Ökotest über Grillfleisch: "Unter aller Sau"

Polemik pur, unseriös, ein journalistischer Fehltritt: So bewertet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) den Grillfleischtest der Zeitschrift Ökotest.  
 
Unter dem Titel „Unter aller Sau“ hat die Zeitschrift Grillfleisch getestet, um dem Leser im gleichen Atemzug den Appetit darauf zu vermiesen, bewertet die ISN den Artikel. Konkret werfen die Schweinehalter der Redaktion vor,bei ihren Recherchen anscheinend blind den "ideologischen Hirngespinsten von Organisationen wie Peta und der Albert-Schweitzer Stiftung" aufgesessen zu sein. Deren erklärtes Ziel sei es ganz klar, die Tierhaltung abzuschaffen.

Die Handschrift dieser Organisationen findet sich in dem Betrag aus ISN-Sicht klar wieder. Was soll dabei schon anderes herauskommen als eine tendenziöse Bewertung der konventionellen Grillartikel – eine neutrale Bewertung sieht anders aus, so der Verband aus Damme. Der redaktionelle Grundsatz, dass alle Seiten entsprechend zu Wort kommen, sei sträflich missachtet worden. 

ABER: Warum gibt der Handel die QS-Daten nicht raus?

Ein Aspekt aus dem Ökotest-Bericht sollte der Branche aber dennoch zu denken geben. So schreibt die Zeitschrift, dass sie von sechs Herstellern das gleiche Antwortschreiben erhalten habe: "Für unser Unternehmen ist die Herkunftssicherung und Rückverfolgbarkeit über alle Stufen der Lebensmittelkette hinweg von besonderer Bedeutung", beginnt das Schreiben von Kaufland, Edeka, EFG Eberswalder Fleisch (für Penny), Matthies (für Rewe), Meister Feine Wurst (für Real) und Netto unisono.

Meist bis auf das Komma gleiche sich auch der Rest des Textes: Man sei QS-zertifiziert, QS stelle die Rückverfolgbarkeit aller Lebensmittel bis zum Ursprungsort sicher, allerdings sei die konkrete Rückverfolgung doch sehr teuer. Man sei jedoch sehr um das Tierwohl bemüht und deswegen auch Mitglied in der Initiative Tierwohl; konkret wolle man aber keine Auskunft zu eben jenem angestrebten Tierwohl erteilen. Die Gesetze und QS-Bedingungen halte man aber jederzeit ein.

top agrar meint: 90 % des Ökotest-Berichtes ist in der Tat reine Polemik. Erlaubt sein muss aber die Frage, warum der Handel die QS-Daten nicht rausgeben will. "Die konkrete Rückverfolgbarkeit ist sehr teuer", heißt es. Aber genau dafür gibt es doch das Qualitätsprogramm! Müsste das nicht ein Klick in der Datenbank sein? Man darf sich also nicht wundern, wenn der Verbraucher auf den Gedanken kommen könnte, dass die Bemühungen der Branche nur Fassade sind, um die Öffentlichkeit ruhig zu stellen.

Hier finden Sie den vollständigen Originalbeitrag:  
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=106331&bernr=04&seite=00

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13 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Ernst Storm · 1.
    an die Redaktion

    wozu immer noch die alten Kommentare m den Fantasienamen? ernst Storm

    Anmerkung der Redaktion:
    Hallo Herr Storm, Sie haben da einen alten Beitrag aus dem Jahr 2015 aufgerufen. Vor der Umstellung auf Klarname war das ja mit Pseudonymen und es ist ja logisch, dass die alten Einträge geschützt bleiben und wir nicht nachträglich anonym geschriebene Kommentare für alle Welt enttarnen. Hatten wir bei der Umstellung auch so angekündigt bzw. zugesichert. Gruß A. Deter

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  2. von 2234084 · 2.

    @ gerd_schuette ...so wird man halt auch mundtot gemacht. Aber dafür sollen wir lt. DBV offensiv auf die Verbraucher zugehen und Öffentlichkeitsarbeit betreiben ;-).....lächerlich. (siehe Startseite)

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  3. von gerd_schuette · 3.

    @ jensen2 der Edekaartikel wird totgeschwiegen. Eine journalistische Aufarbeitung wird es wohl nicht geben

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  4. von Slowfoot · 4.
    Richtig, und ich geh noch weiter..

    Rohes Fleisch, und sei es gewürzt oder mariniert, gehört über die Theke verkauft, von Angesicht zu Angesicht in beidseitiger Verantwortung und NIEMALS über den Grabbeltisch! Und der Verbraucher wird das irgendwann fordern und die Discounter werden das grosse Geheule anfangen, weil ihnen ein Lockvogelartikel flöten geht.

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  5. von bananenbaer · 5.
    @detmar...

    ...das ist mal eine Sichtweise die man vorbehaltlos teilen kann. Daumen hoch!

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  6. von detmarkleensang · 6.
    Sind wir denn wirklich so blöd

    dass wir uns jeden noch so dreckigen Schuh freiwillig selber anziehen? Die Ökotest untersucht immer wieder Lebensmittel und hat trotz geringer Auflage einen hohen Verbreitungsgrad (die liegen in vielen Arztpraxen aus). Dennoch: Was wurde denn untersucht? Grillfleisch. Jetzt mal ehrlich: Da ist das meiste doch nun wirklich unter aller Sau! So scheint es auch in diesem nicht aufrufbaren Artikel zu stehen. Nur die Kapitelüberschriften habe ich angezeigt bekommen. Unter anderem: „Verdorbenes Fleisch bei Rewe“ und „Marinaden mit Aroma“. Und da haben wir genau den Grund, warum so viel Grillfleisch unter aller Sau ist: Was Industrie und Handel aus unseren guten Rohstoffen machen ist vielfach nur noch eklig, manchmal gar ungenießbar. All die mit irgendwelchen Siff-Marinaden zusammen eingeschweißten Fleischscheiben. Kein Wunder, dass die schon „frisch aus dem Kühlregal“ halb verdorben sind. In den Bratwürsten sieht man den ganzen verhackten Dreck wenigstens nicht mehr. Überhaupt: Was ist das für ein Begriff? Grillfleisch? Jedes Fleisch kann man grillen! Und mehr als ein paar Körner Salz braucht man auch nicht zum würzen von gutem Fleisch! Das schmeckt auch ohne Marinaden und Soßen! Dagegen kann man aber minderwertiges Fleisch leicht mit solch überwürztem Dreck noch halbwegs schmackhaft machen. Klappt sogar, wenn der Lappen schon vor dem marinieren verdorben war. Aber sind wir Bauern dafür verantwortlich? NEIN! Wir haben beste Erzeugnisse an die Verarbeiter geliefert! Was im Kühlfach des Handels liegt, dafür tragen wir Bauern nicht die Schuld! Wenn wir uns überhaupt über solche Artikel und deren Hintergründe aufregen wollten, dann sollte dies Seite an Seite mit den Verbrauchern zusammen geschehen. Denn ich will derlei Produkte genauso wenig essen wie viele Verbraucher. Unsereiner hat noch Respekt vor unseren Produkten. Wir waren schon mit den Steaks zusammen, als sie noch laufen und muhen konnten. Wir wissen um eine gute Zubereitung. Dieses Wissen sollten wir an die enttäuschten Verbraucher weitergeben! Wenn schon mariniertes Fleisch für den Grill, dann selber machen! Wer fertig mariniertes „Grillfleisch“ kauft muss sich über solche Testergebnisse doch nicht wundern!

