Ist Glyphosat für Botulismus bei Rindern verantwortlich?

Der Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff Glyphosat könnte dauerhafter und schädlicher sein, als bislang angenommen. Wie Untersuchungen der Uni Leipzig zeigen sollen, sei das Herbizid bei Mensch und Tier in der Nahrungskette nachweisbar. Vor allem bei Rindern sei Glyphosat im Urin messbar, erklärten die Tierärzte um Prof. Monika Krüger am Dienstag in der MDR-Sendung Fakt.

Die Leipziger Forscher vermuten, dass Glyphosat auch mit dem rätselhaften chronischen Botulismus zu tun haben könnte. Der Studie zufolge tötet Glyphosat gesundheitsförderne Bakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien ab und bringt so das Gleichgewicht im Magen-Darm-Trakt durcheinander. Die Wissenschaftler stellen die These auf, dass die Vergiftung mit Glyphosat auch krank machenden Keimen wie dem gefährlichen Botulismuserreger den Weg ebnen kann.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin stellt hingegen klar, dass negative Auswirkungen von Glyphosat auf Bakterien nicht bekannt seien. Es sei erwartbar, dass das Herbizid auch in Menschen nachgewiesen werde. Wenn die gesetzlich festgelegten Höchstgehalte in Lebensmitteln nicht überschritten werden, sei das Auftreten solcher Rückstände möglich, gleichwohl aber gesundheitlich unbedenklich.

Der US-Konzern Monsanto weist unterdessen sämtliche gesundheitlichen Bedenken zurück. In einer schriftlichen Erklärung heißt es, Glyphosat sei umfassend untersucht und als sicher eingestuft worden. Die Chemikalie sei für Pflanzen tödlich, weil sie einen Stoffwechselweg unterbreche, den Mensch und Tier nicht hätten. Deshalb sei eine Gefährdung von Mensch und Tier unwahrscheinlich. (ad)

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von rita#001 · 1.
    Glyphosat im Soja!

    Die Grenzwerte im Soja wurden von 0,1 auf 20 mg/kg erhöht! Diesen Mist haben unsere Kühe nicht verdient.Nur gentechnikfreie Futtermittel sichern die Gesundheit von Mensch und Tier.

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  2. von Doris Peitinger · 2.
    Die Versprechen Monsantos

    Es wäre nicht das erste Mal, dass Monsanto eines seiner Produkte als unbedenklich und sicher einstuft, und sich erst im Nachhinein herausstellt, wie schädlich es ist. Ich erinnere nur an PCB, das sich nun überall in der Umwelt angereichert hat. Wir sollten höchst vorsichtig dabei sein, derartigen Versprechen erneut zu glauben - von einem Unternehmen, für das nichts anderes zählt, als die Bauern abhängig zu machen und in diesem Zuge immer mehr Gewinne einzufahren. Im übrigen gibt es bereits eine Reihe von Studien, die Glyphosat und weitere Nebenprodukte im Roundup als höchst gefährlich einstufen. Zeit, dass hier einmal durchgegriffen wird.

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  3. von elinge · 3.
    Botulismus habe ich gehabt nach

    Dem ich Weizenabfall in der Bucht eingestreut habe.(zwei Säcke)Dieser ist nicht mit Glyposat gespritzt worden. Zwei Kühe frassen wie verrückt davon bekamen Druchfall und verendeten auch daran. Dieser Vorfall war vor 10 Jahren danach konnte ich mich nicht mehr auf solch eine Krankheit mehr erinnern.

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  4. von futtersilo · 4.
    Problem ist das Stroh

    Stroh ist das Problem. In die Tierhaltung gehört weder verpilztes Stroh noch Stroh aus abgespritztem Getreide. Der Glyphosat Einsatz sollte sich auf 3 l / ha beschränken. Das Problem scheint jedoch ein Problem des Pfluglos-Ackerbaus zu sein. Alleine über Soja bekommt man keine relevanten Mengen Glyphos in die Kuh. So blöd waren die "alten" bauern nun auch nicht.

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  5. von preuße · 5.

    Auch in der konventionellen Landwirtschaft müssen wir uns immer unserer Verantwortung bewußt sein. Das gilt umso mehr beim Einsatz von Pflanzenschutzmittelen; sprich Gift. Insbesondere beim Glyphosat bekommt man hier und da den Eindruck als wenn dies ein Allheilmittel darstellt. So einfach darf man es sich nicht machen. Wenn an den aufgestellten Thesen etwas dran ist, dann ist es zwingend notwendig diese Zusammenhänge schleunigst zu erforschen. Dann kann man die richtigen Schlüsse ziehen und mit einem verantwortungsbewußtem Umgang eventuelle Risiken weiter minimieren.

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  6. von alorie · 6.
    Zusatzstoffe...???

    War da nicht einiges an Zusatz-, Hilf, und sonstigen SToffen mit im Spiel???

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  7. von blabla · 7.
    ...

    ....ist jetzt die Frage, wie Bakterien auf Glyphosat reagieren. Da der Mensch mehr Bakterien in und an sich trägt als er Körperzellen besitzt, dürfte dies nicht unerheblich sein. Von den Wiederkäuern ganz zu schweigen.

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