Lehrerin verteilt Einspruch-Vordrucke gegen Stallbau an Eltern

Ein Fall von möglichem Amtsmissbrauch empört nicht nur die Bauern in Mettingen, sondern ist mittlerweile bis nach Berlin vorgedrungen. Die Schulleiterin der Josef-Gesamthauptschule Mettingen hat die Eltern der Schüler angeschrieben und diese darauf hingewiesen, dass der in der Nähe der Schule geplante Maststall für 4000 Ferkel gesundheitliche Gefahren berge.

Wörtlich heißt es: „Als Schulleiterin mache ich mir Sorgen um die Gesundheit meiner Schüler. Solche Mastställe bringen vor allem die Gefahr der Verbreitung von multiresistenten Keimen, die durch die Abluft nach außen gelangen. Diese Keime sind für Menschen ein hohes Risiko für die Gesundheit.“ Wer mehr nachlesen möchte, könne sich auf der Seite mrsa.correctiv.org informieren, die auf die Gefährlichkeit von MRSA hinweist.

Zwar würden neue Ställe mit Filtertechnik ausgestattet, allerdings gebe es laut dem Gesundheitsamt Osnabrück keine Filter, die die Abgabe der MRSA-Keime in die Außenluft zuverlässig verhindern könnten, klärt die Lehrerin weiter auf. „Hinzu kommt, dass der Nitratgehalt des Grundwassers schon jetzt dreifach über dem zulässigen Normwert liegt. Mit den Mastställen besteht die Sorge, dass durch die Gülle der Nitratgehalt der Böden und des Grundwassers noch steigen wird“, so die Tierhaltungsgegnerin.

„Es geht um die Gesundheit Ihrer Kinder!“

Brief an die Eltern Brief an die Eltern
Die Schulleiterin weist die Eltern darauf hin, dass deren Kinder viele Stunden täglich der Luft ausgesetzt seien. Sie beruft sich dazu auf die Fürsorgepflicht des Kreises, über diese Gefahren zu informieren. Jedem Schreiben hat sie dazu einen vorgefertigten Einspruch an das Bauamt der Gemeinde Mettingen angefügt. Bis zum 6. April sollen die Eltern diesen dort hinschicken. Besonders ärgerlich: Darin ist der Landwirt mit vollem Namen und Anschrift genannt!

Dieser Brief sorgt derzeit in den Sozialen Netzwerken für reichlich Unverständnis. Wie aus politischen Kreisen in Düsseldorf und Berlin zu hören ist, sollen nun die zuständigen Schulbehörden informiert werden. Eventuell muss die Schulleiterin mit Konsequenzen für ihren Vorstoß rechnen.

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22 Leserkommentare Kommentieren

  1. von müller-kern · 1.
    Blamage für den Lehrerstand

    Ich bin seit 40 Jahren Lehrer und Schulleiter und schäme mich für das unangebrachte Verhalten dieser Schulleiterin. Ohne Zweifel hat sie ihr Amt missbraucht, was zu disziplinarischen Konsequenzen führen muss. Früher stand die Landwirtschaft als Garant für die Volksernährung im Lehrplan, heute ist es üblich, dass die Familien von Landwirten wegen ihrem Beruf diffamiert werden. Wie müssen sich wohl die Kinder von Landwirten vorkommen, die von solchen Lehrern beurteilt und gerecht zensiert werden sollen? Man kann nur hoffen, dass die Schulaufsicht - auch durch öffentlichen Druck - dieser Dame das Handwerk legt.

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  2. von redienhcs · 2.
    Armes Deutschland

    Lehrer sind Menschen die nicht nur alles wissen, nein sie wissen es auch noch besser. Manche zumindest. Solche Personen sollen unsere Kinder belehren (eigentlich lehren) obwohl sie sich auf einem wissenschaftlichen Niveau bewegen das im Mittelalter zur Hexenverbrennung geführt hat. Die Ursachen für Resistenzen im Humanbereich können nur dort behoben werden wo sie entstehen. Würde man in Deutschland den Antibiotikaeinsatz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung völlig verbieten, oder völlig vegan leben,wäre dies für die Volksgesundheit ebenso förderlich, wie der Verzehr von Hirn für den Verstand.