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  7. von AndreaDoria · 7.
    Selber denken macht unabhängig

    Ich habe nun mehrfach versucht herauszufinden, was in dem Artikel der ÖT geschrieben steht. Um so verwunderlicher ist es, dass hier auf der Basis einer Zusammenfassung und Interpretation von TA Stellung genommen bzw diskutiert wird. Der Artikel ist noch nicht einmal verlinkt oder entscheidende Passagen werden zitiert. Es ist bemerkenswert, wie Meinung gemacht wird. So geht jedenfalls keine gute Gegenargumentation, die wohl dringendst nötig wäre.

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  8. von 2234084 · 8.

    Weshalb sollen/müssen wir uns andauernd mit den Verbrauchern rumärgern? Die kaufen doch gar nicht direkt bie uns. Wir sollen Öffentlichkeitsarbeit leisten und wer hat den Profit? Unsere Kunden sind meinen Meinung nach Schlachthof oder Metzger. Es sei denn einer hat einen Hofladen ect. Wir sollen unsere Tore öffnen, daß Aldi und Konsorten toll ihre verarbeitete Ware mit guten Gewissen verramschen können. Wir haben davon keinen Nutzen. Sollen doch mal alle anderen, die hier richtig Geld machen, sich über die Schulter schauen lassen.

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  9. von waldeckhof · 9.
    Worüber regt sich die ISN auf?

    Die Zeitschrift Ökotest hat eine Auflage von 120.000, es lesen also ca. 0,1-0,2% der Bevölkerung dieses Magazin. Es handelt sich also um eine kleine Minderheit. Der Großteil dieser Leser essen wohl Bio oder sind sogar Vegetariaer. Für mich als Schweinemäster zählen die Leser von Ökotest also eh nicht zum Kreis derjenigen Verbraucher die sich Abends ein saftiges Schweinesteak vom Grill gönnen. Diese Gruppe haben wir als Kunden für unsere Produkte eh schon vor längerer Zeit verloren. Es lohnt sich aus meiner Sicht nicht sich drüber aufzuregen was ein Randgruppenmagazin so schreibt, um seine Kunden bei Laune zu halten indem es denen die tägliche Dosis Skandal serviert. Ich versuche den verregneten Samstag sinnvoller und vor allem ausgeglichener zu verbringen...

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  10. von jubodo12 · 10.
    Rückverfolgbarkeit

    Wir haben bis vor 10 Jahren unser Geflügelfleisch mit Name des Landwirtes samt Adresse verkauft und obwohl der Supermarkt nur ca 3 Km von unserem Betrieb liegt war nie ein Kunde bei uns um sich über Haltungsbedingungen usw. zu informieren . Wir hatten sogar ein Schild gut sichtbar am Stall angebracht . Das Schild sah genauso aus wie das Etikett auf der Fleischverpackung . Ich glaube das interresiert die Kunden überhaupt nicht . Die Deutschen sind doch alle im Stress . Eben schnell einkaufen und billig muß es sein .

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  11. von jensen2 · 11.
    Edeka

    Wo steht denn jetzt der bericht über Edeka und den fatzebuk-eintrag....?

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  12. von elinge · 12.
    Und essen wir ein

    Stück lebendes ----- was ist das ----- man isst es meist vor dem Essen ------ Klar Salat(platte). Das Gegenstück essen wir etwas von einer toten Sau ein Schnitzel. Das ÖKO Test wo nur na ja fast 100 % Veganer rumlaufen nichts gutes an Fleisch herauskommen darf liegt auf der Hand . Wollen wir es IHNEN mal nachsehen das die Wahrheit schreiben wir mal gedehnt wird.

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  13. von Slowfoot · 13.
    Das Fleisch wird ja erst im Handel schlecht

    maltretiert mit wasserbindenden Saucen (mehr Gewicht!) und ewig langen Haltbarkeiten! ganz ehrlich, verpacktes SB Grillfleisch krieg ich nicht durch den Hals! Das ist ein Affront gegen die Fleischerzeuger! Das EDEKA dabei ist...ist schon eine Hausnummer für sich! Aber die haben ja eine Facebooklöschfunktion....

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