Hat V-Mann radikale Tierschützer zu Straftaten angestachelt?

Brand Am 30. Juli 2010 brannte ein leer stehender Maststall bis auf die Grundmauern nieder. Der Schaden: Rund 500.000 Euro.
In eine Gruppe radikaler Tierschützer aus Braunschweig hat sich offenbar letztes Jahr ein Tierrechtler integrieren können, der gleichzeitig Vertrauensmann (V-Mann) des Landeskriminalamtes war. In einem TV-Bericht hat der NDR mit den Tierschützern über den Fall gesprochen.
 
Die Mitglieder der Gruppe sind demnach zwischen 20 und 30 Jahre alt und offenbar für einige strafbare Aktionen verantwortlich. U.a. blockierten sie Werktore, indem sie sich an LKWs ketteten. Allerdings steht auch der Verdacht schwerer Brandstiftung im Raum, weshalb das LKA einen V-Mann einsetzte. Dieser sollte offenbar herausfinden, ob die Gruppe an den Brandstiftungen in Niedersachsen beteiligt war. Hier brannte z.B. 2010 in Sprötze ein leer stehender Maststall bis auf die Grundmauern nieder. Der Schaden betrug damals 500.000 Euro.
 
Nachdem sich der NDR per eidesstattlicher Erklärung abgesichert hat, dass die Tierschützer bei den Unschuldsbekundungen die Wahrheit gesagt hätten, schlagen sich die Reporter auf deren Seite und prangern den Einsatz des V-Manns an. Dieser habe sehr radikale Vorschläge gemacht und z.B. zu Brandanschlägen und LKW-Sabotagen geraten. Das Magazin „Hallo Niedersachsen“ fragt daher, ob der V-Mann bei seinen Aktivitäten selbst Straftaten begangen hat. So habe der „Verräter“ unter einem Pseudonym in einem sozialen Netzwerk folgenden Satz hinterlassen: "Advent, Advent ein Maststall brennt. Wer macht weiter?"
 
Aufgeflogen war der Ralf G. genannte V-Mann übrigens, weil bei den Aktionen der Gruppe, wie etwa beim Schlachthof Wietze, immer schon Polizei vor Ort war. Daher stellten die Aktivisten dem Maulwurf eine Falle, in die er auch tappte. Danach tauchte er unter.
 
top agrar meint: Die Kritik an einem V-Mann, der selbst Straftaten vorschlägt, ist berechtigt. Allerdings sollte der NDR die Distanz wahren und auch die Tierschützer, die sich selbst als radikal bezeichnen, nicht kommentarlos als „Die Guten“ darstellen. Der Bericht verharmlost damit die möglichen Gesetzesverstöße der Braunschweiger Gruppe.

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14 Leserkommentare Kommentieren

  1. von xf1 · 1.
    Die Ursachenfindung ist nicht schwer

    Man weiß ziemlich genau, aus welchem Eck zum zivilen Ungehorsam aufgerufen wird. Durch die direkte und indirekete Verflechtung mit allen möglichen links- und rechtsautonomen Gruppierungen, Bauernhassern, Tierhassern, radikalen Veganern und vielen anderen Gruppierungen nahe am Abgrund ist es bestimmt nicht einfach, die Täter herauszufiltern und deren Netzwerke zu zerschlagen. Genau daran muss letztlich die Demokratie gemessen werden. Terror ist in einer Demokratie nicht zu dulden, auch nicht gegen Bauern. Die Aufklärungsarbeit ist meines Erachtens zu lasch.

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  2. von toddelg · 2.
    xf1

    Da läuft das AbL-,BUND-Mitglied und Ex-Bauer zur Höchstform auf. Familienbetriebe werden dadurch kaputt gemacht.

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  3. von xf1 · 3.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-90931299.html

    "Eine Anleitung zum (zivilen?) Ungehorsam gibt's bereits online, vom Netzwerk "Bauernhöfe statt Agrarfabriken". 180 Initiativen gegen Großstall-Vorhaben wurden inzwischen gegründet, die meisten davon in Niedersachsen, wo sich längst auch CDU-Bürgermeister in den Protest einreihen. "40 Anlagen sind bereits verhindert", so die Berechnung von Netzwerksprecher und Widerstandsberater Eckehard Niemann."

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  4. von arching · 4.
    Eidesstattliche Versicherungen???

    Was die Wert sind, kennt man seit Tebartz van Elst ausreichend...wenn es nicht schon vorher bekannt war, dass es genügend Menschen gibt, die zu ihrem Nutzen und ihrer Verteidigung alles und jeden belügen.

