Immer weniger Schäfer und Schafe in Deutschland

Weidetierhaltung: Geliebt. Gewollt. Geopfert Video: "Weidetierhaltung: Geliebt. Gewollt. Geopfert"
Bild: www.weidetierhaltung-wolf.de

Laut aktuellem Bericht zur Agrarstruktur gab es 2016 noch 18.000 Schafhalter mit 1,28 Mio. Mutterschafen, 33% weniger als 2005. 989 Berufsschäfer mit mehr als 320 Mutterschafen halten 52 % der Schafe in Deutschland. Das sind 13% weniger Bertriebe als es 2010 waren, schreibt Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

"Es gibt kaum noch Schäfer vor allem fast keine Wanderschäfer mehr in Deutschland und das kann sichtbare ökologische Folgen haben, denn die Schafe  betreiben nicht zuletzt Landschaftspflege", mahnt er. Schäfer und Schafe würden nicht nur das Gras kurzhalten, sondern auch den Boden verdichten, was für die Stabilisierung von Deichen wichtig sei. Die Leistung, die ein Schäfer bei der Landschaftspflege erbringe, müsse von der Gesellschaft gewürdigt werden, so Schmücker.

Eine Begrenzung der Wolfpopulation ist unausweichlich

Schmücker setzt sich auch intensiv für eine Begrenzung der Wolfspopulation ein. "Wir erheben unsere Stimme und warnen vor einer unkontrollierbaren Populationsentwicklung, obwohl alle Fakten einschließlich der aktuellen Monitoringergebnisse in reichem Maße als umsetzbare Kompetenz in der Literatur vorliegen. Gehandelt werden muss jetzt, bevor es zu spät ist! Das Fehlen von Fakten und Wissen über Wölfe in der Öffentlichkeit verursacht ein Vakuum", so der Schafhalter. Er verweist auf Studien von GRANLUND 2015 und HERZOG 2016. Die Szenarien der Eigendynamik des Wolfes würden darin für unterschiedliche Reproduktionsprozente klar ausgewiesen.

"Der Wolf-Bestand ist nicht gefährdet und befindet sich in einem selbst erhaltenden Zustand. Die Übernahme des Wolfes aus Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie ist ein Gebot der Stunde und schnellstmöglich von der Administration in Deutschland und der EU umzusetzen", so Schmücker weiter unter Verweis auf MEYER-RAVENSTEIN 2011 sowie WITH & KOTZUR 2016.

Zwischen der Lüneburger Heide und Weißrussland wüerden mehrere tausend Wölfe in einem Verbreitungskontinuum leben, das in Russland bis zum Fernen Osten reicht. Der genetische Austausch sei durch intraspezifische Mechanismen seit jeher, selbst bei 100 Wölfen auf deutschem Territorium, gesichert. "Der Wolf ist nach wie vor ein Konkurrent von Mensch, Weidewirtschaft und Schalenwild", so der Vorsitzende; nachzulesen bei GEIST 2014, MISHIN & ROMASHOV 2014, KORYTIN & BOLSHAKOV 2014 und EREGDENEDAGVA et al. 2016.

Der Verein bei Facebook: https://www.facebook.com/Weidetierhaltung-Wolf-1370340099656662/

Homepage: www.weidetierhaltung-wolf.de


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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Qualitätssicherung bei den Wolfsfachleuten nötig!

    Das Vakuum besteht nicht nur im Wissen sondern auch in den Köpfen mancher "Wolfsfachleute". Statt Wissen zu besitzen herrscht Unwissen. Statt zu schweigen, wenn sie keine Ahnung haben, verbreiten sie Lügen.

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  2. von Jörg Meyer · 2.
    Glyhosat verbieten

    Schließlich ist dieses Pestizid nach Mehrheitsmeinung am Artensterben schuld, was interessiert hier Wissenschaft! Nur zu liebe Politiker ist doch für euch wahrscheinlich logischer als das der liebe Wolf daran schuld sein könnte . Glyphosat verbieten und die Schafe werden wieder mehr!!

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