Hetzkampagne wegen Kuhquälerei: Jetzt spricht der Landwirt

NOZ Artikel aus der Neuen Osnabrüker Zeitung vom 30.11.2017
Bild: noz.de

Nach einer Anzeige von Anwohnern hatte der Landkreis Emsland im Februar 2017 den Papenburger Landwirt Otto Westrup angezeigt, weil er angeblich zwei Milchkühe auf einer Wiese gequält haben soll. Gegenüber dem Delmenhorster Kreisblatt (Neue Osnabrücker Zeitung) stellte der 66-Jährige klar, die Vorwürfe, auf die dann auch die Organisation Peta aufsprang, seien „nachweisbar falsch, absurd und perfide“.

„Ich habe das Gefühl, hier musste die Volksseele beruhigt werden und man zieht deshalb, wie bei einer modernen Hexenverbrennung, meinen Namen durch den Dreck“, sagt der Nebenerwerbslandwirt mit etwa 50 Tieren und 10 ha Land.

So war es wirklich...

„Richtig ist, dass es zwei Milchkühe gab, denen es gesundheitlich nicht so gut ging. Aber so etwas kommt bei jedem, wirklich jedem Betrieb einmal vor“, berichtet Otto Westrup. Bei einer Kuh habe der Tierarzt eine Totgeburt diagnostiziert. Beim Versuch, die „Frucht“ aus dem Geburtskanal der Kuh zu entfernen, seien Teile des Kadavers in der Mutterkuh verblieben. Ihm und dem Tierarzt sei bewusst gewesen, dass innerhalb kürzester Zeit bei der Mutterkuh eine Leichenvergiftung droht, dennoch hätten beide die Hoffnung gehabt, dass der Rest des Kadavers auf natürliche Weise ausgeschieden werde. „Der Tierarzt hätte die Kuh am darauffolgenden Montag, also vier Tage später, untersucht und dann eingeschläfert“, betont Westrup.

Gleiches hätte auch für die zweite erkrankte Kuh gegolten, die an einer Verletzung der Achillesferse gelitten habe, nach Angaben des Landwirts verursacht von „einem zu aggressiven Deckbullen“. Dieser sei daraufhin auch aus dem Stall entfernt worden. „Auch diese Kuh war nachweislich in tierärztlicher Behandlung und hat Antibiotika sowie Schmerzmittel bekommen“, betont Westrup, der, genauso wie der Tierarzt, auch bei dieser Kuh die Hoffnung gehabt habe, dass sie noch gesund werden würde.

Kadaver beschlagnahmt

Beide Kühe lagen laut dem Tierhalter draußen neben dem Stall und seien gut versorgt gewesen. Das sahen Anwohner offenbar anders und verständigten die Polizei, die wiederum den Kreis anrief. Das Veterinäramt hatte dann nach einer Obduktion Anzeige erstattet, das Strafverfahren mündete am 14. November in einem Strafbefehl des Amtsgerichts Papenburg mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 25 Euro (also 1125 Euro). Das bestätigte Amtsgerichtsdirektor Harald Deeken auf Anfrage. „Die Sektion der beiden Tiere hat ergeben, dass sie an Erkrankungen gelitten haben, die behandlungsbedürftig gewesen wären und die den Tieren erhebliche Schmerzen und Leid zugeführt haben“, zitiert Deeken aus dem Urteil.

Der Landwirt betonte im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung noch einmal, dass es nicht stimmen würde, dass die Tiere nicht in Behandlung gewesen seien. Das habe er bei einer Vernehmung der Polizei gegenüber auch ausgesagt und das könne er belegen. Westrup betont auch, dass bei Kontrollen seines Stalles im März, September und Ende November keine tierschutzrelevanten Verstöße festgestellt wurden.

DMK setzt Liefervertrag bis zur Klärung aus

„Ich habe den Stall 2014, trotz meines hohen Alters, bauen lassen. Die Kühe haben hier 180 Tage im Jahr Zugang zur Weide, beste Bedingungen bei Helligkeit, Belüftung und Platzangebot. Die Milch hat im Hinblick auf Fett- und Eiweißgehalt überdurchschnittliche Qualität. Ich kümmere mich um meine Tiere, und das in den gesamten fast 50 Berufsjahren. Mir Tierquälerei vorzuwerfen, ist absurd“, so der Landwirt, der derzeit täglich etwa 500 Liter Milch in den Abfluss laufen lassen muss.

