Mappachs Bürger lehnen kleinen Schafstall am Ortsrand ab

Schafe Schafe
Bild: Landwirtschaftskammer Nds

Schafe sind immer ein schöner Anblick und bei der Landschaftspflege hochwillkommen. Doch in der Nachbarschaft will sie offenbar kein Anwohner haben. Diese bittere Erfahrung muss gerade ein Nebenerwerbslandwirt aus Mappach machen.
 
Er will für seine 50 Mutterschafe am Ortsrand einen neuen Stall für die Wintermonate bauen und hat nun das ganze Dorf gegen sich. Es war ein einziger Anwohner, der sich vom angeblich zu erwartenden Lärm und Gestank gestört fühlt und das Dorf auf seine Seite gezogen hat, berichtet die Badische Zeitung. Nachdem der Technische Ausschuss die Entscheidung bereits vertagt hatte, liegt der Bauantrag nun beim Landratsamt als Genehmigungsbehörde.

Schafhalter Volker Weiss schilderte in der Ortschaftsratssitzung, dass der letzte Lörracher Schäfer 2015 aufgab. Daraufhin habe der Soziale Arbeitskreis (SAK) der evangelischen Kirche die Schafzucht als ein recht einzigartiges Projekt übernommen. Dem SAK dienen die Tiere, die nun dem Schäfer gehören, als Landschaftspfleger. Sie sollen die vom SAK bewirtschafteten insgesamt zehn Hektar Grünland rund um Lörrach-Stetten und am Tüllinger Weiden abgrasen. Zwei Winter verbrachten die 25 Schafe dann auf der Weide, nicht alle überstanden die Witterung. "Und bei einem strengen Winter fallen die Krähen über die frischgeborenen Lämmer her", schilderte Volker Weiss das Elend. Außerdem sei es ein großer Aufwand gewesen, die bisher im Winter auf verschieden Weiden stehenden Tiere mit ausreichend Futterheu zu versorgen.
 
So entstand die Idee, den aktuell 30 Schafen ein Winterdomizil am östlichen Ortsrand von Mappach zu schaffen. 13 Meter lang und 9,60 Meter breit soll der Schafstall aus Holz sein, die Firsthöhe beträgt 7,15 Meter, die Traufhöhe 5,44 Meter, damit man mit dem Traktor den Stall bequem ausmisten und darin Heuballen transportieren kann, so Weiss. Bis zu 50 Muttertiere könnten da untergebracht werden, das Gesetz sehe 2,2 Quadratmeter Fläche pro Alttier vor.

Doch in Mappach regte sich in den vergangenen Tagen Widerstand gegen das Vorhaben, berichtet die Badische Zeitung weiter. Die Kritiker befürchten vor allem eine Lärmbelastung durch das Blöken und eine Geruchsbelästigung. Auch der Einwand von Weiss, dass der Geruch bei Schafen – anders als bei Ziegen, Schweinen oder Hühnern – vergleichsweise gering sei, konnte die Nachbarn nicht umstimmen, heißt es.

Der Ortschaftsrat hatte daraufhin seine Meinung geändert und rät dem Landwirt nun, entweder weiter weg zu bauen oder gleich woanders. Zwar kann der Landwirt den Bauantrag wohl durchsetzen, der Rat fragt jedoch, ob er damit glücklich werde, wenn er alle Nachbarn gegen sich habe.

Auch der Ortsvorsteher habe sich der Ansicht angeschlossen. "Wir kommen im Ortschaftsrat alle aus Bauernfamilien", zitiert ihn die Zeitung, doch der Dorffriede sei ein wertvolles Gut.  Darauf der Schafhalter: "Alle sind schockiert, wenn sie im Fernsehen Berichte über Tierfabriken sehen", und jetzt rege man sich auf, wenn eine artgerechte Tierhaltung umgesetzt werden soll.

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.
    Und wieder ein Paradebeispiel an Egoismus!

    Frei nach dem Motto: Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an! wird hier wieder ein Landwirt niedergemacht, einfach erschreckend! Andererseits, warum schaut er nicht in die Landesbauordnung BaWü zum Thema "genehmigungsfreie Bauvorhaben"??? Im Anhang ist aufgeführt: Abs. 1.c :Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten oder Feuerstätten, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen und ausschließlich zur Unterbringung von Ernteerzeugnissen oder Geräten oder zum vorübergehenden Schutz von Menschen und Tieren bestimmt sind, bis 100 m² Grundfläche und einer mittleren traufseitigen Wandhöhe bis zu 5 m..... Fazit: geringfügig kleiner (reicht für 45 Schafe), und das Bauamt ist auch raus aus der Nummer.... preiswerter wird es auch! Entsprechend Abstand zur Wohnbebauung hat auch der böse Nachbar nichts mehr zu melden....

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  2. von Gerhard Odinga · 2.
    Höper

    Entschuldigung, Herr Höper für den falsch geschriebenen Namen

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  3. von Gerhard Odinga · 3.
    Ahrend Höppner

    normale Dorfbevölkerung? wo gibt es denn so was noch? und selbst die werden die Türen vernageln, sobald sich das rumspricht!

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  4. von Ahrend Höper · 4.
    50 Mutterschafe am Ortsrand

    über 50 Mutterschafe am Ortsrand würde sich eine normale Dorfbevölkerung freuen. Vielleicht hat die Dorfbevölkerung Mappachs ein Wohlstandsproblem? Vielleicht ist es die evangelische Kirche, die in einer schwarzen Region Probleme hat ? Sehr wahrscheinlich sind die Dorfbewohner Mappachs MEDIENGESCHÄDIGT!!

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  5. von Reinhold Klüh · 5.
    Geistesgestörte Ortschaft

    Mehr Kommentar braucht es nicht

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  6. von Harald Butenschön · 6.
    Woanders?

    Wo liegt eigentlich dieses "Woanders"? Ich würde gerne dahin umsiedeln; da darf mann ungestört Gülle fahren, Ställe und Windräder bauen usw.. Das reinste Schlaraffenland! Für sachdienliche Hinweise......

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  7. von Ernst Dippel · 7.

    Die Frage ist doch was heißt Ortsrand?10 Meter zum nächsten Wohnhaus 50 oder 100 Meter.

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