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  5. von Slowfoot · 5.
    Google suche:

    >> Advent Advent ein Maststall brennt << gibt da viele Informationen im Netz, bleibt zu hoffen.dass es Herrn G. gut geht und das so bleibt. Da viele Veranstaltungen ins Blickfeld geraten sind, bleibt zu hoffen das möglichst umfangreich Daten wie email- Verkehr, Bewegungsprofile und Verbindungen von Gruppen ausgeleuchtet werden...

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  6. von steihei · 6.
    Komisch, die anderen sind es gewesen !

    Liebe sogenannte Tierschützer, nun sind die Brandstifftungen in der Öffentlichkeit und unter einen großen Teil der eigenen Sympatisanten auch nicht mit großen Ablaus belohnt worden, nun sollen es die anderen gewesen sein. Ich kann nur sagen die Sache stinkt zum Himmel! Ich würde sagen die ganze Bande die dort im Fernsehen war hat sich zumindestens der Mitwisserschaft von Straftaten schuldig gemacht ! Und dann der Mainstreamsender NDR ,das man für so etwas auch noch Geld bezahlen muß, ärgert mich immer wieder am Meisten !

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  7. von detmarkleensang · 7.
    Nicht dazugelernt

    V-Männer waren schon der Grund, warum das NPD-Verbots-Verfahren gescheitert war. Ähnlich dürfte es hier bei radikalen Tierschützern werden. Niemand kann mehr mit Sicherheit sagen, wie radikal die Tierschützer selber wirklich waren oder ob es der V-Mann war, der sie zu Straftaten aufgestachelt hatte. Justitiarisch eine Katastrophe. Man hätte wirklich lernen können, dass der Einsatz von V-Männern solche Strafverfolgungen nur schlimmer macht :-(

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  8. von powerbauer#002 · 8.
    NDR

    Hier gibt dem NDR keiner mehr ein Interview. Das haben wir gelernt. Es ist eine richtige linke Bande geworden. Und wenn dann noch Ludger Abeln der ja vom Lande kommt die Landwirte verunglimpft kann ich nur sagen: Gute Nacht"

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  9. von xf1 · 9.
    Hoffentlich hat der V-Mann ordentlich Daten gesammelt,

    sodaß die ganze Brut mit allen Kontakten mal richtig durchleuchtet, und deren wahrscheinlich zahlreiche Straftaten geahndet werden können. Es würde mich nicht wundern, wenn alle Fäden an einem bestimmten Ort zusammenlaufen würden.

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  10. von meyenburg33 · 10.
    Der NDR

    schlägt sich auf die Seite von Kriminellen. Im Westen nix Neues.

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  11. von preuße · 11.

    Die Art der Beweisführung so mancher Tierschützer, insbesondere wie sie in einigen Sendungen der ARD dargestellt wurden, ist schon mehr als fragwürdig. Illegalerlangte Beweise sind in Deutschland vor Gericht nicht verwertbar - im Gegenteil, die Art und Weise der Beweisbeschaffung kann sogar strafrechtlich relevant sein. Deswegen wird auch die Staatsanwaltschaft sehr vorsichtig sein, aufgrund solcher Hinweise aktiv zu werden. Allerdings, wenn an den dargestellten Vorwürfen auch nur ein wenig Wahrheit dran ist, dann dürfen wir diese Tierhalter auch nicht unter den Schutz unseres Berufsstandes stellen. Während diese nämlich ihre drei Finger heben darf die Allgemeinheit der Bauernfamilien wieder die Suppe auslöffeln.

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  12. von grubber7 · 12.
    Das ich nicht lache..

    ich habe es immer schon gewußt Tierschützer sind per se Gutmenschen. An einen V-Mann hatte ich allerdings noch nicht gedacht, der sie dazu zwingt Straftaten zu begehen....Merkt hier eigentlich noch jemand etwas????

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  13. von eniemann · 13.
    Bitte klarere Trennung von Meldung und Kommentar

    Ich finde es ok, dass top agrar gesondert seine Meinung dazu kundtut - nur hätte man dann wirklich alle kommentierenden Meinungsäußerungen in diesen letzten Absatz packen müssen. So aber verbleiben im Haupttext doch immer noch etliche Kommentierungen...

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  14. von ach.rit · 14.
    Finds toll....

    Ich find´s toll das Top Agrar eine "Meinung" zum Thema hat....weiter so !

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