Milchpreis 2011 auf Rekord: Milchbauern bekamen 12 % mehr

Die Milcherzeugerpreise in Deutschland sind im Jahr 2011 gestiegen. Wie die Statistiker der AMI mitteilen, haben alle im Jahresmilchpreisvergleich ausgewerteten Molkereien deutlich mehr ausgezahlt als 2010. Der Vergleichspreis lag im bundesweiten Mittel bei 35,0 Cent je Kilogramm für Milch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß sowie bei einer Jahresanlieferung von 500 t. Im Schnitt erhielten die Erzeuger damit 3,9 Cent oder gut 12 % mehr für ihre Milch als im Jahr zuvor. Selbst die Spitzenwerte der Jahre 2007 und 2008 wurden damit leicht übertroffen.

Im Kalenderjahr 2011 wurde bei den Milchpreisen das Vorjahresniveau in allen Bundesländern deutlich übertroffen, wobei die Steigerungen regional, teils auch abhängig von den Verwertungsdifferenzen zwischen den einzelnen Produkten der Molkereien, unterschiedlich hoch ausfielen.

Am kräftigsten legten die Preise in der Region Nord, vornehmlich in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu. Hier wurde in der Spitze knapp 5 Cent je Kilogramm mehr gezahlt als 2010. Auch im Osten und im Süden stiegen die Vergleichspreise im bundesweiten Ranking teils überdurchschnittlich. Im Westen waren die Preissteigerungen in Nordrhein-Westfalen und der Region Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland dagegen im bundesweiten Vergleich am niedrigsten ausgeprägt. Hier hat sich der im Vergleich zu den anderen Milchprodukten geringere Preisanstieg bei Trinkmilch, die in diesen Regionen von starker Bedeutung ist, bemerkbar gemacht.

Insgesamt bewegten sich die im AMI-Milchpreisvergleich berechneten Preise 2011 bei einer Jahresanlieferung von 500 t zwischen 33,6 Cent je Kilogramm und 37,4 Cent je Kilogramm. Wie bereits im Vorjahr muss das höhere Milchgeld aber auch 2011 vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten der Milcherzeugung aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr kritisch betrachtet werden. (ad)

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9 Leserkommentare Kommentieren

  1. von alorie · 1.
    Die AMI

    AMI und unabhängig vom DBV??? Die Informationen mögen ja richtig sein, jedoch wird nicht alles veröffentlicht! Soweit mir bekannt, wurde die AMI unter Federführung des DBV gegründet. Mit einem großteil des personellen und sonstigen Know-how der vorherigen ZMP. Und diese war doch eine 99%ige Tochter des DBV. Oder liege ich da falsch. Lasse mich gerne korrigieren!

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  2. von preuße · 2.
    35 Cent kein Rekordpreis

    Zunächst sind 35 Cent, bei 4% Fett, kein Rekordpreis - in den Siebzigern gabs auch schon mal 70Pf, und das bei 3,7%Fett!Bei 4%Fett gabs in den Siebziger nochmal 2-2,5Pf mehr! Insofern sind die Kommentare mehr als gerechtfertigt. Warum ist das so? Ganz einfach, denn in den letzten 40 Jahren haben sich die Produktionskosten mal eben verdoppelt. Aktuell bekomme ich einen Milchpreis von 28 Cent, bei, wie gesagt deutlich gestiegenen Kosten! Ich glaube nicht, das wir hier zu unrecht verärgert über zu schlechte Auszahlungspreise sind. Auch wenn wir Spitzenpreise von vor 40 Jahren nicht zum Maßstab nehmen sollten, gemessen an den Kostensteigerungen sind die vom BDM geforderten 40 Cent jedoch nicht übertrieben!

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  3. von Kommanmder · 3.
    12% mehr

    oder 20% zuwenig.Man kann auch schlechte Zahlen schönreden. Und trotzdem sind wir immernoch Restgeldempfänger, die den Molkereien zu Füßen liegen. Einfach gesagt, noch keine andere Wahl. Aber die Zeit wird kommen.

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  4. von werni · 4.
    AMI=Agrar Informations Gesellschaft.

    Jungs jetzt hört doch auf mit der dummen Schwarzmalerei.Was hat denn die AMI mit dem DBV zu tun?Die sind unabhängig.Wir haben im Moment ein ganz andere Baustelle.Oder wollen die BDM jünger wieder eine Verschwörungstheorie unter Volk jubeln??? Irgendwie seit´s ihr wie kleine Kinder den der Kopf nicht durchgeht.

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  5. von Hardthof · 5.
    Was ist denn grad los?

    Nur noch positive Nachrichten. Uns Milchbauern wird grad Honig ums Maul geschmiert wie noch nie ! Sogar das Jar 2011 wird wieder hervorgekramt, um gute Überschriften zu finden. Hier wird Propaganda betrieben, die Ihresgleichen sucht. Auf unserem Konto herscht Ebbe, und das Finanzamt bekommt auch schon Jahre nix mehr. Es nützt keinem was, wenn nicht vollkostendeckende Preise erwirtschaftet werden können. Vielleicht ist es auch die Ohnmacht der bunten Bauernblätter Strategien abzudrucken, wie diese kostendeckenden Preise auf den Weg gebracht werden könnten. Man müsste ja dem BDM Flankenschutz gewähren. Das geht doch nicht, lieber Schönwetterberichte von vor 3 Jahren auskramen abstauben und für gaaaaanz tollll verkaufen...

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  6. von Ghostbusters · 6.
    Alle noch so schönen Zahlen sind unter den Vollkosten!

    Für wie dumm hält man eigentlich die Milchbauern.

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  7. von blabla · 7.
    Transparenz

    Die Molkereiauszahlungspreise dürfen nicht veröffentlicht werden, aber was die Erzeuger bekommen schon. Dann noch die betriebswirtschaftlichen Zahlen von den Ämtern (...1/3 der Betriebe erwirtschaften gute Gewinne blablabla) und schon stehen 2/3 der Betriebe als Trottel dar.

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  8. von detmarkleensang · 8.
    Oh nein!

    Grad vor zwei Stunden hatte ich in einem anderen Kommentar geschrieben, dass der DBV gerne mal kurz vor den Preisverhandlungen schildert, wie toll es den Bauern geht. Und schon kommt diese Meldung, was wir doch für ein riesiges Plus gemacht hatten im letzten Jahr. Grad jetzt, wo die Preisverhandlungen wieder kurz bevorstehen. Da werden uns wieder sämtliche Argumente für höhere Abschlüsse mit dem Handel kaputtgeschrieben. Herzlichen Dank! Hört endlich mit diesem Mist auf! Niemand ist so blöd, vor Preisverhandlungen rauszuposaunen, das er viel Geld hätte! - Prozentrechnung für Dummies: Wenn vorher der Preis um 50% einbricht, braucht man ein Plus von 100%, nur um auf das alte Preisniveau zu kommen! Da gegen sind läppische 12% ein Sch...dreck!!

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  9. von gerald.hertel · 9.
    juhu

    Das ist ja auch keine Kunst . Interessant ist der Vergleich zu den Vorjahren so bis 1990 und dann der Vergleich zu dem was die Arbeitslosen mehr bekommen im gleichen Zeitraum. als Bauer darf man nicht nachdenken

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