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  3. von lürade · 3.
    Verbandsklagerecht gilt nur für anerkannte Naturschutzverbände

    und die sind Nabu und Bund hörig. Unsere unglaublich naiven Politiker haben damit parlamentarisch nicht legitimierten Gruppierungen erlaubt, praktisch jede Planung anzugreifen. Das kann nicht nur private Planungen verhindern sondern auch staatliche Infrastruckturmaßnahmen wie z.B. Straßenbau und Vertiefung von Weser Ems oder Elbe.Das Ergebnis sind jahrelange Rechtsstreitigkeiten.Das Verbandsklagerecht muß unbedingt gekippt werden oder ......DEUTSCHLAND SCHAFFT SICH AB !

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  4. von jobelego · 4.
    Verbandsklagerecht gilt nur für DIE Verbände

    denen es eingeräumt wurde.

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  5. von vario0_3 · 5.
    Der Landwirt

    wird in Holland genauso wie meine Kühe und jeder andere Holländer behandelt: Behandlung auf Verdacht und gleichzeitig einen Resistenztest um genaues zu wissen. Die sind in den Krankenhäusern schon viel weiter als wir in Deutschland. Deswegen gibt es in Holland so wenig MRSA-Keime.

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  6. von toddelg · 6.
    Ein Landwirt wird in Holland gesondert behandelt

    und auch jeder der aus Deutschland kommt. Also ob man Schweinemäster oder deutscher Bundesbürger ist, spielt keine Rolle, eher wird ein Deutscher in Holland als höheres Risiko eingestuft. Was den Pressesprecher des BUND/ der AbL betrifft, so muss sich niemand wundern, spricht die AbL doch die BUND Sprache, wer als aktiver Landwirt dort ein zu hause findet, der hat eh aufgegeben.

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  7. von lemmi · 7.

    Es wurde doch das Verbandsklagerecht eingeführt, warum übt der Bauernverband das nicht auch mal aus, um seinen Mitgliedern bei zustehen?

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  8. von cairon · 8.
    Fakten gegen Bauchgefühle

    Erst vor kurzem hat das BfR veröffentlicht, dass über 90% der multiresitenten keime aus der Humanmedizin kommen. MRSA aus der Tierhaltung sind zu dem im allgemeinen gut mit Medikamenten anderer Gruppen zu bekämpfen. Aus meiner Sicht ist es eine ideologisch motivierte Scheindebatte. Ich sehe die größte Ansteckungsgefahr für Kinder in der Schule in der Schule selber bzw. im Bustransport. Die größte Eintragquelle für Erreger alles Art sind die Schüler und Lehrer selber. Man sollte diese Schulleiterin mal fragen wie das Hygienemanagement in ihrer Schule aussieht. Denke ich an meine Schulzeit zurück, so erinnere ich mich z.B. an Toiletten die man auf Grund der Verschmutzung und der Geruchs lieber gemieden hat. Man sollte die Dame fragen, wie der Impfstatus ihrer Schüler ist und wie oft in ihrer Schule desinfiziert wird, gibt es Hygieneschleusen und duschen die Schüler ein und aus? Würde diese Lehrerin auch gegen den Bau eines Krankenhauses oder eines Ärztezentrums neben ihrer Schule zu Felde ziehen, da aus solchen Quellen ja 90% der multiresitenten Keime stammen. Die mediale Hetzjagd gegen die Landwirtschaft im allgemeinen und die Tierhaltung im speziellen Treibt hier ihre Blüten. Es geht nicht um Fakten, es geht um ein nicht genauer definierbares Bauchgefühl. Ich denke die Gefahr für ein Kind bei einem Unfall zu Tode zu kommen ist um einiges höher als sich durch einen Schweinestall in einiger Entfernung mit einem tödlichen Keim zu infizieren.

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  9. von paul-maier · 9.
    Auch Touristen aus Indien sind Träger von MRSA Keimen.

    Laut einer Studie der Uni Leipzig bringen sie im Falle Indien zu 70 % und im Falle Südostasien zu 50 % MRSA Keime mit nach Hause, auch wenn sie daran nicht erkranken. Da jedoch die Leute, die sich hier so viele Sorgen machen wegen eines geplanten Schweinestalls selbst garantiert nicht auf ihre Reisefreiheit verzichten wollen, nehmen sie solche "unbedeutenden" Risiken gern in Kauf. Sie haben ja die Tierhalter, die für alles verantwortlich sind und verhindern ganz gezielt eine umfassende Betrachtung der Gefährdungslage. Mit Hilfe der Genomik wurde nachgewiesen, dass nur wenige Prozent der umher schwirrenden MRSA Keime tatsächlich aus der Tierhaltung stammen. Es sind auch nicht die Landwirte, die das grösste Risiko in Kliniken darstellen, sondern eher das dort tätige Personal. Schon 1992 erlitt ein Mitpatient von mir nach einer Knieoperation eine sehr schwere Wundinfektion, obwohl es in seiner Heimat nur sehr wenig Tierhaltung , und schon gar keine Schweine gab. Wie konnte das passieren?

