Maissilage auf Acker ärgert Naturschützer

Maissilage In Rheinland-Pfalz dürfen Bauern Maissilage ohne feste Unterlagung bis zu 6 Monate auf dem freien Feld lagern. (Symbolbild ohne Bezug zum Fall)
Bild: top agrar

Ein Maissilagehaufen auf einem Feld in Herrnsheim hat den NABU Worms-Wonnegau auf den Plan gerufen. Dessen Vorsitzender Matthias Bösl ist der Meinung, dass der Landwirt damit u.a. gegen die Anlagenverordnung verstößt und die Umwelt gefährdet.
 
So störe der Haufen nicht nur das Landschaftsbild, sondern es fehle eine Siloplatte mit Auffangschacht für die Sickersäfte. Zudem werde die maximal zugelassene Höhe überschritten. Laut Bösl dürften Silagen gar nicht in freier Landschaft gelagert werden. Der Nabu hat sich deshalb an die Untere Naturschutzbehörde gewandt.

"Mir geht es darum, dass sich Behörden anhand dieses Falles mit der Materie befassen und ggf. die Merkblätter oder Hinweise an die besondere Situation in RLP anpassen", so Bösl gegenüber top agrar online. Grundsätzlich darf seiner Meinung nach gefragt werden, ob es sich um gute landwirtschaftliche Praxis handelt, wenn die Lagerung ab dem Moment der Ablagerung eigentlich einem Gewerbe, hier einer Biogasanlage dient.

Stadt: Lagerung zeitlich befristet erlaubt
 
Die Stadt Worms hat den Fall inzwischen geprüft. Auf Anfrage von top agrar online teilt die Pressestelle mit:

"Die Lagerung der Maissilage wurde durch die Abteilung 3.05 – Umweltschutz und Landwirtschaft geprüft. Grundlage für die Prüfung der Unteren Wasserbehörde ist das Merkblatt zur sachgerechten Zwischenlagerung von Silage der Ministerien für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz sowie für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau aus dem Jahr 2009. Demnach sind Silageanlagen außerhalb befestigter Anlagen (in freier Feldflur) nur zeitlich befristet und unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien gestattet. Diese Kriterien werden im vorliegende Fall eingehalten.
 
Die Silagelagerung befindet sich im Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebiet „Rheinhessisches Rheingebiet“, in dem es zwar im Hinblick auf den Schutzzweck (Erhaltung der Eigenart und Schönheit der Landschaft) verboten ist, die bisherige Bodengestalt durch Auffüllungen oder Abgrabungen zu verändern, dabei jedoch die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung ausdrücklich ausgenommen ist.
 
Es ergibt sich demnach kein akuter Handlungsbedarf. Die Lagerung wird durch die Abteilung 3.05 – Umweltschutz und Landwirtschaft in regelmäßigen Abständen überprüft." Soweit die Antwort der Stadt Worms.

Auch der Landwirt versicherte gegenüber lokalen Medien, dass er alle Bedingungen des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums für die Zwischenlagerung von Silagen erfülle. Eine feste Unterlage unter dem Silo sei keine Pflicht und die Silage sei vorschriftsmäßig abgedeckt. So dürfe er seinen Mais bis zu einem halben Jahr lagern, kontert der Besitzer.

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8 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Gerhard Lindner · 1.

    Gestern abend, kurz vor dem Sonnenuntergang, zählte ich vom Stall aus am Firmament 29 Flugzeugstreifen, hat mich auch gestört, aber keinen interessiert.

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  2. von Egge Mansholt · 2.
    Ob

    er sich auch wohl aufregt über den von Demonstraten zugemüllten Hambacher Wald?

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  3. von Michael Behrens · 3.
    Eine weitere Warnung an die bäuerliche Landwirtschaft!

    Dieses Vorgehen vom Nabu zeigt ein weiteres mal das man sie auf keinster Weise unterstützen darf! Das grüne Klientel ist der wahre Killer der bäuerlichen Landwirtschaft!

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  4. von Gerhard Steffek · 4.
    Mit Gelassenheit muß man die Vorwürfe Unkundiger hören. (Seneca)

    Das dieser Herr unkundig ist sieht man an seinen Vorwürfen. Das einzige worüber individuell zu streiten ist, ist der Einwurf das das Landschaftsbild gestört wird. Aber wo gehobelt wird fallen Späne kann man hier sagen. Landwirtschaft braucht halt mal seinen Platz. Er muß ja nicht unbedingt dorthin gehen wenn ihn die Aussicht stört. Alles andere zeigt wirklich nur auf das er sich wichtig machen wollte. Herr Bösl sollte es lieber mit der Natur halten. Denn wie Art van Rheyen es mal so schön feststellte verteilt die ihre Gaben gerecht. Die mit dem schwachen Verstand bekommen die lauteste Stimme.

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  5. von Heinrich Roettger · 5.
    So soll der letzte kleine Bauer vom Hof gejagd werden

    Wo ist das Problem?? Nur wenn Sickersäfte austreten, wäre gegen die gute fachliche Praxis verstossen. Die Landschaft für eine vorübergehende Lagerung zu betonieren, ist garantiert nicht umweltfreundlich und resourcenschonend!!!

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  6. von Wilhelm Gebken · 6.
    Hurra, eine Echtzeitstudie zur Gruppendynamik! Ich mache es ganz kurz:

    Gruppen neigen wie der Name schon sagt zur Gruppenbildung. D. b. wer nicht zur Gruppe gehören soll, wird ausgegrenzt. Der Hass und die Hetze durch grün/links auf uns Bauern führen zu unserer Ausgrenzung. In jeder Gruppe gibt es zudem eine Hackordnung (Hühnerhofheorie). Da wir Bauern in der Gruppe nicht mehr geschützt werden und in der Hirarchie immer tiefer sinken, fühlen sich auch immer mehr in der Hirarchie tiefer stehende Leute berufen sich (...) mit uns Landwirten anzulegen.

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  7. von Bernhard Klein-Schmeink · 7.

    Der Nabu sollte mal die Wasserabläufe aller Straßen kontrolieren und dann veröffentlichen welche Schadstoffe da ins Grundwasser gelangen.

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  8. von Matthias Zahn · 8.
    Wichtigere Aufgaben!

    Der Nabu sollte mal deutschlandweit die Wassergüte nach der Einleitung nach Kläranlagen untersuchen und damit an die Presse gehen.....

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