Junglandwirte Nds: "Pachtpreisbremse ist ein leeres Versprechen"

Ackerbau Ackerbau: Die geplanten Die Regelungen fallen sogar hinter die Bestehenden zurück!
Bild: Landvolk

Als „leeres Versprechen“ stufen Niedersachsens Junglandwirte den Entwurf des Niedersächsischen Landwirtschaftsministers zum Agrarstruktursicherungsgesetz ein. Sie befürchten, dass das von Minister Christian Meyer sehr plakativ formulierte Ziel „Bauernland in Bauernhand“ sich genau ins Gegenteil verkehren wird.

„Der Gesetzentwurf birgt sehr viel Sprengstoff für die bäuerliche Agrarstruktur“, befürchtet Eric Brenneke als Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen. Er sieht zudem den dörflichen Frieden in Gefahr. Die Junglandwirte erwarten eine Beteiligung der jungen Generation an dem Gesetzentwurf, denn mit diesem Gesetz werde über ihre Zukunft entschieden.

Die Junglandwirte haben in einem Brief an den Agrarausschuss des Landtages einige Beispiele aufgelistet, um die befürchteten Nachteile darzustellen. So sehen sie durch das Vorkaufsrecht der Siedlungsgesellschaften einen steigenden Wettbewerb um den knappen Faktor Fläche. Junglandwirten werde damit zukünftig der Flächenerwerb über den freien Markt deutlich erschwert. Einen zunehmenden Druck auf knappe Flächen dürfte auch das Vorkaufsrecht für Ersatzflächenpools sowie Naturschutzverbände auslösen.

Im Falle der Naturschutzverbände sieht die junge Generation auf den Höfen sogar einen Rückschritt: Die Regelungen fielen hinter die Bestehenden zurück. Als Ohrfeige für die Qualität ihrer beruflichen Qualifikation stufen die jungen Landwirte das geplante Prinzip der Gleichstellung von Interessenten mit Betriebskonzept ein. Es fehle die Kontrolle zu dessen späterer Umsetzung. In der Summe fällt der Gesetzesvorschlag bei denjenigen, denen er vermeintlich Schutz bieten soll, damit völlig durch und bedarf einer grundlegenden Überarbeitung.

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Steffek · 1.
    staatlicher Schwachsinn?

    oder politische Unbelehrbarkeit mit inkompetenter Ideologie. Wann hat schon mal der Versuch von Seiten des Staates den Markt auszuhebeln Erfolg gehabt? Aber wenn dann auch noch irgendeine Ideologie dazukommt, so ist das Versagen vorprogrammiert. Hätte doch mittlerweile auch schon der dümmste Kommunist und Weltverbesserer feststellen müssen, da ja die ganzen Versuche der "Sozialisierung" der Menschheit in all den Ländern in denen der Kommunismus einst herrschte kläglich scheiterte. Die Gesetze des Marktes, z.B. Angebot und Nachfrage regeln den Preis, lassen sich nicht ohne weiteres ausschalten. Wenn ich zudem bedenke wer dieses Gesetz erlässt, so befürchte ich eher eine Steuerung in eine ganz andere Richtung, aber nicht zu Gunsten der bäuerlichen Betriebe. In den "höheren Riegen" des Kommunismus lautete doch einer der unausgesprochenen Slogans:"Sekt für mich und Wasser für meine Freunde". Besonders dann wenn man vor dem bevorstehenden Untergang noch schnell seine Pfründe sichern muss.

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  2. von Wilhelm Grimm · 2.
    Kann TA mal eine Länderumfrage starten :

    Wie viel Flächen sind in Hand des Bundes, der Länder und wie viel in der Verfügung der Siedlungsgesellschaften oder der Umweltverbände ?

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  3. von Diedrich Stroman · 3.
    Der Wolf im Schaffell

    Bei dem neuen Landverteilungs Gesetz geht dem Minister in keinster Weise im den Erhalt um die konventionelle Landwirtschaft, nein es geht nur um Möglichkeiten der kalten Enteignung von Bauernland, was nicht mehr wierd, sondern mittlerweile durch politisches Handel immer weniger zur Verfügung steht!!Der Staat selber ist in Deutschland schon sehr bei weitem größte Landeigentümer!!! Käme das so durch, werden Nabu und Konsorten eine Freudenfest feiern!!!

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  4. von Friedhelm Brand · 4.
    Es ist schon fast niedlich...

    wie jemand glauben kann, es ginge tatsächlich um den Schutz "bäuerlicher Betriebe". Der eigentliche Kern ist das eingearbeitete Vorkaufsrecht für Naturschutzverbände und Siedlungsgesellschaften. Ich denke mit dieser Meinung unterstelle ich dem Minister nichts.

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