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  10. von gutescholle · 10.
    Die Gefahren

    der multiresistenten Keime kann man nicht kleinreden. Nicht umsonst wird in Holland jeder Landwirt, der ins Krankenhaus kommt, sofort auf die Isolierstation gelegt. Da ist man schon weiter als bei uns. Ich denke, es ist das gute Recht der Schulleiterin, Gefahren von ihren Schülern abzuwenden. Wenn sie auf diesem Weg gegen ein Bordell oder einen Spielautomatenclub vor den Schultüren vorgegangen wären, hätte sie bestimmt von allen Seiten Zustimmung und Unterstützung bekommen.

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  11. von user10 · 11.
    Danke Bananenbaer,

    ich habe schon seit längere Zeit Bauschschmerzen, wenn ich die sich immer deutlicher auftuenden Parallelen zu einer unrühmlichen Vergangenheit erkenne. In der NOZ wurde vor ca. einem Jahr ein Leserbrief abgedruckt, in dem dazu aufgerufen wurde Kindergartenkindern selbstverfasste Hetzlieder auf die Gülleausbringung singen zu lassen. Der Punkt an dem man hätte ausrufen können, "Wehret den Anfängen" haben wir längst überschritten. Mit der dem deutschen innewohnenden Gründlichkeit wurde die Lösung längst an die dafür instrumentalisierten Behörden, inklusive "Schwerpunktstaatsanwaltschaften" abgegeben, ebenfalls eine Parallele und dem Deutschen Wesen offensichtlich innewohnend. Denk ich an die Deutschen Bauern in der Nacht ...

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  12. von bananenbaer · 12.
    Gegen Vorverurteilungen...

    ... bin ich auch, doch wer vorverurteilt hier wen? Die Argumentation dieser Schulleiterin (warum wundert mich nicht dass sie einen Doppelnamen hat?) ist der übliche Erguss aus Vorurteilen, Halbwahrheiten und Phantasie-Ängsten. Diese Punkte sind allesamt wissenschaftlich widerlegt und nicht haltbar. Dass Pädagogen die vor allem zum Vermitteln von Wissen an unsere Kinder da sind sich auf ein so niedriges Niveau herablassen ist beschämend. Da aber unsere Ställe schon regelrechte Brutstätten resistenter Keime geworden sind ist schon erstaunlich dass Landwirte eine derart hohe Lebenserwartung haben. Die müssten doch ob der desolaten Verhältnisse dem Siechtum erliegen. Auch die Landwirtskinder würde ich von den übrigen Schülern trennen, separat unterrichten und zur Warnung Aller kennzeichnen, vielleicht mit einen "B" an der Jacke. Kommt Frau Kötter-von Bargen das vielleicht bekannt vor oder ist Geschichte nicht ihr Hauptfach?

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  13. von meyenburg33 · 13.
    NaMRSA

    Sind kein hohes! Risiko für die Menschen. Die Schulleitung hat selbstverständlich eine Fürsorgepflicht für die Kinder. Aber eben auch für alle Kinder, auch die der Bauern. Da kann man nicht mit Falschinformationen Stimmung machen. Das ein Lautsprecher der AbL das anders sieht, ist wenig verwunderlich, aber zugleich auch einer der Gründe, warum dieser Bauernverband eben nie über seine 1200 Mitglieder starke Splittergröße hinaus kommen wird.

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  14. von preuße · 14.

    Die Schulleiterin hat hier ganz deutlich ihre Kompetenzen überschritten. Als Schulleiterin hätte sie ihre Bedenken gegen den Stallbau beim Bauamt vortragen dürfen. Das wäre legitim und von ihrer Fürsorgepflicht gedeckt gewesen. Es steht ihr aber nicht zu, die Eltern anzuschreiben, Meinung zu machen UND einen vorgefertigten Einspruch beizulegen. Hier verletzt sie eindeutig ihre Pflicht zur neutralität. Welch Spießrutenlauf müssen Kinder von Landwirtsfamilien denn in Zukunft an dieser Schule erwarten...geschweige denn die Kinder von dem betroffenen Betrieb? Ob man den Bauantrag befürworten sollte oder nicht steht auf einem anderen Blatt - aber eben auch nicht auf dem der Schulleiterin....

