Hof abgebrannt: Petas Anzeige gegen die Bauernfamilie empört Bürger

Feuerwehr Priorität der Feuerwehr lag zunächst auf der Rettung von rund 400 Mastschweinen, ca. 45 Kühen, Rindern und etwa 20 Kälbern
Bild: Feuerwehr

In Werne-Horst ist kürzlich – vermutlich aufgrund eines technischen Defekts – ein Schweinestall abgebrannt. Durch den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehr und vieler Helfer konnten bis auf etwa 20 Tiere alle Schweine gerettet werden, berichten die Ruhr-Nachrichten. Dennoch erstattete die Tierrechtorganisation Peta Anzeige gegen den Landwirt, wie seit einigen Jahren immer bei solchen Schicksalsschlägen.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigte die Strafanzeige gegen den Betriebsleiter. Die Tierhaltungsgegner von Peta werfen ihm vor, durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen billigend in Kauf genommen zu haben, dass die Schweine bei einem Feuer qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen.

„Bei Bränden in Tierställen erstatten wir generell Strafanzeige“, teilt Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung der Peta Deutschland, auf Anfrage der Ruhr-Nachrichten mit. „Diese Brände werden vielfach durch erhebliche Mängel beim Brandschutz und durch marode technische Anlagen ausgelöst“, sagt Haferbeck weiter.

Jörg Heckenkamp, Redaktionsleiter der Ruhr-Nachrichten sieht hier jedoch einen „ganz faden Beigeschmack“. „Die Begründung ist die Umkehrung unseres Rechtsverständnisses. Peta geht forsch davon aus, dass solche Brände meist durch Fehler in den Anlagen oder beim Brandschutz ausgelöst würden. Also: Der Bauer selbst hat zumindest indirekt den Brand und damit das Leiden der Tiere verursacht. Egal, ob bereits Beweise oder zumindest Hinweise dafür vorliegen“, kommentiert er.

Feuer Teilweise musste die Dachhaut geöffnet werden, um ein übergreifen der Flammen auf nicht betroffene Gebäude zu verhindern.
Bild: Feuerwehr
Nach Veröffentlichung der Nachricht reagierten viele Bürger auf Facebook fassungslos über die Unverfrorenheit von Peta und stärken der Bauernfamilie den Rücken. Auch, dass die einzige Quelle der Aktivisten für ihre Anzeigen stets nur Presseberichte über die Brände sind und sich niemand selbst vor Ort informiere, stößt in den Sozialen Netzwerken negativ auf. Schon die Unterbringung der Schweine unter dem Dach wertet Peta als weiteren Beleg für ein Versagen des Landwirtes. Ein Leser verlangt daher etwa, dass Peta erstmal Beweise liefern müsse, bevor man den Landwirt pauschal verurteile.

Immerhin: Die Anzeigen von Peta sind in der Regel erfolglos, wie die Zeitung von Vertretern des Bauernverbandes und der Staatsanwaltschaft in Dortmund erfuhr. Ortslandwirt Robert Schulze Kalthoff wertet die Klage als Marketing-Versuch von Peta, der letztlich darauf abziele, „in die Öffentlichkeit zu kommen und Spendengelder zu erhalten“.

Feuer Die Feuerwehr konnte sowohl das Wohnhaus als auch weitere Stallungen vor dem Übergreifen der Flammen schützen. Die getroffenen Maßnahmen führten zudem dazu, dass rund 450 Tiere gerettet werden konnten. Durch die Hilfe der Nachbarn und mit mehreren Viehtransporter wurden die Tiere zu umliegenden Höfen transportiert und dort versorgt.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Harald Finzel · 1.
    Verfahrenskosten dem Anzeigeerstatter in Rechnung stellen!

    Dies wäre mal wieder ein Thema, womit der DBV in die Offensive kommen könnte: Indem man fordert, dass der offensichtliche Missbrauch des Rechtssystems durch derartige Serien-Anzeigen nicht zu Lasten der Allgemeinheit, sondern zu Lasten des Missbrauchenden geht. Alleine, so viel Mut traue ich der DBV-Führung mittlerweile nicht mehr zu....

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