NABU zeigt freiwillige Pflücker von Jakobskreuzkraut an

Das giftige Jakobskreuzkraut breitet sich insbesondere im Grünland immer stärker aus. Über die Bemühungen der Bauern, das Unkraut durch Herausziehen einzudämmen, haben wir schon häufig berichtet. In Haffkrug und Scharbeutz an der Ostsee ist es jetzt aber zu einem interessanten Vorfall gekommen.

Dort hatten letzte Woche mehrere Freiwillige in Absprache mit der Scharbeutzer Gemeindeverwaltung entlang der Promenade in den Dünen die gelb blühenden Pflanzen in blauen Müllsäcke gesammelt. Daraufhin zeigte Oscar Klose, der Vorsitzende der Eutiner Gruppe vom Naturschutzbund (Nabu) Deutschland die Gruppe an. In seinen Augen sei die Aktion nicht nur „völlig absurd“, sondern auch rechtswidrig, berichten die Lübecker Nachrichten.
Zum Zeitpunkt der Aktion habe das Jakobskreuzkraut andernorts im Lande noch gar nicht geblüht, so Klose.

Nach Auffassung der Nabu-Experten und landesweit anerkannter Botaniker sei es durchaus wahrscheinlich, dass hier in völliger Unkenntnis und blindem Eifer eine Schwesterart des Jakobskreuzkrautes, nämlich das Frühlingsgreiskraut, herausgerissen wurde. Diese Art sei, anders als das Jakobskreuzkraut, eine einjährige Pflanze und auch giftig.

Hinzu komme, dass es sich bei den Dünen um gesetzlich geschützte Biotope nach Paragraf 21 Landesnaturschutzgesetz in Verbindung mit Paragraf 30 Bundesnaturschutzgesetz handelt. Erhebliche Beeinträchtigungen, und dazu zähle zweifellos „das stundenlange Herumgetrampel in der Vegetation mit Sack und Pack“, seien damit unzulässig.

Klose deutlich: „Wo kommen wir denn hin, wenn jeder halbwissende Laie meint, regulierend eingreifen zu müssen und zu dürfen und die Gemeindeverwaltung auch noch den Steigbügelhalter spielt?“ Und überhaupt: „Das, was sich in Sachen Kreuzkraut draußen abspielt, erinnert an das dunkle Mittelalter.“

Stellungnahme Bauernverband Schleswig-Holstein

Jakobskreuzkraut (Bild: Archiv) Jakobskreuzkraut (Bild: Archiv)
Der Bauernverband Schleswig-Holstein findet auf seiner Facebookseite deutliche Worte zu dem Vorfall, wir zitieren:

„Nach zehn Jahren, in denen die Bauern mahnten, etwas gegen das JKK zu tun, reagierten Minister Habeck und die Stiftung Naturschutz. Bis hin zum Umbruch der Natur-Flächen muss alles möglich sein, so Habeck.

Der Nabu dagegen erstattet lieber Anzeige gegen freiwillige Pflücker. Es grenzt an Ironie, liest man die aktuelle Kritik des Nabu am Bauernverband: „Die Debatte um das JKK wird von irrealen Ängsten bis hin zu hysterischen Bezichtigungen, angeheizt, durch fachlich nicht haltbare Behauptungen aus Lobbyistenkreisen und plakativem Aktionismus bestimmt.“ Eine effiziente Bekämpfung sei „weder möglich noch notwendig“. Hier sei „jede Bodenhaftung verloren gegangen“. Auch Minister Habeck habe sich dem Druck des Bauernverbandes nur „gebeugt“.

Parallelen zur Kritik an den Bauern aus dem Jahr 2010 sind deutlich: „Wäre ein Naturschutz auf freiwilliger Basis gegeben, würden sich – so die Behauptung des Bauernverbandes – Landwirte zuhauf besser um unser Naturerbe kümmern wollen.“ Wir ergänzen: „Landwirte und Bürger“. Das allerdings wollte der Nabu schon damals nicht glauben und kritisierte: „Stattdessen werden alle Ansätze, die Naturschutzsituation effektiv zu verbessern, konsequent bekämpft. Das wie ein Glaubensbekenntnis in der politischen Auseinandersetzung zelebrierte Prinzip der Freiwilligkeit kann mit einem derart destruktiv agierendem „Partner“ wohl endgültig begraben werden.“

Ob der Nabu

  • mit seiner massiven Attacke gegen Freiwilligkeit,
  • mit einer Anzeige gegen bürgerliches Engagement
  • mit einer Dauerbeschimpfung der Bauern und inzwischen auch der Bürger
der geborene Partner des Naturschutzes ist, wird sich noch zeigen müssen."