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8 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Wilhelm Grimm · 1.
    Stimmt es eigentlich, dass der NABU vor einiger Zeit seine eigenen Rinder ertrinken lassen hat ?

    Sollte das stimmen, was ist daraus geworden und welche Strafen sind verhängt worden?

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  2. von Max Schmalzbauer · 2.
    Genossenschaft ???

    schon irgendwie traurig, wenn eine Genossenschaft einer dubiosen NGO wie Peta mehr glaubt als ihrem Mitglied. Wie solche Organisationen ticken dürfte doch inzwischen auch den Verantwortlichen des DMK bekannt sein. Wenn eine Molkerei glaubt den Zielen einer hardcore-vegan Bewegung entsprechen zu können, stellt die sich selbst in Frage.

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  3. von Wilhelm Gebken · 3.
    Ich kann nur jedem Landwirt empfehlen: Wehrt Euch!

    Ich erlebe es immer immer wieder, dass Berufskollegen nachweislich falsche Bescheide hinnehmen um "keinen Ärger" zu bekommen. Aus diesem Grunde haben wir jetzt schon (zumindest im Emsland) die Situation, dass ALLE Behörden im Zweifelsfalle und zum Selbstschutz zunächst einmal negative Bescheide rausschicken, oft sogar ohne die vorgeschriebene Beteiligung und Begründung und dann einfach abwarten was passiert. Nur in den seltensten Fällen kommt ein Widerspruch oder eine Klage. Weil man aber durch die Untätigkeit und Angst der allermeisten Bauern sehr viel Zeit eingespart hat, ist es ein Leichtes sich auf die wenigen "Querulanten" einzuschießen. Wir sind also selber Schuld, dass sich die Behördenmitarbeiter täglich über die dummen Bauern kaputtlachen, anstatt in Widerspruchs- und Klageverfahren zu ersticken.

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  4. von Gerhard Steffek · 4.
    @keinen Arsch -

    siehe auch die Molkerei Piding.

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  5. von Hermann Stroemer · 5.
    Keinen Arsch

    in der Hose unsere Molkereien.

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  6. von Josef Vietoris · 6.
    Liebe Anwohner, Spaziergänger und andere selbsternannte Experten

    steckt uns alle, die wir uns tagtäglich um unsere Tiere kümmern einfach in den Knast! Die Tierärzte gleich mit! Und dann habt ihr freie Bahn, alles besser, schöner, richtiger und tierschonender zu machen. Oder ihr kauft eure Milch im Aldi; wo die herkommt ist ja dann egal, Hauptsache ihr müsst es nicht mehr sehen ! Waltraud Vietoris

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  7. von Josef Doll · 7.
    Wäre ich jetzt Peta

    könnte ich behaupten es stimmte der Landwirt ist ein Tierquäler. Als Beweis sind die 45 Tagessätze a 25 € als quasi Schuld zu bewerten !! 25 € als Tagessatz beweist der ist ein Ofer und hat nichts drauf !!! Die Tatsache das der Landwirt und vielleicht Morgen auch ich in diesen Strudel geraten könnte ist sehr hoch !! Somit rufe ich unsere Agrarloby auf ( Agrarzeitungen, Stallbaufirmen, Bauern ......... eine Fond zu gründen die solchen Landwirt ermöglichen sollte, solche ,ich nenne das Anfeindung , so zu bekämfpen wie es unsere Gegner tun -------- den Gang, durch die Instanzen und wenn das 50.000 € kostet . So wie es jetzt läuft sind wir Schafe die Blöcken können aber alles hinnehmen --------Sie werden ---------- ABER NICHT BEISEN--------- Somit sind DIE/WIR leichte Opfer und werden auch So behandelt !!!!!!!

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  8. von Gerd Schuette · 8.
    Dank an die Redaktion

    Recherchieren und die beteiligten Parteien hören, keine Vorverurteilung und möglichst objektiv berichten.

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