Kommentar zu Straathof: "Das ist nicht unsere Landwirtschaft"

Matthias Schulze Steinmann Matthias Schulze Steinmann
Nach Ansicht von Matthias Schulze Steinmann vom Wochenblatt Westfalen-Lippe müsste der Bauernverband gegenüber der Öffentlichkeit deutlich klarstellen, dass die Tierhaltung bei Straathof keinesfalls der Regel auf deutschen Familienbetrieben entspricht. Lesen Sie hier seinen viel beachteten Kommentar:

Während zwei Landwirtschaftsminister Farbe bekennen und die Umweltverbände den Finger in die Wunde legen, ist in der aktuellen Debatte um das Tierhaltungsverbot für den Schweinehalter Adrianus Straathof von einer Seite nichts zu hören: vom Deutschen Bauernverband (DBV).

Unter Berufskollegen ist man sich zwar einig, dass die schweren Vorwürfe allen Schweinehalter in Deutschland auf die Füße fallen werden. Einen Grund sich in der Debatte zu Wort zu melden, sich gar klar von den Vorgängen im Straathof-Konzern abzugrenzen, sieht man in der Zentrale des DBV aber derzeit nicht.
Dabei gäbe es aus Sicht der Landwirte drei zentrale Botschaften:

  • Adrianus Straathof ist gar kein Mitglied in einem Landesbauernverband und damit auch nicht Teil des Deutschen Bauernverbandes, wie es die Pressestelle des DBV auf Nachfrage dem Wochenblatt bestätigte.
  • Der sogenannte „Schweinebaron“ ist nicht nur einer der aggressivsten , sondern auch einer der umstrittensten Akteure am deutschen Schweinemarkt. Das System Straathof steht schon aufgrund seiner Größe für eine Landwirtschaft, die nichts mit den sonstigen Strukturen der Deutschen Schweinehaltung gemein hat. Nach Schätzungen hält der Niederländer allein in Deutschland rund 50  000 Sauen verteilt auf Standorte in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Strukturen wie diese trennen nicht nur Welten vom derzeitigen Durchschnittsbestand von rund 200 Sauen in Deutschland, so gut wie kein Berufskollege wünscht sie sich für die Zukunft.

  • Wenn es Belege dafür gibt, dass es in den Betrieben von Adrianus Straathof zu wiederholten schweren Verstößen gegen den Tierschutz gekommen ist, dann ist dies auch von Seiten der Bauern auf das Schärfste zu verurteilen. Es ist kein Geheimnis, dass Betriebe des Niederländers in den vergangenen Jahren in vielfacher Hinsicht negativ aufgefallen sind. Die Vorgänge füllen ganze Aktenordner bei den verschiedensten Behörden – angefangen bei Schwarzbauten bis hin zu krassen Verfehlungen beim Tierschutz. Geht es hier noch um tragische Fehler einzelner Mitarbeiter? Oder um ein System der angewinkelten Ellbogen, das jeden Respekt vor Tier und Umwelt verloren hat?
Die Landwirte und mit ihnen der Deutsche Bauernverband sind gut beraten, endlich im Umgang mit schwarzen Schafen Farbe zu bekennen. Tierhalter wie Straathof beeinflussen zunehmend das öffentliche Bild aller Berufskollegen, konterkarieren jede gute Öffentlichkeitsarbeit und liefern obendrein ein Alibi, um die Auflagenschraube für alle Betriebe weiter anzudrehen. 

Gerade weil der Deutsche Bauernverband sich in diesen Tagen häufig zu Recht vor maßloser Kritik an der Landwirtschaft und unzulässigen Verallgemeinerungen wehrt, sollte er sich klar von „Berufskollegen“ wie Adrianus Straathof abgrenzen. Gerade weil er von vielen Medien als wenig glaubwürdig wahrgenommen wird, sollte er tatsächliche Verfehlungen wie die im Landkreis Jerichower Land auch klar verurteilen
Schon fünf Worte könnten in der aktuellen Debatte einiges klarstellen: Das ist nicht unsere Landwirtschaft!

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27 Leserkommentare Kommentieren

  1. von eniemann · 1.
    Bauernverbandspräsident MV weiter auf agrarindustrieller Schiene

    NDR Bauernpräsident gegen Grenzen für Tierbestände Bauernverbandspräsident Rainer Tietböhl lehnt Grenzen für Tierbestände ab. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hatte vorgeschlagen, an einem Standort maximal 500 Sauen und bis zu 800 Milchkühe zu halten. Tietböhl entgegnete, dafür gebe es kein vernünftiges Argument. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es viele Betriebe, die viel mehr Tiere halten und trotzdem vorbildlich ohne erkennbare Nachteile für die Umwelt wirtschaften. | 19.12.2014 07:26

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  2. von detmarkleensang · 2.
    Der Bauernverband Sachsen-Anhalt äußerte sich auf Facebook wie folgt:

    "Wenn auch nicht in einer offiziellen Pressemitteilung, so haben wir uns doch bei Presseanfragen geäußert. Aufgrund des schwebenden Verfahrens und der Klagefreudigkeit des Beklagten, ist dennoch eine gewisse Zurückhaltung gefragt. Adrianus Straathof und seine Unternehmen sind keine Mitglieder unseres Bauernverbandes. Für uns bleibt festzuhalten: Gesetze gelten für jedermann und sind einzuhalten. Wer das nicht tut, muss mit Konsequenzen rechnen. Sachsen-Anhalts Tierhalter haben in der zurückliegenden Zeit viele Millionen Euro in die weitere Verbesserung ihrer Ställe investiert. Dazu gehören auch Anpassungen an sich ändernde Rechtslagen. Wer bestehende Gesetze derart überreizt, sich damit einen unrechtmäßigen Vorteil gegenüber anderen Nutztierhaltern verschafft, wird keinen Rückhalt seiner Berufskollegen erfahren. Alle Schweinehalter dieser Größe auf gleiche Ebene zu stellen und als "ungewollt" zu klassifizieren, lehnen wir ab, denn die Mehrzahl der Großen ist mit der gleichen Leidenschaft Schweinehalter, wie es der Verband in seinem Leitbild Nutztierhaltung definiert hat. Das gilt auch für deren Betriebsleiter an den unterschiedlichen Standorten." Das ist keine klare Abgrenzung im Sinne von "Das ist nicht unsere Landwirtschaft!", aber immerhin ein Statement!

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  3. von hirschfarm · 3.
    Richtig!

    Herr Schulze hat natürlich vollkommen recht. Das ist nicht unsere Landwirtschaft. Denn in unserer Landwirtschaft gibt es weder kranke noch lebensschwache geschweige denn verendete Tiere.Alle hundertausenden Paragraphen werden natürlich penibelst genau eingehalten. In unserer Landwirtschaft laufen die lila Kühe mit den sprechenden Schweinen über die saftigen Wiesen und kommen dann in den Wölkchenhimmel. Und die Bauern arbeiten fleissig, mähen mit der Sense die Wiesen, melken mit der Hand, fahren die Ernte mit dem Pferdegespann ein und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. mfg

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  4. von kbvdemmin · 4.

    Herr Straathof betreibt auch eine Anlage in unserem Verbandsgebiet (Alt-Teelin). Bevor diese Anlage gebaut wurde, haben wir uns in einem anderen seiner Ställe in M-V umsehen dürfen. Die Haltung und der augenscheinliche Gesundheitszustand waren zu dem Zeitpunkt nicht zu beanstanden. Ich will Herrn Straathof keinen Beistand leisten: mit seinen Verfehlungen und Dickfälligkeiten leistet er der Landwirtschaft einen Bärendienst. Aber Tierschutz hängt nicht von der Größe des Stalles ab- das wissen alle aktiven Tierhalter. Und für die Einhaltung von geltendem Recht und möglicher Sanktionierung ist immer noch der Staat und nicht der Bauernverband (wo er tatsächlich kein Mitglied ist) zuständig. Das sollten wir bei aller Polemik nicht vergessen.

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  5. von bananenbaer · 5.
    Und lasst Euch bloß nicht...

    ... von "Experten" beeinflussen die keine Bauern sind. Schönen Gruß damit nach Bienenbüttel. Ich stehe Straathof nicht nahe, bin froh, dass ich ihn nicht zum Nachbarn habe, aber lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Straathof hat in MItteldeutschland vor allem alte DDR-Standorte übernommen. Dass sich diese Standorte oft mitten in der Ortschaft befinden liegt in der Natur der Sache. Die Kommunen und Politik waren froh dass diese verfallenden Ruinen wieder modernisiert und genutzt wurden. Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in diesen z.T. bis heute strukturschwachen Regionen waren und sind willkommen. So sieht´s doch aus. Dass sich diese Firma nach Recht und Gesetz zu richten hat versteht sich von selbst. Hier wäre ein gesetzeskonformer Umbau wohl eher geraten gewesen als die Übernahme noch weiterer Standorte.

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  6. von eniemann · 6.
    Und die AbL...

    nutzt den Anlass, die dadurch abermals offenkundigen Missstände in der Agrarindustrie klar als solche zu benennen - ganz im Sinne von "Bauernhöfe statt Agrarfabriken". Bauern, lasst Euch nicht in das Boot der verrufene Boot Agrarindustrie ziehen...

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  7. von berndlohse · 7.
    Endlich spricht einer das aus, was die meisten Bauern denken!

    Nur der DBV bleibt still, vertritt er doch insgeheim diese Art der Landwirtschaft ! Noch können wir das aus der Familienbetriebe abwenden, aber die Uhr läuft langsam ab - und vom Bauernverband ist nix mehr zu erwarten außer dem Todesstoß !

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  8. von preuße · 8.

    Sehr guter Kommentar! Gratuliere! Dem DBV würde es gut zu Gesicht stehen, wenn er endlich Farbe bekennt......aber nix da - schweigen!!! Und ja, Straathof geht uns alle an - hier MUSS der DBV Stellung beziehen, wenn er seine Glaubwürdigkeit nicht vollends verspielen will.....

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  9. von Fritzchen1 · 9.
    Was ist am System Straathof schlecht?

    Straathof übernimmt zahlungsunfähig gewordene Schweinehalter in Deutschland , die eine Bimsch-Genehmigung haben und durch den sog. Schweinezyklus es nicht Überlebt haben! Das ist doch Legitim! Hätte Straathof 2007 bis 10 in Bayern und BadenWürttenberg diese Betriebe nicht übernommen, wären in der Schweinehaltung schon damals keine Kredite mehr ausgegeben worden. Jeder Schweinehalter sollte schauen ob er es schafft dass nur 1% der Tiere verletzt sind !!!!!! Jeder Geflügelhalter und jeder größere Zuchtsauenhalter und Kälbermäster wird massiv Kontrolliert und Weis von was Ich hier rede. Unsere Kuhbauer Wissen es definitiv Nicht!!!! -trächtige Rinder zum schlachten verkaufen. -U-Bootklauen bei Kühe- Nassenring ohne Betäubung eingezogen - Gummiring bei abgetretenen Schwanz usw. - Es wäre für uns Bauern besser wenn dass Gericht nicht damit durchkommt!!! Falls Straathof Strohmänner braucht, Stelle ich mich hiermit zur Verfügung!

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  10. von toddelg · 10.
    Und der AbL

    nutzt Straathof gleich wieder, um gegen Landwirte Stimmung zu machen. Man fasst es nicht.

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  11. von elinge · 11.
    Mag sein das das nicht die heutigen Scheweinebauern sind!!!!

    Beziehungsweise die heutige Landwirtschaftsrealität ist . Stellt man die 15 % der größsten Schweinebauern ihre "realen" Produktionzahlen an dem gesamten Schlachtschweine aufkommen entgegen wird das die 50 % jetzt schon übersteigen. Geht man davon aus das in den nächsten Jahren----- diese jetztige Misere--- lässt-- kleinere Bauern kein Chancen werden "Stradhofbetriebe" in 10 Jahren 50% des Schweineaufkommes bestreiten. Wäre dann allso------ Realität--- Somit macht der DBV alles damit das auch Realität wird. Ansonsten ---bestreiten--sie das mit Argumenten. Auch der Milchpräsident folgards verfolgt dieses Ziel wenn auch nur unter vorgehaltener Hand. Seine Krodiltränen über den niedrigen Milchpreis kann er sich sparen und 50-70% der Betriebe sagen das Sie VERRECKEN sollen . Oder glauben sie Wirklich das 50.000 Betriebe 500 Kühe im Druchschnitt halten können und nach Elitemanier auch noch alle drei Jahre verdoppeln ????

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  12. von nw62 · 12.
    Aufpassen

    Leute passt auf, das ihr vor lauter Groß klein Hetze nicht Freunde von der ABL werdet. ...Ich finde Straathof auch überflüßig aber die Bilder im Stern findet man mehr oder weniger auf jedem Bio und konventionellen Betrieb... man muß nur suchen. Das hat nichts mit Größe zu tun. Kuckt euch mal selber auf die eigenen Finger. Straathof hat ein dickes Fell dem ist es egal ob ihr hier hetzt, aber die Mitarbeiter geben doch bei im auch sicherlich ihr bestes und die müßten sich doch sicherlich angegriffen fühlen.

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  13. von user10 · 13.
    Meinungsführerschaft in Agrarfragen

    Wenn der DBV sich nicht offiziell und deutlich äußert, hat er kein Recht die deutschen Bauern zu vertreten. Den besorgten Bürger interessiert es nicht, ob Straathof Mitglied des DBV ist oder nicht. Der besorgte Bürger möchte Antworten. Wenn der DBV als fachliche Interessenvertretung keine Antworten geben kann, dann werden es eben weiterhin die Meyers, die Remmels und die selbsternannten "Experten" der Umwelt - und Tierschutzverbände tun.

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  14. von ekd · 14.
    Mutig Mutig Herr Schulze Steinmann

    Ein LW Mitarbeiter der der sich trau den DBV aufzufordern Farbe zu bekennen.

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  15. von eniemann · 15.
    Bauernverbandsvertreter äußerten sich ja zu Straathof - zumeist zustimmend...

    Zu den Kommentaren wonach der Bauernverband nichts mit Straathof zu tun habe und such deshalb nicht äußern müsse: Bauernverbands-Vertreter haben sich ja mehrfach geäußert - allerdings eher pro Straathof: ------ Laut einer Meldung von NDR 1 Radio MV vom 7.10.2010 zur Genehmigung der Straathofschen Sauenfabrik für 10.500 Sauen und 250.000 Ferkel jährlich in Alt-Tellin hatte Landesbauernverbands-Präsident Tietböhl die Genehmigung begrüßt: „Jede Investition in Veredelung sei ein Plus für das Land, egal in welcher Größe.“ ------ Anfang 2013 hatten der Präsident des Landesbauernverbands Mecklenburg-Vorpommern Rainer Tietböhl und sein Geschäftsführer Martin Piel in einem Interview mit der Ostsee-Zeitung nicht nur den Antibiotika-Einsatz in Großmastanlagen verteidigt und den Trend zu immer größeren Betrieben als unaufhaltsam bezeichnet, sondern auch das Haltungssystem des umstrittenen Straathof-Konzerns als Vorbild gelobt: Straathof habe - "wenn auch über Hunderte von Kilometern" - ein geschlossenes System von Ferkelerzeugung und Schweinemast aufgebaut. ------ Laut Süddeutscher Zeitung vom 10.8.2013 zum geplanten Einstieg der Schweinekonzerns Straathof in Bayern hat Josef Wasensteiner als Referent des Bayerischen Bauernverbands dies begrüßt: "Viele kleinere Betriebe hören wegen einer Gesetzesänderung ohnehin auf, weil sie die neuen Anforderungen nicht mehr erfüllen können." Zudem werde der Großbetrieb von den vorhandenen Großmästereien begrüßt, weil ihnen Ferkel dann aus einer Hand geliefert würden und deshalb weniger krankheitsanfällig seien. ------ Laut der „Freien Presse“ (19.1.2014) äußerte sich Wolfgang Uhlmann vom Landesbauernverband Sachsen zum Vordringen Straathofs auch in den sächsischen Orten Wellaune, Thierbach und Waldenburg wie folgt: "Die Tierkonzentration wird noch weiter zunehmen." Es sei keineswegs so, dass große Ställe schlecht und kleine gut sind. Der Verbandsfunktionär vergleicht Tiere mit Autos: "Kein Mensch regt sich auf, dass ein Mercedes in einer Fabrik hergestellt wird und nicht in einer Dorfschmiede." ....

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  16. von Erwin.Schneiderbauer · 16.
    Einfach nur noch peinlich dieser "sogenannte Bauernverband"

    Egal ob in Bayern, wo der BV die von ihm gegründete Bayern MEG hinter den Kulissen mit aller Gewalt bekämpft, oder hier im Falle Straathof, es ist überall das gleiche, kein bekentnis zu den bäuerlichen Familien und deren Arbeit, aber eins wird immer klarer!! Der Bauernverband trägt seinen Namen zu Unrecht, vielleicht merkens ach noch die letzten................

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  17. von Doris Peitinger · 17.
    Strategie des DBV

    Sehr guter Kommentar von Herrn Schulze Steinemann. Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass dieser Straathof-Skandal allen Schweinebauern Probleme machen wird, wenn hier richtig reagiert wird. Indem ganz deutlich gemacht wird, dass der normale Schweinehalter eben nichts mit derartigen Zuständen zu tun hat - genau wie Herr Schulze Steinemann es anspricht. Und dem Verbraucher klar gemacht wird, dass eben durch die Billigfleischpolitk derartige Auswüchse entstehen, da es ordentlich wirtschaftenden Bauern immer schwerer gemacht wird, mitzuhalten. Dass der Bauernverband sich offiziell bis jetzt komplett bedeckt hält, liegt meiner Meinung daran, dass er verzweifelt versucht, Argumente für einen Spagat zu erfinden. Denn Straathof steht eigentich genau für die vom DBV verfolgte Billigpolitik. Dass seine anonymen Befürworter bereits die Strategie verfolgen, die Sache zu verharmlosen und als üblichen Umgang mit Tieren darzustellen, ist äußerst bedenklich. Denn damit wird in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, dass derartige üble Zustände in Bauernkreisen üblich sind. Und genau durch derartige Vorgehensweisen wird der Ruf aller tierhaltenden Bauern zerstört. Manchmal kommt es mir so vor, als ob es gewollt ist!

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  18. von jobelego · 18.
    Mitteilungszwang?

    Straathof hat nichts mit dem Bauernverband zu tun und der Bauernverband nichts mit Straathof. Und Straathof hat auch nichts mit der Klientel zu tun, die der Bauernverband vertritt. Wieso sollte er sich also zu Dingen äußern, mit denen er nichts zu tun hat? Sich ohne Aufforderung von jemanden zu distanzieren, der einen eigentlich garnichts angeht, würde ein schlechtes Bild abgeben und würde nachteilig ausgelegt. Ich erlaube mir, die Stellungsnahme des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt hier hereinzukopieren. Er hat diese auf facebook auf der Seite des Bauernverbandes Schleswig Holstein abgegeben: "Wenn auch nicht in einer offiziellen Pressemitteilung, so haben wir uns doch bei Presseanfragen geäußert. Aufgrund des schwebenden Verfahrens und der Klagefreudigkeit des Beklagten, ist dennoch eine gewisse Zurückhaltung gefragt. Adrianus Straathof und seine Unternehmen sind keine Mitglieder unseres Bauernverbandes. Für uns bleibt festzuhalten: Gesetze gelten für jedermann und sind einzuhalten. Wer das nicht tut, muss mit Konsequenzen rechnen. Sachsen-Anhalts Tierhalter haben in der zurückliegenden Zeit viele Millionen Euro in die weitere Verbesserung ihrer Ställe investiert. Dazu gehören auch Anpassungen an sich ändernde Rechtslagen. Wer bestehende Gesetze derart überreizt, sich damit einen unrechtmäßigen Vorteil gegenüber anderen Nutztierhaltern verschafft, wird keinen Rückhalt seiner Berufskollegen erfahren. Alle Schweinehalter dieser Größe auf gleiche Ebene zu stellen und als "ungewollt" zu klassifizieren, lehnen wir ab, denn die Mehrzahl der Großen ist mit der gleichen Leidenschaft Schweinehalter, wie es der Verband in seinem Leitbild Nutztierhaltung definiert hat. Das gilt auch für deren Betriebsleiter an den unterschiedlichen Standorten."

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  19. von klaus1618 · 19.
    ENTTÄUSCHT der DBV tatsächlich, .....

    oder duckt er sich auch hier wieder in geübter Fasson in einer prekären Situation einfach weg??? - Ich erkenne da wenig Unterschied zur bisherigen gängigen DBV-Praxis.

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  20. von Geißler Johannes · 20.
    Soll der DBV seine eigene Strategie Verurteilen?

    Von Seiten des Bauernverbandes ist ja immer zu hören: größer, kosten senken, billiger produzieren! Daß dieses System ihren Preis hat, ist nun uns allen vor Augen geführt worden. Wird nicht aktiv von der Politik gegengelenkt, so ist eine solche "Landwirtschaft" bald alltäglich. Es muss in der Gesellschaft die Einsicht Einzug erhalten: "QUALITÄT HAT IHREN PREIS". Aktuell wird über den Skandal sich empört, aber ein Umdenken findet nicht statt. So muss man kein Prophet sein, dass der nächste Skandal schon in Anmarsch ist. Der böse Unternehmer der immer billigere Rohstoffe produziert (die immer größer werdende Beliebtheit sich erfreut!) wird mit Schimpf und Schande vertrieben. Danach kann man wieder auf Schnäppchen jagt gehen und Sonderangebote nachrennen. In welch einer scheinheiligen Welt leben wir denn??

