Nabu empfiehlt Glyphosat im Naturschutz

Spätblühende Traubenkirsche
Bild: Rasbak / Wikipedia

Naturschutzorganisationen bauen sich gerne ihre eigene Welt. Da werden Jäger und Landwirte medienwirksam diskreditiert und strenge Verbote gefordert. Bekommen die Vereine dann aber Naturschutzgebiete in ihre Verantwortung und treten Probleme auf, gelten plötzlich ganz andere Regeln, Stichwort Raubwildbekämpfung durch Lebendfallen.
 
Der Bauernverband Schleswig-Holstein berichtet nun über einen weiteren Fall. So wehrt sich der Nabu SH seit Jahren dagegen, dass Landwirte Jakobskreuzkraut chemisch bekämpfen dürfen. Jetzt, wo sich aber die Spätblühende Traubenkirsche in Heiden und flachgründigen Rohhumus- und Torfböden „oftmals dramatisch ausbreitet“, wie der Nabu klagt*, will der Verband die Bäume nun schnellstmöglich entfernen.

„Neben den arbeitsintensiven Methoden empfehlen die Naturschützer den Einsatz von Roundup!", zeigt sich Sönke Hauschild vom Bauernverband fassungslos. Das allein wäre vielleicht noch kein Skandal, auch wenn Greenpeace das sicherlich anders sieht. Aber Roundup darf nur auf Kulturflächen eingesetzt werden, nicht auf Naturschutzflächen, erinnert Hauschild.
 
Kein Problem für den Nabu, der empfiehlt: „An der Stammbasis in Abständen von 10 cm mittels Bohrer Löcher (6mm) um den Stamm herum, schräg von oben, bohren und Roundup (Verdünnung 1:5) einflößen.“ Oder: „Baum absägen und die Schnittflächenränder mit Roundup 1:10 bestreichen.“ Bei Misserfolg sei dieses zu wiederholen, bis die Kirsche endgültig tot ist.
 
Für Hauschild ist das fast schon Satire, da der Nabu bislang die Bauern kritisierte, es gebe „vereinzelt“ Fälle, in denen frisch geknickte Gehölze mit Roundup behandelt wurden, „um sie zum Absterben zu bringen“.
„Lieber Nabu, vielleicht waren es ja Traubenkirschen, da ist das doch erlaubt, oder?“, so Hauschild zynisch.
 
Gleichzeitig warne der Naturschutzbund, Glyphosat schade „Mensch und Natur erheblich“. Ein Verkauf des Mittels an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten sei nicht zu verantworten. Weiter: „Aus Sicht des NABU ist eine umfassende Neubewertung der Risiken überfällig“.
 
„Was der Nabu damit wohl meint? Sobald er Roundup einsetzt, mutiert das Mittel zu einem Naturschutzinstrument? Arroganz hat einen Namen…“, so der Bauernverbandsvertreter.

* Hinweis: Die Nabu-Homepage wurde am 29.10.2015 nach Erscheinen dieser Meldung geändert!

top agrar meint: Die aktuelle Fall zeigt genau das Problem: Tier- und Naturschützer sind immer ganz vorne dabei, wenn es um Forderungen nach Verboten und schärferen Regeln geht. Nur sie sind fachfremd und beschäftigen sich nicht intensiv mit der Praxis. Stehen sie dann in Eigenverantwortung vor denselben Problemen wie Landwirte, sind die eben noch beschimpften Praktiken plötzlich erlaubt.

Die Mitglieder der Vereine und biologischen Stationen treten dabei vor Ort meist selbstbewusst auf, fühlen sie sich doch als staatlich Beauftragte. Sie seien die Experten, der gewöhnliche Landwirt mit Ausbildung habe ja keine Ahnung und nur das Gewinnstreben vor Augen. Interessant wäre hier mal eine Kontrolle des Sachkundenachweises...

Für Diskussionen zu dem Thema empfehlen wir den entsprechenden Eintrag des Bauernverbandes Schleswig-Holstein bei Facebook...

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14 Leserkommentare Kommentieren

  1. von trabant · 1.
    Gutmenschen

    Dieser Skandal offenbart wieder einmal: Die Öko-Faschisten halten sich an gar keine Gesetze und werden von den selbst ernannten Gutmenschen in den Parlamenten und Massenmedien noch gedeckt !

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  2. von xf1 · 2.
    Der NABU hat nachträglich den Text geändert?

    Und wiederum stellt sich die Frage, warum die besagten Heiden und flachgründigen Rohhumus- und Torfböden überhaupt bewirtschaftet werden? Warum überlässt man sie nicht der Natur? Als die vernachlässigten NABU-Tiere zu ersaufen drohten, hat man sich ja auch darauf berufen, und beim Eichenprozessionsspinner auch doch auch?

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  3. von solarani · 3.
    Sachkundenachweis ?????

