Klöckner: „Für mich ist das Landwirtschaftsministerium das Lebensministerium“

Die designierte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner
Bild: CDU/ Rheinland-Pfalz

Die designierte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner begreift das Bundeslandwirtschaftsministerium als „Lebensministerium“. Sie hält es für möglich, den Einsatz von Glyphosat irgendwann überflüssig zu machen. Mit Heimatminister Horst Seehofer will sie „an einem Strang ziehen“.

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Die baldige neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will die Bedeutung ihres Ministeriums im Kabinett hochhalten. „Wenn Lebensmittelskandale oder Tierseuchen die Schlagzeilen bestimmen, ist es sehr schnell ein sehr gefragtes Ministerium. Für mich ist das Landwirtschaftsministerium aber das ‚Lebensministerium‘“, sagte sie in einem Interview über ihre Vorhaben im neuen Amt mit der Bildzeitung von dieser Woche.

Mit dem neuen Heimatminister Horst Seehofer (CSU) will Klöckner „an einem Strang ziehen“. Dabei betont sie, dass es ihr gelungen sei, zumindest einen Großteil der Zuständigkeiten für den Ländlichen Raum in ihrem künftigen Ministerium zu halten. „Es ist gut so, dass die Stärkung des ländlichen Raumes Aufgabe des Landwirtschaftsministeriums ist, mit den dazugehörigen Geldern. Das ist mir sehr wichtig“, sagte sie der Bild.

Zu der Vereinbarung im Koalitionsvertrag, den Einsatz von Glyphosat „so schnell wie möglich“ zu beenden sagte sie: „Wir haben den Glyphosat-Einsatz bereits deutlich reduziert, werden es weiter tun und ihn am Ende ganz überflüssig machen.“ Dabei betont sie erneut, dass sie die konventionelle und die ökologische Landwirtschaft nicht gegeneinander ausspielen wolle.

„Wichtig für die Agrarstruktur und die ländlichen Regionen ist es, flächendeckend familiengeführte Betriebe zu haben“, sagte sie weiter. Man müsse vor allem auch von der Landwirtschaft leben können, sonst übernehme nämlich niemand mehr die Höfe, fügte sie in dem Interview weiter an.

Angst vor einem möglichen bevorstehenden Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest habe sie als Ministerin nicht. „Angst ist kein guter Ratgeber. Vorausschau und Prävention sind wichtig“, sagte Klöckner. Die Schweinepest müsse von Deutschland ferngehalten werden, damit nicht die Ställe infiziert und Tiere getötet werden müssten. Dabei verwies Klöckner auch an die wirtschaftliche Existenz der Bauern. Für die Verbraucher bestehe keine Gefahr. Allerdings sei für die meisten Übertragungen dieser Schweinepest der Mensch verantwortlich, sagte sie.

Die Vereidigung von Klöckner als Bundeslandwirtschaftsministerin ist für kommende Woche geplant, nach dem Bundeskanzlerin Angela Merkel kommenden Mittwoch voraussichtlich vom Bundestag gewählt worden ist. Offen ist noch, wen Klöckner als Parlamentarische Staatssekretäre bekommt. Die Namen will die CDU bis zum Ende der Woche bekannt geben. Auch der genaue Zuschnitt des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) und was doch noch an das neue Heimatministerium geht, ist noch nicht abschließend verhandelt.

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Leserkommentare

  • Heinrich Roettger

    08.03.2018 - 16:24 Uhr

    Familiengeführte Betriebe

    Sehr gute Ansichten von Frau Klöckner.Leider wechseln zur Zeit jeden Tag landwirtschaftliche Flächen in die Hände institutioneller Anleger , GmbHs und Grossunternehmen.Eine gesunde Landwirtschaft hat was mit dem Eigentum an Grund und Boden im bäuerlichen Familienbesitz zu tun. Hier muss schnellstmöglich gehandelt werden.

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