Klöckner will staatliches Tierwohllabel mit anspruchsvollen Kriterien

Julia Klöckner „Ich möchte, dass unsere Landwirte bei der GAP spürbar von Bürokratie entlastete werden“, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner
Bild: Kornelia Danetzki/DRV

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hält an seinem Vorhaben fest, für das geplante staatliche Tierwohllabel anspruchsvolle Kriterien zu entwickeln. Zwar sagte Ressortchefin Julia Klöckner bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) am Mittwoch in Berlin zu, man werde das Label der Initiative Tierwohl (ITW) in das staatliche Zeichen integrieren.

Die Anforderungen an die erste Stufe des Tierwohllabels würden jedoch über die Einstiegsstufe der Tierwohlinitiative hinausgehen. „ITW plus“ sei unter anderem notwendig, um eine Förderung mit öffentlichen Mittel zu gewährleisten, argumentierte die Ministerin.

DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp warnte vor zu hohen Anforderungen an das staatliche Label. „Man darf die Wurst nicht so hoch hängen, dass kein Hund mehr dran kommt“, sagte Holzenkamp. Keinesfalls dürfe die Breitenwirkung des neuen Labels in Frage gestellt werden. Eine weitere Nische helfe niemandem. Der Einstieg in das staatliche Label müsse pragmatisch erfolgen und „auf ITW aufbauen“.

Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Finanzierung der durch die zusätzlichen Anforderungen entstehenden Mehrkosten in Produktion und Verarbeitung am Point of Sale erfolge. Einer „Alimentierung aus Steuermitteln“ räumt der Raiffeisenpräsident zumindest auf längere Sicht keine Chancen ein.

Klöckner kündigte an, die gesetzlichen Grundlagen für das geplante Label zügig anzugehen. Ein Referentenentwurf befinde sich gegenwärtig in der regierungsinternen Abstimmung. Details werde man in Verordnungen regeln, die auf dem Gesetz aufbauten und um die es nach Einschätzung der Ministerin noch Diskussionen geben wird: „Die Musik spielt in den Verordnungen.“

Klöckner DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers (links) und DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp freuten sich über den Besuch von Landwirtschafsministerin Julia Klöckner (CDU) beim Wirtschaftsforum des DRV.
Foto: Kornelia Danetzki/DRV

Mehr zum Thema:

Lesen Sie mehr

4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Rudolf Rößle · 1.
    LEH

    brauchen nur vom LEH abschreiben oder wollen sie ein Superlabel oben draufsetzen?

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Heinrich Albo · 2.
    Das Fleisch muss im Geschäft verpflichtend teurer angeboten werden !

    Ansonsten bezahlt immer nur der Erzeuger.. Steuergelder sind absolut fehl am Platz auch nicht für Stallumbauten . Wenn die Lebensmittelketten dieses Fleisch verkaufen wollen dann müssen sie langfristige Verträge mit den Landwirten abschließen die dadurch ihre Mehrkosten plus den Unternehmergewinn bezahlt bekommen. Eine Art EEG für Fleisch (20 Jahre höhere Vergütung pro kg Fleisch) wäre auch noch denkbar.... Die Hohen anspruchsvollen Kriterien gelten doch wohl für den allmächtigen Lebensmitteleinzelhandel und nicht für die kleinen Familienbetriebe ODER Frau Klöckner??

    Das meinen unsere Leser:
  3. von Bernhard ten Veen · 3.
    brauchen wir...

    Schnellstmöglichst ... auf biegen und brechen Regelungen erfinden - ich hoffe nur das all die mitlerweile bekannten Label`s danach dann "Unentgeldlich und Entschädigungslos" eingestampft und endeignet werden. Wenn schon Staatlich dann aber bitte auch für alle und jeden zu den Selben Bedingungen und Einheitlichen Regeln. Also setzt euch hin, Reist nicht immer nur Phrasendreschend in der Gegend herum und liefert "endlich" und schnellstmöglichst ab.

    Das meinen unsere Leser:
  4. von Willy Toft · 4.
    Da verdienen aber die Tierschutzverbände nicht mit!

    Das Label gibt es bereits, und hat seine "Nutznießer"! Den Tieren geht es besser, die Kosten bleiben beim Erzeuger! Die Erlösseite deckt es nicht ab! Bei staatlichen Labels, bleiben die Kosten in Gänze bei den Erzeugern hängen, und der Nutzen beim Handel. Der Weltmarktpreis richtet dann über die Existenz der Betriebe hier in Europa, und speziell in Deutschland. Anscheinend bekommen wir diesen Trend auch nicht mehr aus den Köpfen der Händler raus. Beispiel Bioprodukte; die kommen aus aller Welt, unsere Standards werden da nicht eingehalten, und trotzdem werden unsere "Erzeuger" mit den niedrigeren Preisen gegängelt! Die soziale Marktwirtschaft gibt es hier in Europa schon lange nicht mehr!

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren