Meyer und Remmel mit Futterentscheidung der Geflügelhalter nicht einverstanden

Die Agrarminister von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, Johannes Remmel und Christian Meyer, wollen die Argumentation des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) nicht gelten lassen, dass es nicht mehr ausreichend gentechnikfreies Soja auf dem Weltmarkt gebe. Die Geflügelhalter hatten daher angekündigt, nach vielen Jahren ohne Gentechnik-Futter wieder auf transgenes Soja umschwenken zu müssen.

Laut Remmel und Meyer ist das ein Schritt in die falsche Richtung. „Die Wirtschaft klagt zwar über steigenden Kostendruck“, so Meyer. „Aus unserer Sicht ist aber weiterhin genügend gentechnikfreies Soja auf dem Markt.“ Beide Minister haben daher einen Brief an den ZDG-Präsidenten Leo Graf von Drechsel geschickt und eine Rückkehr zu gentechnikfreiem Futter in der Geflügelhaltung gefordert.

Aus ihrer Sicht ist eine gentechnikfreie Landwirtschaft vielmehr ein deutlicher Wettbewerbsvorteil für die europäischen Bauern. Um den zu erhalten, müsse die Kennzeichnung von Gentechnik-Lebensmitteln ausgeweitet werden, erklärten die Grünen-Politiker. Sie sind der Meinung, dass künftig auch Fleisch, Eier und Milch eine Gentechnikkennzeichnung erhalten sollten. „Die Verbraucher haben ein Recht darauf, frei zu entscheiden, ob sie Lebensmittel von Tieren konsumieren möchten, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln hergestellt wurden“, so Meyer.

Günter Scheper, Vorsitzender des im ZDG organisierten Bundesverbandes Deutsches Ei, bleibt dagegen bei der Auffassung, dass das Monitoring eine zunehmende Vermischung des Mischfutters mit GVO zeige, mit teils sogar deutlicher Überschreitung des zulässigen GVO-Toleranzwertes. Daher bringe für die Mitglieder des Verbandes nur ein Verzicht auf die GVO-Freiheit wirkliche Rechts- und Planungssicherheit.

Hintergrund:
Auch Eierproduzenten können GVO-Freiheit nicht mehr garantieren (24.2.2014)
Geflügelhalter müssen erstmals auf GVO-Soja ausweichen (20.2.2014)


 

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von jubodo12 · 1.

    Herr Meyer und Herr Remmel hatten Zeit genug für entsprechende Preise zu sorgen . Aber die beiden haben die ganze Zeit gegen die Geflügelhalter gehetzt . Jetzt zu mekkern ist doch dämlich . Eigentlich sind die beiden durch ihre Hetze doch mitverantwortlich das wir uns so entscheiden mußten .

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  2. von grubber7 · 2.
    Kostendruck?

    Es ist einfach nicht genügend GVO-freies Soja mit den entsprechenden Garantien zu bekommen. Wenn Herr Remmel und Herr Meyer anderer Meinung sind, dann sollen sie doch mit entsprechenden Gesetzen dafür Sorgen, dass GVO-freies Soja eingesetzt wird! aber auch bei Importen von tierischen Produkten!! Das wird ein schönes Chaos geben, aber die beiden haben für so etwas ja nicht genügend politische Kraft!! Es reicht halt nur fürs diffamieren der Landwirte, die jeden Tag ihr bestes für ihre Tiere geben, um daraus politische Vorteile zu ziehen. Die beiden sollten sich was schämen. Für mich sind die Beiden die Scheider im Märchen "Des Kaisers neue Kleider". Erst wenn die Bürger sich nackt gemacht haben, werden Sie vielleicht merken, dass sie von Remmel und Meyer für dumm verkauft wurden!! Es braucht halt seine Zeit

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  3. von toddelg · 3.
    Wie Gr€€npeace

    stolz verkündet, kann Soja von einem gv-freien Sojahändler aus Brasilien gekauft werden... Stolz präsentieren die die Container Verschiffung... Waren das nicht mal ganze Schiffsladungen? Dafür scheint es dann doch nicht mehr zu reichen...

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  4. von xf1 · 4.
    „Aus unserer Sicht ist aber weiterhin genügend gentechnikfreies Soja auf dem Markt.“ so Meyer laut top agrar

    Was ein grüner Minister nicht wissen kann: Der Preisunterschied spiegelt doch die Verfügbarkeit. Donausoja ist ausverkauft, und Importsoja ist phöse und unsicher wg. möglicher Vermischung. Kaum ein Futtermittelhersteller übernimmt die Haftung. Was die grünen Minister an der Kennzeichung auszusetzen haben, wird nicht nur ihnen selbst ein Rätsel sein. "Genfrei" ist doch wie "BIO" auf große Weite sichtbar gekennzeichnet. Es fehlt nur an der Bereitschaft des Konsumenten, die gut 3% Mehrkosten zu tragen. Vielleicht sollten sie erst in den eigenen Reihen nachsehen. Nach wie vor lehnen zwei Drittel der Grünwähler Bioprodukte konsequent ab, andernfalls müsste der Absatz von Biolebensmitteln deren Wahlergebnisse spiegeln.

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  5. von jobelego · 5.
    Wettbewerbsvorteil?

    Hierzulande bekommt man keinen cent mehr für den Körnermais als der Spanier für GVO. Auch sonst sehe ich keinen Vortel.. es sein denn bei einer gewissen Fraktion, deren Marketing sich auf das Verunglimpfen der Mitbewerber stützt.

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