Michael Haußer: Nur wir können es ändern!

Michael Haußer Michael Haußer
Bild: Twitter @Michal_Hausser

Ein Kommentar von Michael Haußer (32), in der Broschüre "Bauern in Bewegung - Wie entwaffnende Kampagnen funktionieren" von Sönke Hauschild:

Die Zeiten haben sich geändert. Als meine Großeltern Betriebsleiter waren, hatte fast jeder Mensch in unserem Land direkten Kontakt zu einem Landwirt, sei es über die Familie oder Freunde oder einfach nur, weil Nahrungsmittel knapp waren. Fragen über die Art und Weise, wie Landwirtschaft betrieben wird, wurden nicht gestellt, weil andere Themen wichtiger waren oder weil die Antwort bekannt war.

Heute ist das fundamental anders. Jeder Schritt, den wir tun, wird von Teilen unserer Gesellschaft aus unterschiedlichen Motiven hinterfragt oder kritisiert. Wahlweise werden wir als Tierquäler, Umweltverschmutzer oder Brunnenvergifter bezeichnet. Die Kritik fällt bei vielen Menschen auf fruchtbaren Boden, weil sie schlichtweg nicht einschätzen können, ob die Kritik wahr ist oder falsch. Meine Meinung ist: Daran sind wir selbst schuld! Und nur wir Bauern können das ändern.

Wir und die Generation vor uns haben es versäumt, den Menschen zu erklären, was wir tun und warum wir es so tun, wie wir es tun. Die meisten Menschen haben keinen Landwirt in ihrem persönlichen Umfeld, der Falschinformationen richtigstellen kann. Gleichzeitig interessiert es die Menschen aber, wie ihr Essen erzeugt wird, schließlich ist es ihr Essen. Deshalb ist es unsere Aufgabe, unser Tun transparent zu machen und den Leuten zu erklären, wie Landwirtschaft funktioniert. Nur dann haben sie die Chance, Falsches von Wahrem zu unterscheiden.

Es gibt verschiedene Wege für Öffentlichkeitsarbeit, und alle werden gebraucht, ob es die Schulklasse auf dem Betrieb, der Online-Blog oder das Hoffest ist. Jeder soll das tun, was ihm am meisten liegt, wichtig ist nur eines: dass JEDER Bauer etwas tut!

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Rudolf Rößle · 1.
    Öffentliches Fernsehen

    gestern habe ich einen Film über die Kälbermast in Deutschland gesehen. Die Objektivität der Reporter war nur mühsam aufrecht zu erhalten. Das vermeintliche Idyll von Mutterkuhhaltung ist stark in die Köpfe gemeiselt

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  2. von Lars Henken · 2.
    CMA und der Schuss ins Knie

    Ja, wir brauchen mehr Öffentlichkeitsarbeit auf allen Ebenen. Das fängt vor der eigenen Haustür an, geht auf dem Acker weiter, zieht sich durchs Internet und alle anderen Medien. Ich hatte erst vor kurzem wieder eine Schulklasse hier auf dem Hof, mein Blühstreifen steht gut, die Feldrandschilder sind sehr positiv angekommen, vor ein paar Monaten haben wir vor einen Supermarkt gestanden und Blühmischungen verteilt. Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit kam bisher eigentlich nur von Berufskollegen die selber in diesem Bereich eher mit Passivität auffallen. Wir brauchen eine Organisation, die sich um diesen Bereich kümmert und die breit von uns Landwirten unterstützt wird. Das Problem für Einzelbauern, gerade für Tierhalter die sich in die Öffentlichkeit stellen ist, dass sie zur Zielscheibe für NGOs und Stalleinbrecher werden und dann schnell einsam auf verlorenem Post stehen. Hätte wir die CMA heute noch, so hätte man auf diesen Strukturen aufbauen können. Die Leute, die die CMA seiner Zeit zu Fall brachten, habe mit ihrem handeln der Landwirtschaft einen Bärendienst erwiesen. Eine Organisation und eine Pflichtabgabe wäre aus meiner Sicht die beste Lösung. Denn wenn Öffentlichkeitsarbeit und eine Organisation dafür, nur auf Freiwilligkeit basiert, dann werden die bereits jetzt engagierten Betrieb noch mehr leisten und die Dauernörgler werden sich auf ihr Kiste stellen und alles schlecht reden, ohne einen Beitrag zu erbringen oder gar bessere Vorschläge zu machen. Zusammengefasst: Wir brauchen eine Fachorganisation für Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, die finanziell gut ausgestattet ist und von möglichst vielen Schultern getragen wird.

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  3. von Wilhelm Grimm · 3.
    Das ist klar: Nur wir können es ändern. Aber wir sind zu naiv, so wrd das nie was !!!!!

    Es ist natürlich richtig, dass jeder von uns im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas tun kann. Aber das bleibt alles nur fast brotlose Kunst, wenn daraus keine breit und nachhaltig angelegten Kampagnen gemacht werden, zu denen wir alleine gar nicht in der Lage sind. Das muss der Bauernverband klüger organisieren.

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  4. von Gerd Schuette · 4.
    Bitte nicht falsch verstehen...

    dem Verbraucher mitzunehmen und ihm/ihr zu zeigen wie wir Landwirte arbeiten ist richtig und auch notwendig. Die defensive Herangehensweise missfällt mir allerdings. Nicht nur die Landwirte sollten auf die Endkunden zugehen, sondern auch der "Verbraucher" ist in der Pflicht bevor er irgendetwas nachplappert und urteilt, sich erst einmal zu informieren und den Kontakt von sich aus zu suchen. Die Veränderungen in der Medienwelt machen eine Veränderung im Umgang mit dem Veröffentlichtem notwendig. Es reicht nicht sich aus dem vorgestzten Meldungen und Nachrichten eine Meinung zu bilden, sondern jeder Einzelne muss aktiv nach Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln suchen.

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