Handel gibt Eiern von Hennen mit intakten Schnäbeln Platz

Der Handel stellt Eier von Hennen mit intakten Schnäbeln in seine Regale. Ab Februar will auch Penny bundesweit solche Eier ins Programm nehmen. Die Händler fahren dabei verschiedene Strategien.

Ab Montag den 1. Februar sollen alle 2.200 Märkte des Discounters Penny Eier aus Bodenhaltung von Legehennen ohne gekürzte Schnäbel führen, teilte das Unternehmen in dieser Woche mit. Die Penny Eierkartons tragen das KAT- und das Ohne Gentechnik-Logo sowie das Pro-Planet-Label. Laut Penny bekommen die Legehennen ausschließlich GVO-freies Futter und haben Beschäftigungsmaterial wie Picksteine, Heu oder Stroh zur Verfügung.

"Mit der bundesweiten Listung der Eier von Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln zeigen wir, dass auch im preisaggressiven Discount-Bereich Fortschritte in Sachen Tierwohl möglich sind", begründet der Vorstand von Penny, Jan Kunath, den Schritt. Seiner Ansicht nach hätten die Kunden „eine klare Erwartungshaltung“ dafür.

Auf Eier von Legehennen mit ungekürzten Schnäbeln greifen bisher auch andere Händler zurück. Lidl, Globus, Hit, famila und Edeka Südwest hatten Anfang Januar bekannt gegeben, das sie in ihren Märkten Eier mit dem Label des deutschen Tierschutzbundes platzieren werden. Zum Kriterienkatalog des Tierschutzbundes gehören ebenfalls ein Verbot des Schnabelstutzens, Beschäftigungsmaterial und GVO-freies Futter. Es erfordert zusätzlich noch einen Kaltscharraum und reduzierte Besatzdichten.

Ab dem 1. Januar 2017 soll in Deutschland ganz auf die Einstallung von schnabelgekürzten Junghennen verzichtet werden. Darauf hatte sich die Geflügelbranche im vergangenen Jahr mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium geeinigt.

DTB: "Tierschutzlabel wäre jetzt die Krönung"

Anerkennende Worte findet Marius Tünte, Pressesprecher des Deutschen Tierschutzbundes. "Wir können nur an die gesamte Handelsbranche appellieren, dem Weg von Penny zu folgen und ebenfalls bundesweit solche Eier zu listen", sagte er. Allerdings sei der Verzicht auf Schnabelkupieren allein auch keine nachhaltige Lösung: Es ist seiner Meinung nach jetzt wichtig, die Haltungsanforderungen insgesamt tiergerecht zu gestalten. "Insofern werden wir neugierig beobachten, wie und mit welchen Maßnahmen die Zulieferbetriebe die Umstellung geschaffen."

Tünte hält es überdies für den noch konsequenteren Weg, wenn auch Penny Eier mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes verkaufen würde. Denn damit seien sowohl in der Einstiegs- als auch in der Premiumstufe weitere wichtige Schritte hin zu mehr Tierschutz in den Ställen gegeben, etwa durch einen in beiden Stufen vorgeschriebenen Kaltscharrraum und reduzierte Besatzdichten. "Der Verband steht für Gespräche bereit."

Hintergründe:

Tierschutzbund zufrieden mit Verbreitung des Tierschutzlabels (28.1.2016)
Tierschutzlabel: Eier, Milch und Rinder kommen dazu (8.1.2016)

Lesen Sie mehr

Leserkommentare Kommentieren

Es gibt noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste. Wir freuen uns über Ihre Meinung!

Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren