Landwirte stärken Schulze Föcking den Rücken

Breite Unterstützung aus dem Berufsstand bei Twitter Breite Unterstützung aus dem Berufsstand bei Twitter
Bild: Kerstin Blumhardt‏ @KerryBlu_atwork 11

Nachdem „stern TV“ dem Betrieb Schulze Föcking in dieser Woche Tierschutzverstöße in den Schweineställen vorwarf, tobt der zu erwartende politische Schlagabtausch zwischen den Parteien und Verbänden über die Frage, welche politischen Konsequenzen die Vorwürfe für NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking haben müssen.

Die schwarz-gelbe Koalition steht hinter der Ministerin. Und die Opposition im NRW-Landtag tut sich noch schwer, eine einheitliche Linie zu finden. Die Grünen dringen mit Macht auf eine Sondersitzung des Agrarausschusses, bekommen dafür aber derzeit nicht die notwendigen Stimmen zusammen, weil die SPD noch nicht mitmachen mag. Insoweit also alles business as usual, normales politisches Geschäft.

Nicht zu erwarten war, wie groß die öffentliche Rückendeckung ist, die Schulze Föcking von den Landwirten bekommt. Viele bekunden mit Klarnamen und Gesicht ihre Solidarität und Unterstützung in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. Einhelliger Tenor: "Wir lassen uns die Landwirtschaft nicht skandalisieren!"

Auf Twitter gibt es einen neuen Hashtag #wirstehenhinterchristina. Dort posten Bauern Bilder aus den eigenen Ställen und erklären, dass die tagtägliche Arbeit der Landwirte nicht dem entspricht, was „stern TV“ mit illegal beschafftem Filmmaterial unterstelle. Darüber hinaus sollen sich auch viele Landwirte direkt gemeldet und ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht haben.

Auf der anderen Seite stehen die massiven Reaktionen, die aus dem Lager der Tierrechtler kommen. Beleidigungen, Hassposts bis hin zu Morddrohungen zeugen davon, welches Niveau manch eine politische und gesellschaftliche Diskussion in unserem Land inzwischen erreicht hat.    
 

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Wilhelm Gebken · 1.
    Ich stehe hinter Christina Schulze Föking!

    Ich kenne diese Bilder aus eigener leidvoller Erfahrung. Kannibalismus kam bei mir (ausser Einzeltiere) nie! vor. Bis ich durch entsprechende Genetik den Supergau erlebte, ungefähr ein halbes Jahr vor der Familie Föcking. Niemand kann sich vorstellen, was das bedeutet! Fast täglich mussten Tiere aus den Buchten entfernt werden. Und wohin damit? Ich habe viele Altsställe, die ich dann noch mal unterteilt habe. Es sah aus wie in einem Kriegslazaret. Jeden Tag die Tiere behandeln und spritzen. Jeden Tag auf alle festen Flächen Ergänzungsmineralien gestreut. Jeden Tag Säckeweise Torf zur Ablenkung und zum Fressen in die Buchten geworfen. Zusätzlich Stroh und Heu. Jeden Tag alle Hinterteile der Schweine mit Buchenholzteer eingerieben. Und das alles zwei bis dreimal! Spät Abends war ich von den Schweinen kaum noch zu unterscheiden! --- Und dann kommt Nachts so eine Truppe selbsternannter Übermenschen, filmt diese Geschichte, anstatt zu helfen und will einem vollständig erschöpften Landwirt, der für diese Art Kannibalismus überhaupt nichts kann, ans Bein pinkeln? Und das alles nur um mediale Aufmerksamkeit zu erregen, um Spendengelder einzusammeln und Wählerstimmen zu aquirieren? Niemand, wirklich Niemand muss sich wundern, wenn das einzige Gefühl dass ich diesen Leuten entgegenbringen kann, ungeheuerliche Wut ist! (Damit habe ich das Gefühl umschrieben, gegen das wirkliche Gefühl gibt es ja inzwischen ein Gesetz).

