Insektensterben verschont auch häufige Arten nicht

Wespe Wespe
Bild: Harry Hautumm / pixelio.de

Während die Wissenschaft bislang davon ausgegangen ist, dass besonders die Spezialisten unter den Insekten - also Tiere, die auf einen besonderen Lebensraum angewiesen sind - vom Artensterben bedroht sind, zeichnen neue Forschungsergebnisse ein anderes Bild.

Mitarbeiter vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut (SDEI) Müncheberg konnten gemeinsam mit Kollegen der TU München bei Untersuchungen mit Schmetterlingen nachweisen, dass künftig auch die sogenannten „Allerweltsarten“ massiv gefährdet sind.

Als Gründe für den Rückgang dieser „Generalisten“ nennt das Forscherteam eine Verinselung von Lebensräumen sowie die Intensivierung der Landwirtschaft. Auch die genetische Vielfalt der untersuchten Arten dürfte laut der Studie zukünftig stark abnehmen; in Folge reagierten die Insekten sensibler auf Umweltveränderungen.

Das Wissenschaftlerteam legt in seiner Studie dar, dass Arten mit geringen Ansprüchen an ihren Lebensraum auf den Austausch zwischen verschiedenen Populationen angewiesen seien. Die Untersuchungen machten ferner deutlich, dass weitverbreitete Arten über einen merklich vielfältigeren innerartlichen Genpool verfügten als Arten, die sich auf einen speziellen Lebensraum angepasst hätten.

Sofern die Tiere jedoch aufgrund einer Verinselung ihrer Lebensräume nicht mehr die Möglichkeit hätten, diese genetische Vielfalt durch Austausch aufrechtzuerhalten, dürfte ihnen die Anpassungsfähigkeit an veränderte Umweltbedingungen fehlen. Mit zunehmender Zeit und einer weiteren Verschlechterung der Lebensräume sowie des Zusammenbruchs von Lebensraumnetzwerken nehme die Gefährdung auch für weitverbreitete, „anspruchslose“ Arten daher zu.

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Intensivierung der Landwirtschaft

    ist ein Schlagwort, ja geradezu ein Kampfbegriff geworden. Gibt es hierzu wirklich wissenschaftlich oder auch nur andeutungsweise belegte Fakten? Allein der Ertrag kann nicht als ein Faktum für eine Intensivierung gelten, da hier viele Dinge eine Rolle spielen. Auch 1989 waren die Äcker nicht voller Unkraut und Insekten. Werden seitdem wirklich mehr insektengefährliche Pflanzenschutzmittel eingesetzt? Seither gibt es viele extensivierte Flächen, durch Umwelt und Ausgleichsmaßnahmen. Manchmal scheint mir der Begriff "Intensivierung der Landwirtschaft" nur eine wohlfeile Nebelkerze von verschiedenen Seiten zu sein, wenn man nichts konkretes vorbringen kann.

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  2. von Hermann Kamm · 2.
    joachim löber gescheidheit mit den Löffel gefressen??????????????

    Bio sind wohl die guten? Da gibt's auch genügend schwarze Schafe. Artenvielfalt liegt nicht an Bio oder konventionell.

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  3. von Joachim Löber · 3.
    Artenvielfalt

    Aus der Werbung für Agrargifte heißt es: "hier wächst Mais sonst nix" Oder: "hier wächst Weizen sonst nix" Ja das stimmt und das ist die Ursache für den Artenrückgang! Ihr Biobauer

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  4. von Gerhard Steffek · 4.
    Verinselung!

    braucht einen eigentlich nicht wundern. Immer mehr Lebensräume werden von Straßen zerschnitten. Durch den stetigen Straßenverkehr mit seiner "Duftwolke" an Autoabgasen verhindert dieser doch das Insekten ihre Nahrungsgrundlage auf der anderen Seite der Straßen finden können. Dadurch verliert sich der Austausch zwischen den Biotopen und man braucht sich nicht wundern, verarmt, bzw. spezialisiert sich die ganze Insektenwelt. Inseln sind hierzu doch auch schon mal das beste Beispiel. Einsame Inseln haben ihre eigene Tier- und Pflanzenwelt. Es ist natürlich einfacher und dem Volk von der Straße schneller erklärt, schimpft man auf die industrielle Landwirtschaft. Diese Kritiker sollen doch mal erklären, wie sie sich eine nicht industrielle Landwirtschaft vorstellen, wenn keiner die Arbeit machen will. Das fatale dabei ist doch die Zwangslage des Landwirtes. Will er seinen Betrieb erhalten, dann muß er wachsen um nicht von den Kosten erdrückt zu werden. Ist es nicht so, daß auch ein aufgegebener Betrieb noch Kosten verursacht? Bei den aufgegeben Betrieben sind wir aber auch wieder beim nächsten Punkt. Jeder aufgegebene Betrieb ist ein verloren gegangenes Biotop. Kein Stall keine Schwalben, da kein Lebensraum mehr. Kein Landwirt, eventuell auch kein Imker mehr. Denn wie viele Bauern der älteren Generationen waren nicht auch gleichzeitig Imker? Ich habe aber keine Hoffnung dahingehend, daß unsere Grünen und ihr Anhang diesen Zusammenhang erkennen. Denn ansonsten müßten sie sich ja an die eigene Nase fassen, da sie am Bauernsterben einen nicht unerheblichen Anteil haben.

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  5. von Wilhelm Grimm · 5.
    Eine Verinselung kommt auch im Bereich der Wissenschaft vor.

    Als Gründe für den Rückgang der "Generalisten und der "Allerweltsarten" werden die Verinselung von Lebensräumen und die Intensivierung der Landwirtschaft ausgemacht. Belege für diese "wissenschaftlichen" Erkenntnisse werden nicht genannt, aber intensivierte Landwirtschaft ist böse, logisch.

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