Gutachten belastet Felßner: Sickersäfte bewusst ablaufen lassen

Günter Felßner Günter Felßner
Bild: BBV
Vom Hof des mittelfränkischen Bauernpräsidenten Günter Felßner aus dem Laufer Ortteils Günthersbühl sind tatsächlich über einen längeren Zeitraum hinweg Silosickersäfte in das benachbarte Wasserschutzgebiet geflossen. Das bestätigt jetzt ein neues Gutachten der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth.

„Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen wir von der Einleitung von Silosickersäften in derartigem Umfang aus, dass strafbares Verhalten vorliegt“, sagte die Oberstaatsanwältin Anita Traud nach Informationen der Fränkischen Landeszeitung. Die endgültigen Ergebnisse des Gutachtens erwartet die Staatsanwaltschaft Ende Februar.
 
Der Verdacht, dass der stellv. Präsident des Bayerischen Bauernverbandes Gülle unerlaubt in dem Wasserschutzgebiet entsorgt hat, hat sich hingegen bislang nicht erhärtet. Allerdings steht hier laut Staatsanwaltschaft das Gutachten mit der Auswertung von Bodenproben, die in den vergangenen Wochen rund um den Felßner´schen Hof in Günthersbühl und auf dem benachbarten Waldgrundstück genommen, noch immer aus.
 
Zudem wird es jetzt auch für das Landratsamt Nürnberger Land eng, so die Zeitung weiter. Die Staatsanwaltschaft habe ihre Ermittlungen auf einen ehemaligen und zwei noch beschäftigte Mitarbeiter der Kreisbehörde ausgeweitet, die in Sachen Silosickerwässer mit dem Fall Felßner betraut waren. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass diese zu spät und möglicherweise nicht ausreichend tätig geworden seien, um das Ausfließen der Sickersäfte zu unterbinden, sagt Traud. „Wir gehen davon aus, dass sie spätestens seit März 2015 davon wussten.“

Die Umweltschutzbehörde soll unterdessen bereits bestätigt haben, dass das Landratsamt seit Ende 2014 über Probleme mit dem Auslaufen von Sickerwasser auf dem Hof informiert war. Zu diesem Zeitpunkt besaß der Landwirt trotz Vorschriften keinen Auffangbehälter für seine in das Wasserschutzgebiet hineinragenden Fahrsilos. Zwar baute Felßner nach Auflage der Behörde im Frühjahr 2015 einen provisorischen Auffangbehälter ein, doch erst mehr als ein Jahr später, im Sommer 2016, wurde eine fachmännische Lösung realisiert. Dazwischen seien Sickersäfte ausgelaufen.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Konsequenzen

    Was ist da jetzt alles schief gelaufen? Felßner und das Landratsamt haben da wohl zu spät reagiert. Wahrscheinlich wäre es wirklich das beste, er würde zurücktreten, wie man es von den Politikern und Wirtschaftsführern gewohnt ist... Nur wer zahlt ihm die Millionen, die Winterkorn bekommt????

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  2. von Gabriele Reitenauer · 2.

    Geht es um Mißstände in den eigenen Reihen, schweigen die Bauern auf topagrar. Geht es aber in einem Beitrag um jemand, der die Mißstände anprangert, wie z. B. Frau Hendricks, sind sofort viele, z. T. haßerfüllte Kommentare zu lesen.

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  3. von Hans-Hermann Nohring · 3.
    Sofortiger Rücktritt

    Nur durch einen sofortigen Rücktritt kann Felßner weiteren Schaden von der Landwirtschaft abwenden. Ansonsten erfüllte er das Klischee von Hendricks: " Zuviel Dünger das ist Fakt - ist fürs Grundwasser beknackt".

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