Minhoff wirbt für internationalen Handel

Christoph Minhoff Christoph Minhoff
Bild: Archiv

Für mehr internationalen Handel und die Anerkennung der Vorteile der Globalisierung hat sich der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Christoph Minhoff, ausgesprochen.

Gegenüber AGRA-EUROPE erinnert er an den „benefit“, den jeder Einzelne von der internationalen Arbeitsteilung habe. Es sei ein Irrtum zu glauben, dass es in der Summe für die Menschen gut sei, wenn jeder versuche, die Dinge allein zu regeln.

Minhoff wirbt für ein starkes Europa und fordert von der Wirtschaft ein deutliches Bekenntnis für die Europäische Union, den Handel und den wirtschaftlichen Austausch mit der Welt. Unternehmer, Geschäftsführer und Mitarbeitervertreter müssten sich hier ihrer Verantwortung bewusst sein. Für den BVE kündigt der Verbandsvertreter unverändert eine klare Position an. Mit Blick auf die Handelsquerelen zwischen der Europäischen Union und den USA hofft er weiterhin auf eine vernünftige Lösung.
 
Preisbildung über Angebot und Nachfrage

Skeptisch zeigt sich Minhoff zu der von Teilen der Landwirtschaft erhobenen Forderung an die Ernährungswissenschaft, sich angesichts der diesjährigen Dürre bei den Preisen solidarisch mit den Erzeugern zu zeigen. Der BVE-Hauptgeschäftsführer vertraut auf die Preisbildung über Angebot und Nachfrage und verweist auf die zugesagten Hilfen von staatlicher Seite. Gleichzeitig stellt er die große Bedeutung einer funktionierenden heimischen Landwirtschaft heraus, um unter anderem die Ansprüche der Konsumenten zu erfüllen.

In einem weiteren Punkt hebt Minhoff die Anstrengungen der Branche bei Innovationen und Rezepturveränderungen hervor und kritisiert die Kampagnen mancher Nichtregierungsorganisationen (NGO). Es sei nicht mehr ausreichend, wenn sich Unternehmen an die Vorschriften hielten oder auf behördliche Einschätzungen zur Unbedenklichkeit von Fremdstoffen vertrauten.

In diesem Zusammenhang bemängelt der frühere Fernsehjournalist auch eine vorgefasste Meinung von Journalisten und Medienvertretern. Künftig will der BVE stärker eigene Formate entwickeln, um der beklagten Einseitigkeit zu begegnen.

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Jörg Meyer · 1.
    guter Mann

    der hat richtig Ahnung und Profil und er spricht mir ein Stück weit aus der Seele wenn es um NGOs geht!

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  2. von Alfons Hümmer · 2.

    An der Landwirtschaft lässt sich viel mehr Geld verdienen als in der Landwirtschaft. Besonders dann, wenn man als Global-Player die Landwirtschaften einzelner Länder gegeneinander ausspielen kann. Wenn den Händlern die Entwicklung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise nicht gefällt, lancieren sie passende Pressemitteilungen über (zu erwartende) Rekordernten oder verstärkte Exportabsichten einzelner Länder, die dazu führen, dass die Erzeugerpreise wieder sinken und die eigene Gewinnmarge steigt.

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  3. von Willy Toft · 3.
    Angebot und Nachfrage beeinflusst der Handel selbst schon ganz gut!

    Selbst wenn es knapp ist wird erst einmal versucht zu drücken, denn die Nachfrage kommt von den 4 LEH- Ketten! Der internationaler Handel kann stets nur die Überschussmengen zu Ramsch- Preisen verhökern, hat man, wenn es nicht um Spezialitäten geht, den Eindruck! Anständige Liefer- und Abnahmeverträge könnten hier Abhilfe schaffen, denn kann sich jeder etwas ausrechnen, oder es einfach lassen. Wir kommen um auskömmliche Preise nicht herum!

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