    Wo bekommen die einen Sachkundenachweis her und gehen die zur Fortbildung ? Deshalb will Habeck ,dass jeder unsere Flächen betreten darf!

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  4. von lürade · 4.
    Der Nabu macht hier alles richtig,

    eine Behandlung mit Wurst wäre viel zu gefährlich.

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  5. von guiseppe.b · 5.
    Interessant

    Als ich heute Vormittag gegen 10:20 Uhr auf die Nabu-Seite geschaut habe war noch nicht der Hinweis zum Einsatz von "Round-up am Baum" vorhanden. Ich hab mir die Webseite da schon ausgedruckt. Interessant, zuerst den Einsatz von Glyphosat erwähnen, positiv herausstellen das keine körperlichen Arbeiten erfordert werden und auch keine lästigen Stockausschläge bekämpft werden müssen, dann aber als man merkte das man die Sache zu öffentlich bekannt gemacht hatte, dann zurückrudern das es keine Option ist. Toll, weiter so...

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  6. von cairon · 6.
    Tolle Entschuldigung....

    Die Rechtfertigung des Nabu wegen Glyphosat ist doch lächerlich. Das ist in etwas so, als würde sich ein Berater einen Acker anschauen und dann sagen: "Es gibt da ein Mittel, das hilft sehr gut. Es heißt XYZ und muss 2 mal mit eine Aufwandmenge von 0,XY l/ha ausgebracht werden. Aber es hat keine Zulassung, daher empfehle ich es nicht." Ein solches Verhalten ist inkonsequent und lächerlich. Wenn der Nabu gegen Glyphosat ist, warum schreibt es denn so groß, dass es wirkt?

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  7. von Hakel-Bob · 7.
    Naja,

    ich will den NABU überhaupt nicht in Schutz nehmen, aber wenn man sich die Seite genau anguckt, sind sie immerhin so konsequent, dass sie die Roundup-Verfahren mit folgendem Hinweis kennzeichnen: "Der Herbizideinsatz mag als Ergebnis der in vergangenen Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen „empfehlenswert“ im Sinne von wirkungsvoll sein. Er kommt für den NABU aber aus grundsätzlichen Erwägungen und aufgrund der potentiell krebserregenden Wirkung von Glyphosat nicht infrage." Abgesehen davon, dass diese Aussage auf der falschen Annahme einer Krebsgefahr beruht, ist das aber immerhin konsequent. Insofern ist der Vorwurf des Baunerverbands nicht wirklich gerechtfertig.

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  8. von xf1 · 8.
    @topagrar, beim Aufruf des Links erscheint folgende Meldung: "Dieser Verbindung wird nicht vertraut"

    "Sie haben Firefox angewiesen, eine gesicherte Verbindung zu schleswig-holstein.nabu.de aufzubauen, es kann aber nicht überprüft werden, ob die Verbindung sicher ist." Mir ist zwar bewusst, dass der NABU nicht besonders vertrauenswürdig ist, aber dass schon allein das Aufrufen ihrer Seite eine Gefahr darstellt ....?

    Anmerkung der Redaktion:
    Ist aber die offizielle Homepage des NABU SH https://schleswig-holstein.nabu.de

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  9. von xf1 · 9.
    Gibt es eigentlich eine Art von Zulassung für die(se) Anwendung an Gehölzen?

    ... oder ruft der NABU zu Straftaten auf? Wundern würde mich nichts, schließlich hat der NABU in der Person von Olaf Tschimpke, Präsident des NABU) auch den stellvertretenden Vorsitz des hochkriminellen "Nationalen Nachhaltigkeitsrates" inne.

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  10. von Kuhnummer1 · 10.
    Und dann auch noch Round up von Monsanto anstatt ein wirkstoffgleiches Produkt eines anderen Herstellers zu nehmen

    Wissen die denn nicht, was dieser "böse" Konzern so alles macht? Wird doch immer von Nabu&Co in den Medien erzählt! Peinlich!

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  11. von gebken · 11.
    Wenn

    man damit umgehen kann, ist der Pflug immer noch das beste was wir haben.

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  12. von uwehans · 12.
    Wenn zwei

    das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe....

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  13. von toddelg · 13.
    Der Nabu lernt schnell dazu,

    das ist erfreulich. Der Einsatz eines unbedenklichen Herbizids ist für die Flächen sicher die geeignetste Variante, leider vom Gesetzgeber nicht erlaubt. Hier besteht Handlungsbedarf, der Nabu sollte sich dafür einsetzen, dass die umwelt- und naturfreundlichsten Varianten hier zugelassen werden. Weiter so Nabu. Vielleicht verstehen die dann auch, dass es sinnvoller ist eventuell Glyphosat einzusetzen und den Pflug zum Schrotthändler zu bringen.

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  14. von alzinger · 14.
    Üblich!

    Das ist doch immer so! Lass diese ideologischen (...) in der Praxis mal ran, dann werden sie schnell "katholisch".

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