auch! So oder so kann dies nicht die Lösung für unsere ganze Branche sein. Dessen müssen sich alle bewusst sein! Nur die wenigsten werden mit solchen Landwirtschaftsmodellen erfolgreich sein können.

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  10. von Josef Doll · 10.
    Geht aber nach Ostendorff

    Nur wenn man auf Biobassis wirtschaften will . Oder anderst geschrieben nur BIO darf unterstützt werden. Ist das nicht ein bischen einseitig?? Zumindest wenn man von anderen Fordert (allso die Kontis sich selbst auflösen sollen) das Sie Bio immer noch mehr unterstützen müssen. Da kann ich nur folgen wenn der Betrieb über 250 ha oder mehr als 150 Kühe , oder mehr als 1500 Schweine oder bei........ diese Betriebe sollten IHR Wachstum selbst finazieren Denn ab dieser Größe und mehr kann der Größere den kleineren, zuminest in Einzelfällen, durch durchreichen der zusätzlichen Staatliche Hilfe langfristig zur Aufgabe zwingen. Das sind aber Biobetriebe auch nicht besser !!

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  11. von Hans-Eggert Rohwer · 11.
    Grüne Utopie

    Gab es schon vor 20 Jahren auf privater Basis. Grüne Wohlstandsbürger leisten sich zum ökologischen Wohlfühlen einen oder mehre landwirtschaftliche Leibeigene.

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