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  15. von xf1 · 15.
    Kein Einzelfall

    Diese Art von Diffamierung und Verleumdung gehört an vielen Schulen zum Unterricht. In Mettingen soll es sogar Plakataktionen gegeben haben (Gut dass die Bauern in der Regel keine Schaufenster haben). Zahlreiche esoterische Gruppierungen, oft rechter Gesinnung unterstützen dabei Lehrkräfte, die an Bauernbashing interessiert sind. https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=UTF-8#q=tierschutz%20im%20unterricht%20material .... http://www.provieh.de/downloads_provieh/provieh_magazin_03_2006_internet.pdf (Seite 8)

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  16. von andreistzuhause · 16.
    Klage

    Es bleibt wohl nur noch ein Ausweg: konsequent alle Rechtsmittel ausnutzen, anders werden wirnicht mehr weiter kommen. Sowas ist nicht durch Dialog auszuräumen!

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  17. von lürade · 17.
    Der Marsch der Grünen durch die Institutionen trägt faule Früchte !

    Baugenehmigungen werden von Lehrern, Pastoren, Nabuisten, BUNDisten und anderen Träumern durch Mithilfe der "ZEIT" und anderer Postillen verhindert. Das nennt sich dann auch noch Rechtsstaat. Deutschland ist tief gesunken.Und unsere Politiker stehen stumm dabei ???

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  18. von jobelego · 18.
    Die "eher unbekannte Aktionsgruppe" Correctiv

    ist sooo unbekannt nicht. Die haben die Daten geliefert, aus denen die ZEIT im November letzten Jahres ihre ungeheuerliche Hetzkampagne gestrickt hat. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft ist anscheinend ganz entzückt vom Vorgehen der Lehrerin. Und zeigt damit, was für ein Geist durch ihre Reihen weht.

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  19. von schlaumeier · 19.
    Wenn wunderts?

    Wenn wir uns nicht intensiver gegen Diffamierungen von allen Seiten wehren, dann wird das noch schlimmer....Öffentlichkeit wird immer wichtiger! die geliebte Hinterzimmerpolitik von früher wird immer schlechter funktionieren ! Wir brauchen Medienprofis und keine Verbandsverkünder und Herolde..

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  20. von eniemann · 20.
    Gegen Vorverurteilungen auf beiden Seiten und für ein faires Genehmigungsverfahren

    Ob dieses Handeln einer Schulleiterin wirklich, wie im top-agrar-Redaktions-Text suggeriert, „ein Fall von Amtsmissbrauch“ ist oder nicht und ob er wirklich „die“ Bauern in Mettingen empört, ist nicht klar. Der Name des Antragstellers (eines ja berechtigten Antrags auf die Prüfung der Genehmigung) eines Stalls in dieser Größenordnung ist ein öffentlicher Vorgang, kein Geheimnis und zudem in Mettingen sicher ortsbekannt. Ob dieser Brief einer wohl zu Recht um ihre Schüler und ihre Schule besorgten Schulleiterin in Sachen MRSA und ESBL derzeit „in den Sozialen Netzwerken für reichlich Unverständnis sorgt“ oder künftig auch für Zustimmung, wird man sehen. „Eventuell muss die Schulleiterin mit Konsequenzen für ihren Vorstoß rechnen“ – eventuell eben auch nicht.

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  21. von herzas1 · 21.
    Und die Bauernkinder?

    Diese sind wohl sehr wahrscheinlich auch gelegentlich im Stall, sind diesen ach so gefahrlichen Keimen noch viel näher. Müsste man diese nicht vom regulären Unterricht ausschließen? Sie verbreiten doch sicher auch soche Keime an die Mitschüler. Wann werden wohl solche Leute das fordern? Für mich ist die einzige tragbare Konzequenz ein Ausschluß dieser Person aus dem öffentlichen Dienst, und zwar LEBENSLANG!!!!!!!!

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  22. von hermamm · 22.
    Ist den in diesem Land,

    alles erlaubt. Klarer Fall von Stimmungsmache und Überschreiten der Kompetenz. Mal gespannt wie diese Kuh vom Eis kommt

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