Ostalb: Erste Lösungen gegen den Biber in Sicht

Vorrangflächen und Tabuzonen für den Biber einzurichten – Das sind nach einem Bericht der Heidenheimer Zeitung (HZ) die ersten Lösungsvorschläge, um die massive Ausbreitung des Nagers im Wiesental an der Egau in Dischingen (Kreis Heidenheim a.d. Brenz)– aber auch anderswo – in den Griff zu bekommen.

Darüber hinaus soll es künftig aus rechtlicher Sicht möglich sein, dass betroffene Landwirte angestaute Gräben mit eigenen Mitteln freihalten dürfen. Vorausgesetzt, es kommen keine Jungtiere dabei zu schaden!

Angeregt wurden diese Ideen zur Lösung des Biberproblems unter anderem von Prof. Frieder Haakh, dem Technischen Geschäftsführer der Landeswasserversorgung (LW), bei einem Ortstermin am vergangenen Freitag mit betroffenen Landwirten, mit Ministerialdirektor Wolfgang Reimer vom Stuttgarter Landwirtschaftsministerium, mit Landrat Thomas Reinhardt sowie mit mehreren Vertretern der Gemeinde Dischingen und des Landtages.
Die LW habe bereits Teilflächen aufgrund des Bibers aus der Bewirtschaftung genommen und sei bereit, weitere Flächen für eine Vorrangzone zur Verfügung zu stellen, wird Haakh von der HZ zitiert. Rund um sein Wasserwerk sei der Biber schon seit einigen Jahren zugange.

Auf den landwirtschaftlichen Flächen im Wiesental sowie auf Straßen und Wegen habe er auch laut Bürgermeister Alfons Jakl bereits große Schäden angerichtet. Durch mehrere Dämme sei z.B. ein Entwässerungsgraben so stark aufgestaut worden, dass auf den angrenzenden Futterwiesen das Wasser stehe und die Kläranlage durch zusätzliches Wasser aus den Kontrollschächten des Abwassersystems belastet werde.

Beim Ortstermin in Dischingen wurde als weitere Maßnahme gegen den Nager ein örtlicher Biberbeauftragter benannt. Martin Schuster, Landwirt aus Demmingen, erklärte sich zu diesem Amt bereit. Damit Schäden künftig schneller an die zuständigen Behörden gemeldet werden können, ist zudem die Einrichtung einer Hotline für den Landkreis in der Diskussion.

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von paul-maier · 1.
    Wenn die Tierschutzorganisationen für Schäden aufkommen müssten,

    dann könnten sich die Führungskräfte nicht mehr in bisherigem Masse selbst ihre Taschen mit den erbettelten Spendengeldern voll stopfen.

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  2. von muckerl · 2.

    Ich habe unserem Landratsamt auch eine Biberwiese als Ausgleichsfläche angeboten, dies wurde mit der Aussage abgeschmettert, das es hierfür vom Bund und Ländern keine Handhabe gibt. Alle wollen den Biber, aber den Schaden soll der Bauer alleine tragen. Die Lösung des Problems wäre , Rückzugsorte für den Biber zu machen, alle anderen Tiere gehörten reguliert.

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  3. von vario0_3 · 3.
    Die Naturschützer

    wollten den Biber haben, sollen die doch auch für die Kosten aufkommen. Aber da will keiner mehr Verantwortung haben.

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  4. von xf1 · 4.
    Da verkopfen sich auf Kosten von uns Steuerzahlern dutzende Leute ...

    ...um eine Lösung und Regulierung des Biber-Problems, dabei würde es vollkommen reichen, den Jägern die Bestandsregulierung zu übertragen.

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