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  2. von Doris Peitinger · 2.
    Es ist bemerkenswert

    wie die Bauern daran arbeiten, ihr Image ( das laut Umfragen sehr hoch ist ) selbst immer weiter ins Negative zu rücken. Erstens sollten die gezeigten Bilder nicht der Normalität in den Ställen entsprechen. Zweitens sollten gerade Politiker und Funktionäre eine Vorbildfunktion bzgl. der Tierhaltung einnehmen. Auch gilt hier nicht, wie bei normalen Bauern, dass es durch Geldmangel oder Arbeitsüberlastung zu derartigen Situationen kommen kann - denn bei den Einnahmen aus den Posten könnten sowohl entsprechende Maßnahmen als auch benötigte Arbeitskräfte finanziert werden. Jeder weiß, dass somit in kürzester Zeit Abhilfe geschaffen werden kann! Wenn man will! Und diese Tierrechtler wohl nicht gerade genau immer eine derartige Extremsituation erwischen, sondern eher den Normalfall, der herrscht, wenn keine Kontrolle ansteht! Und anstatt dass die normalen Bauern hier Abstand halten, wird groß beigesprungen und der Öffentlichkeit klargemacht, dass solche Zustände dem Normalzustand entsprechen, was natürlich ein tolles Bild für die gesamte Tierhaltung macht! Und einfach nicht stimmt und ein Affront gegen alle ordentlich wirtschaftende Bauern ist! Somit sehe ich garantiert nicht ein, mich auch noch hinter Frau Schulze-Föcking zu stellen und ihre Art der Tierhaltung zu verteidigen!

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  3. von Lars Henken · 3.
    Ich stehe hinter Christina Schulze Föking

    Jeder Schweinehalter dürfte bereits Erfahrungen mit Kannibalismus und Schwanzbeißerei gemacht haben. Solche Probleme gibt es auch bei Strohhaltung, Biobetrieben und sogar bei Wildschweinen kommt es vor. Die Situation ist schwer zu beherrschen. Selbst Stern TV hat bestätigt, dass sich Familie Schulze Föking entsprechend der Gesetze verhalten hat und auch der Kreisveterinär konnte keine Verstöße feststellen. Teile des Bildmaterials halte ich auch eher für unglaubwürdig. Warum sollte man das Trinkwasser bei den Schweinen abstellen, welchen Vorteil hätte man dadurch? Ich denke eher da wurde nachgeholfen und eigenständig das Wasser abgedreht. Natürlich sind die Bilder nicht schön, aber es war eine Extremsituation und nicht der Regelfall. Außerdem ging es um Ebermast, die ja auch in diesem Zusammenhang thematisiert werden könnte. Das es auf dem Hof Schulze Föking zu einer Vielzahl von Einbrüchen kam, dass illegal gefilmt wurde und Stern TV damit noch Geld verdient wird nicht hinterfragt. Wenn man dann noch hört, wie sich manche Politiker zum Thema äußern merkt man recht deutlich, dass mal wieder Wahlkampf ist. Ich als Schweinehalter verteidige nicht die Bilder, aber solche Bilder kann es überall geben. Die Erklärung dazu hat Familie Schulz Föking selber veröffentlicht und wie man einen Stall schlecht aussehen lässt, wissen die Stalleinbrecher sehr genau. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Initiative der ISN verweisen. #IchSteheHinterChristinaSchulzeFöking

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  4. von Karl-Heinz Mohrmann · 4.

    Ich denke nicht das die Landwirte hinter den Bildern stehen die aus Frau Schulze Föckings Stall kommen. Wer zu Hause so mit seinen Tieren umgeht und gleichzeitig im Landtag die Tierschutzstandarts zurückfahren will ist ein ideales Ziel für alle Landwirtschaftsferne Kritiker, Verbände und NGOs. Insgesamt verschlechtert sich so in der Öffentlichkeit das Image DER Bauern in ihrer Amtszeit deutlich weil es immer wieder auf den Tisch kommt.

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