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11 Leserkommentare Kommentieren

  1. von jubodo12 · 1.

    Der Nabu säät Hass gegen die Bauern . Wie lange schaut die Politik diesem Treiben noch tatenlos zu ?

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  2. von trabant · 2.
    JKK für den Nabu

    die Gifte des JKK finden sich u.a. im Kräuter-Tee und Kräutersalat (vgl. Info des BfR). Da die Ökos sich hauptsächlich davon ernähren, erledigt sich das Problem mit dem Nabu wohl bald auf natürliche Weise.... !

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  3. von xf1 · 3.
    In google tippen: "tropanalkaloide rückruf"

    Es trifft wenigstens die Richtigen

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  4. von vario0_3 · 4.
    Machen die

    jetzt auch eins auf Peta?

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  5. von bernhardtv · 5.
    es wird zeit...

    NABU, BUND und alle anderen NGO`s die Schranken zu weisen. solche verbeamteten "habenichtse" mit grossen mäulern sollten mnamentlich und bildlich bekannt gemacht werden und in allen aber auch wirklich in allen lebensmittelläden herausgeschmissen werden. vielleicht kommen bei ihnen dann "verstand und vernunft" auf den tisch. man kann es auch übertreiben mit dem naturschutz. hoffendlich schützt uns bald jemand vor diesen zeitgenossen...

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  6. von schlaumeier · 6.
    natürliche Gifte

    werden in Deutschland unterschätzt. 90 % der Giftstoffe die für uns Menschen schädlich sind haben natürlichen Ursprung. Um uns davor zu schützen ist verantwortungsvoller Pflanzenschutz wichtiger denn je! Erschreckend ist, dass Unwissen vieler und die Leichtgläubigkeit gegenüber grünen Gutmenschen. Besonders übel finde ich landwirtschaftliche Berufskollegen, die daraus versuchen Honig für sich und ihre zu saugen!

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  7. von braku · 7.
    Täglich

    einen Salat aus JKK,Großer Bärenklau, Indische Springkraut usw. für die Damen und Herren zur Vitamin Ergänzung und in kurzer Zeit ändert sich deren Einstellung.

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  8. von xf1 · 8.
    Und trotzdem gibt es noch Leute, die an der Gemeinschädlichkeit

    ... des NABU zweifeln. Verhungerte, verdurstete und ersoffene Rinder, lange Zeit fragwürdige NABU-Persönlichkeiten im ideologisch geprägten UBA und dem korrupten Rat für Nachhaltigkeit. Es wäre echt an der Zeit, deren Spendern empfindlich auf die Zehen zu treten, oder ein Betätigungsverbot zu prüfen.

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  9. von lürade · 9.
    Zurück ihr Nabus ,

    ihr rettet eure verquere Ideologie nicht mehr und als die heimlichen Könige der deutschen Landschaften habt ihr eure Unfähigkeit bewiesen. Es wird Zeit, daß euch die Anerkennung als "Anerkannter Naturschutzverband" entzogen wird.

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  10. von elinge · 10.
    Wieso gibt es da

    keine Gegenanzeige wegen Verhinderung des vorbeugendem Tier und Verbraucherschutz. Vielleicht könnte da sogar PETA aufgerufen ihrem Ruf dem Schutz der Tiere gerecht zu werden dies zu tun. Ansonsten sollte der DBV den Antrag an stellen solche Flächen intensivieren zu dürfen oder das entfernen der Giftpflanzen auf Kosten der jeweiligen Umweltämter entsorgen zu müssen !!!

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  11. von bananenbaer · 11.
    Achtung, Realsatire:

    Klose(NABU) : " Wo kommen wir denn hin, wenn jeder halbwissende Laie meint, regulierend eingreifen zu müssen und zu dürfen und die Gemeinde (Verwaltung) auch noch den Steigbügelhalter spielt? " Herr Klose, Wir Landwirte haben Erfahrung zur Genüge mit halbwissenden Laien und Steigbügelhaltern. Also kommen Sie uns bitte nicht mit so etwas.

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