Müller hält Düngeverordnung für gescheitert

Die Agrarexpertin der Freien Wähler im Europaparlament, Ulrike Müller, fordert einen neuen Ansatz bei der Weiterentwicklung der Düngeverordnung in Deutschland. Bundesagrarminister Christian Schmidt müsse seine Mitarbeiter anweisen, einen neu ausgerichteten Entwurf vorzulegen, forderte Sie in einem Schreiben an den zuständigen Fachminister.
 
Artikel 5 der EU-Nitratrichtlinie sehe die Ausarbeitung von verschiedenen Aktionsprogrammen innerhalb eines Mitgliedsstaates ausdrücklich vor, so Müller. Dabei seien die verfügbaren wissenschaftlichen und technischen Daten sowie die Umweltbedingungen in den verschiedenen Regionen zu berücksichtigen. Müller: „Es ist ein Irrtum, dass der bisher verfolgte Weg einheitlicher Düngevorgaben für ganz Deutschland zwingend ist.“
 
Bleibe das Bundesministerium bei der bisherigen Umsetzung, befürchtet die Agrarpolitikerin, deren Familie selbst einen Bauernhof betreibt, eine massive Zunahme von Bürokratie und Kosten für alle Landwirte, ohne dass das eigentliche Ziel der Verringerung der Nitrateinträge in den gefährdeten Gebieten spürbar voran gebracht wird. Nach Einschätzung Müllers sind sogar Verschlechterungen zu befürchten. Beispielsweise durch den indirekten Zwang zur Ausbringung größerer Düngegaben in immer kürzeren Zeitfenstern und den Einsatz von schwerer Ausbring-technik auf dafür ungeeigneten Flächen.

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6 Leserkommentare Kommentieren

  1. von hamburg · 1.
    Weiter so

    Endlich mal eine Agrarpolitikerin, die -wie es scheint - auch ein kleines bisschen von der Praxis versteht. Generell angeblich umweltschonendere Ausbringtechnik zu verordnen, die hauptsächlich durch die Maschinenlobby in den Köpfen einiger Politiker gewachsen (oder gesponsert ??) ist, wird oft auch eine Verschlechterung z. B. der Grasnarbe hervorrufen und nur zu weiteren Höfesterben führen. Bürokratie sollte schon seit Jahren verringert werden. Das Gegenteil ist bereits passiert - und scheinbar wird es immer wieder hingenommen, wenn Neues hinzukommt. Wann wehren wir uns eigentlich? Wie wärs mit einem Boykott?

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  2. von grubber7 · 2.
    @Biogas

    ein Großteil der Ammoniakemissionen bzw -immissionen aus der Luft sollen aus der Landwirtschaft kommen, vom Verkehr ist selten die Rede.

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  3. von Biogas · 3.
    Auf dieser Welt geht nichts verloren

    Ich war vor einigen Jahren auf einer Versammlung des Wasserwirtschaftsamtes. Der Referent kam zu der Aussage: Im Wald sind die Nidratwerte wesendlich höher als bei Indensiv genutzdem Ackerland.Woher kommt das?. Katilisator Fahrzeuge stoßen große Mengen an Ammoniak aus.Adue Blue Fahrzeuge verblasen eingespritzen Harnstoff,Straßengräben werden gemulcht, verursacht braunen Sickersaft der bei größeren Regengüssen immmer Richtung Gewässer läuft. Die sollen sich erstmal Gedanken machen was die Masse All gemeinheit verursacht, und nicht immer alles den Landwirten anlasten. dann brauchen wir keine neue Düngeverordnung. Die hohen Werte im Waldgrundwasser kommen bestimmt nicht von der landw. Düngung, sondern kommen über die Luft wie der sauere Regen vor Jahren auch, denn auf dieser Welt geht nichts verloren.Landwirte sind halt nur noch ca. 3 % Wähler auf denen kann man abladen.

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  4. von grubber7 · 4.
    Fachfremde Entscheider

    wenn heute Soziologen, Sozialpädagogen, Studienabbrecher und Juristen Minister für Landwirtschaft sind muss man sich nicht wundern, wenn Entscheidungen getroffen werden, die jeglichen Bezug zur Praxis vermissen lassen

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  5. von paul-maier · 5.
    Wer den Schwachsinn zum Gesetz erhebt bekommt nur ein schwachsinniges Gesetz!

    Diesen Ausspruch machte ich schon vor gut 25 Jahren gegenüber einem Berufskollegen, der seinerzeit die gerade erst erlassene SchalVO in Baden-Württemberg gegen meine Kritik verteidigte. Gerade diese Verordnung schlug diese, in meinen Augen völlig verkehrte Richtung mit der Einschränkung der Ausbringzeiten und der Verlagerung in die warme Jahreszeit ein und dieser Weg wird ohne nachzudenken immer weiter beschritten. Damit wird aber eher das Gegenteil des angestrebten Zieles erreicht. In meiner Heimat sind die Tierzahlen so drastisch zurückgegangen, dass auch die Nitratwerte eigentlich gesunken sein müssten, wenn sie denn die Hauptursache wären. Gegenteilige Meinungen werden regelmässig niedergebügelt, so auch die zehnjährigen Versuche von Herrn Schröppel auf dem staatlichen Spitalhof in Kempten, die die geltenden Regelungen der Düngeverordnung ad absurdum führen. Wie sagte schon Frau Süssmuth: Es nützt mich gar nichts, das Tempo zu erhöhen, wenn ich in die falsche Richtung gehe. Eine fürwahr gute Einsicht aber warum haben unsere Politiker noch nie etwas davon gehört?

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  6. von Franzi13 · 6.
    Doch nicht die böse EU!

    Beamten und Bürokratenwillkür in Deutschland ist gang und gebe. Nicht mal seinen Hof kann man mehr Nachhaltig umtreiben lt. Düngeverordnung. Nicht mal ne ordentliche Kreislaufwirtschaft ist möglich. Und unsere Unis, FH, Lehranstalten und Technikerschulen kuschen und haltens Maul. Das ist ja wie zu Galileos Zeiten. Das gleiche Prinzip läuft bei der Energiewende da ist die Demagogie noch viel größer. Oder beim Milchumrechnungsfaktor da weden sogar Naturgestze gebeugt. Was für eine erbärmliche Führung haben wir.!!!

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