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  21. von Franzi13 · 21.
    Ganz Cool bleiben! Auch bei anderen Betriebsleiter wächst die Arbeit über Kopf.

    Und meistens mit wachsender Betriebsgröße. Das unternehmerische Handeln drängt sich dann in den Vordergrund und das Tier und der Mensch generieren zur Ware. Drum bloß keine heile Welt vorspielen sondern bei Politik und Verband den Finger in die Wunde legen.

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  22. von helmut_ehrlicher · 22.
    Kritik am DBV muß auch in den eigens kontrollierten Medien erlaubt sein

    Vielen Dank Herr Schulze Steinmann, ich hoffe nur, dass Sie durch ihre ehrlichen Worte nun keine Repressalien erfahren müssen.

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  23. von Slowfoot · 23.
    Da machen es sich die "Agrarjournalisten" einfach

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42853999.html

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  24. von eniemann · 24.
    Jetzt sind Länder, Bundesrat und Bundestag gefordert!

    Nach dem agrarindustriellen Skansalen bei Straathof & Co. fordert will sich Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus nun endlich für Tierbestandsobergrenzen in der Nutztierhaltung einsetzen. Dennach sollen an einem Standort maximal 500 Sauen oder 800 Milchkühe gehalten werden können.----- Der AbL-Vorsitzende Schulz schlug als erste konkrete Maßnahme vor, die Grenzen für die privilegierte Baugenehmigung nach Baugesetzbuch, die heute nur für gewerbliche Stallanlagen gelten, generell für alle Stallanlagen anzuwenden, also auch für landwirtschaftliche Betriebe mit größerer Flächenausstattung. Damit würden die Kommunen die Möglichkeit erhalten, endlich auch hier selbst über die Genehmigung von zusammenhängenden Anlagen oberhalb von 1.500 Schweinemastplätzen, 560 Sauenplätzen, 600 Kuhplätzen oder 30.000 Mastgeflügelplätzen zu entscheiden.------ Außerdem, so die AbL, müsse diese Grenzen auch auf jegliche Stallbauförderung angewendet werden, so dass größere Stallanlagen nicht mehr gefördert werden. Zudem sollten nur noch Ställe gefördert werden, die mindestens von der baulichen Seite her eine tiergerechte Haltung sicherstellen können. Dazu zählt die AbL ausreichend Platz, eingestreute Flächen (v.a. Stroh) sowie Auslauf. ------ Der AbL-Vorsitzende sieht in der kurzfristigen Umsetzung dieser Forderungen einen positiven Effekt nicht nur auf das Tierwohl der Nutztiere, sondern auch auf die Bauern: „Jede neue große Stallanlage belastet den Markt, der besonders bei Schweinefleisch und Milch ohnehin schon von einem deutlichen Überangebot und entsprechend schlechten Erzeugerpreisen gekennzeichnet ist.“ ------- Obergrenzen hält die AbL nicht nur in der Stallbauförderung, sondern auch grundsätzlich in der Förderung, insbesondere auch bei den Direktzahlungen für notwendig, um bäuerliche Wirtschaftsweisen zu stärken. „Wie bei der Tierhaltung müssen wir auch bei den heute flächenbezogenen Direktzahlungen aufhören, mit staatlichen Mitteln das Größenwachstum der Betriebe mit Steuergeldern noch zu belohnen“, so der AbL-Vorsitzende. „Auch hier ermöglicht die EU den Mitgliedstaaten ein echtes Umsteuern. Leider nutzten die deutschen Minister in Bund und Ländern das nicht, was auch dem Widerstand von Minister Backhaus geschuldet ist.“

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  25. von flnk · 25.

    Wenn es dem LEH mit der Tierwohlaktion ernst ist, sollte der Verkauf von Fleisch aus diesen Fabriken einstellt werden. Landwirte die Ferkel von Straathof beziehen, sollten darüber nachdenken, keine neuen Ferkel mehr aus seinen Anlagen zu kaufen. Damit würde man sich deutlich von so einer Art Landwirtschaft zu betreiben distanzieren!

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  26. von bothechristian · 26.

    Der DBV hat sich im ersten Absatz klar definiert und damit ist alles gesagt!

    Das meinen unsere Leser:
  27. von eniemann · 27.
    Gut gesagt!

    Guter Kommentar!

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