Klimaschutz braucht mehr Effizienz in der Landwirtschaft

In den Rheinauen in Bonn wird auch diese Woche weiter über den weltweiten Klimaschutz verhandelt.
Bild: BMUB/ Dominik Ketz

Bei der Klimakonferenz in Bonn wird auch um einen Ausgleich für die Landwirtschaft zwischen Klimaschutz und Ernährungssicherheit gerungen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium gibt 500.000 Euro für eine Wissensplattform dazu aus. Der DBV fordert Investitionen in Forschung, Beratung und Finanzierungslösungen.

Die Steigerung der Effizienz in der Landwirtschaft gehört zu den Hauptinstrumenten im Kampf gegen den Klimawandel. Das ist eines der ersten Fazits, dass aus dem noch laufenden Klimagipfel der Vereinten Nationen (UN) in Bonn gezogen werden kann. Nach den Worten des stellvertretenden Generaldirektors der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), René Castro, steht die Landwirtschaft vor der Herausforderung, eine wachsende Weltbevölkerung ernähren und gleichzeitig Emissionen mindern zu müssen.

Das gehe nur durch eine effiziente Nutzung von Produktionsfaktoren und eine Verringerung von Lebensmittelverlusten. Diese Aufgabe sei „machbar“, weil die dafür notwendigen Produktionsmethoden bekannt seien. Als Beispiel nannte Castro einen verringerten Pflanzenschutzmitteleinsatz bei verbesserten Bewässerungssystemen. Positiv sei, dass solche Verfahren schnell Vorteile für die Bauern brächten. Das steigere die Akzeptanz der Methoden.

Der parlamentarische Staatssekretär im Agrarressort, Peter Bleser, forderte, die Ernährungssicherung und den Klimaschutz in einen „fairen Ausgleich“ zu bringen. Es müsse anerkannt werden, dass Lebensmittel nicht emissionsfrei produziert werden könnten. Ziel müsse es sein, möglichst klimaschonend zu arbeiten, so Bleser. Deutschland sei als Gunstregion in der Verpflichtung, Flächen nachhaltig für die Ernährungssicherung zu nutzen. Bleser betonte die Notwendigkeit wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Daher habe das Bundeslandwirtschaftsministerium über den Bilateralen Treuhandfonds der FAO ein Projekt angestoßen, in dem eine „Wissensplattform Landwirtschaft und Klima“ entwickelt werden solle. Das von Deutschland mit 500.000 Euro unterstützte Vorhaben solle den Austausch über Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft fördern.

Der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Eberhard Hartelt, sieht die deutsche Landwirtschaft weltweit auf einer Spitzenposition im Klimaschutz. Jetzt gelte es, bei der Umsetzung des Klimaabkommens auch global der Landwirtschaft zu einem Schub bei der Produktivität und der Effizienz zu verhelfen und damit die Themen Klimaschutz und Ressourceneffizienz sowie die Beendigung des Hungers „unter einen Hut zu bringen“. Hartelt appellierte an die Staatsregierungen, Landwirte beim Klimaschutz nicht allein zu lassen. Gebraucht würden zum Beispiel Investitionen in Forschung, Beratung und Finanzierungslösungen.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Steffek · 1.
    Es ist doch echt zum Kotzen!

    Allein wenn ich schon lese "verminderter Pflanzenschutzmitteleinsatz". Welche Arroganz, Ignoranz! Wie dumm ist dieser Mensch und für wie dumm hält er eigentlich die Bauern. Als wenn diese aus Fleiß, Jux und Tollerei Pflanzenschutzmittel versprühen würden, nur um sich, die ganzen Mitmenschen und die Umwelt vergiften zu wollen. Gleichzeitig wird von Effektivität geredet. Wie soll der Landwirt effektiv arbeiten, produzieren wenn er seine Pflanzen, seine Erzeugnisse nicht ebenso effektiv schützen kann? Dümmer geht es nicht mehr, oder?

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  2. von Manuela Grammann-Gebken · 2.
    Das

    Passt vorne und hinten nicht. Auf der einen Seite Hungern Menschen, auf der anderen Seite werden wir Bauern mit Hungerlöhnen abgespeist Begründung: Ihr erzeugt zuviel. Wie lange sollen wir uns das noch gefallen lassen?

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