Heidl: „Für Bayerns Bauern steht viel auf dem Spiel“

Walter Heidl Walter Heidl
Bild: ZLF

Am heutigen Dienstag diskutieren die Agrarminister von Bund und Ländern in Brüssel mit Vertretern der EU-Kommission über die Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). „Damit aus den Plänen von EU-Agrarkommissar Phil Hogan kein Bürokratiemonster wird und die vielen Nebenerwerbslandwirte in Bayern nicht aus der Förderung gekegelt werden, müssen sich die deutschen Agrarminister jetzt für die nötigen Nachbesserungen einsetzen“, sagt Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl. „Die bäuerlichen Familienbetriebe brauchen eine verlässliche und wirksame Förderung.“

Besonders kritisch sieht Heidl die Pläne, wonach künftig nur noch „echte Landwirte“ gefördert werden sollen. „Etwa zwei Drittel der Landwirte in Bayern bewirtschaften ihren Betrieb im Nebenerwerb oder haben sich durch die Direktvermarktung, durch Bioenergie oder Bauernhofurlaub zusätzliche Einkommensstandbeine erarbeitet“, sagt Heidl. „Es kann und darf nicht sein, dass diese Bauern von der Förderung ausgeschlossen werden oder einen riesigen Wust an Nachweisen erbringen müssen!“

Außerdem birgt die geplante GAP-Reform die Gefahr, die Agrarumweltmaßnahmen in Bayern auszuhebeln. „Jeder zweite Landwirt in Bayern macht beim Kulturlandschaftsprogramm oder im Vertragsnaturschutz mit. Wenn EU-Agrarkommissar Hogan nicht nachbessert, könnten diese erfolgreichen Programme wegen Vorgaben aus Brüssel womöglich nicht fortgeführt werden“, sagt Heidl. „Damit stehen die freiwillige Leistungen der bayerischen Bauern für Artenvielfalt, Klimaschutz und Umweltschutz und der bayerische Weg in der Agrarpolitik auf dem Spiel.“

In Bayern werden im Moment fast 40 Prozent aller Felder und Wiesen nach den Vorgaben der bayerischen Agrarumweltmaßnahmen bewirtschaftet. Damit leisten die bayerischen Programme der zweiten Säule der EU-Agrarpolitik einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz.

Bauernpräsident Walter Heidl appelliert deshalb an die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, sich in Brüssel für eine finanziell stark ausgestattete EU-Agrarpolitik und für eine praxistaugliche Ausgestaltung bei den Direktzahlungen in Verbindung mit der zweiten Säule stark zu machen.

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