Polen und Schweden starten Hilfsprogramme für Bauern

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Bild: Landvolk

Die lang anhaltende Trockenheit hat in weiten Teilen Europas für erhebliche Schäden in der Landwirtschaft gesorgt. In etlichen Ländern wie Polen und Schweden wurden bereits Hilfsprogramme für die betroffenen Landwirte auf die Beine gestellt; andernorts werden die Forderungen nach einer zeitnahen Unterstützung lauter.

Die polnische Regierung beschloss in der vergangenen Woche ein erstes Maßnahmenpaket, das bis Jahresende Hilfen im Umfang von umgerechnet rund 187 Mio Euro umfasst. Dabei sind nach Angaben von Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski für Ackerbaubetriebe Zahlungen von bis zu 234 Euro pro Hektar vorgesehen.

Voraussetzung dafür ist laut Ardanowski, dass die Erträge um mindestens 70 % kleiner ausfallen als im Vorjahr. Für Unternehmen mit Ertragsverlusten von mindestens 30 % sind ebenfalls Hilfszahlungen vorgesehen; diese sollen aber deutlich kleiner ausfallen. Darüber hinaus wurden die Vergabe von Liquiditätskrediten, die Stundung von Pachten und Darlehen sowie steuerliche Erleichterungen angekündigt. Insgesamt habe man angesichts der drastischen Trockenschäden ein „beispielloses Maßnahmenpaket“ geschnürt, hieß es seitens der Regierung.

Nach aktuellen Erhebungen des polnischen Instituts für Bodenkunde und Pflanzenbau (IUNG) sind landesweit rund 83 % der Flächen von der Dürre betroffen. Ertragseinbrüche sollen auf rund 2 Mio ha landwirtschaftlicher Nutzfläche verzeichnet worden sein.

Nach einer ersten Prognose des Nationalen Statistikamtes (CSO) soll die Getreideproduktion 2018 mit 24,0 Mio t ohne Körnermais um 14 % kleiner ausfallen als im Vorjahr. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Ernte 2017 mit damals knapp 28 Mio t überdurchschnittlich hoch ausgefallen war. Im Vergleich zum deutschen Nachbarn würden sich die Verluste damit in Grenzen halten.

Schwedische Ernte ein Drittel unter Vorjahr

In Schweden zeichnet sich eine der kleinsten Getreideernten der letzten drei Jahrzehnte ab. Die genossenschaftlich organisierte Lantmännen-Gruppe schätzt das diesjährige Getreideaufkommen aktuell auf 4,2 Mio t und damit rund 30 % niedriger als der langjährige Durchschnitt. Sollte sich diese Prognose bestätigen, wäre dies die kleinste Ernte seit 1992.

Die schwedische Regierung hat daher ein Hilfsprogramm im Umfang von umgerechnet 117 Mio Euro zur Unterstützung der dürregeschädigten Landwirte vorgestellt. Schweden legt den Fokus allerdings auf die Tierhalter, denen wegen der Dürre die Futtergrundlage fehlt. Umgerechnet sollen die Landwirte pro erwachsenem Tier rund 36,60 Euro erhalten. Je Betrieb sind die Hilfen vorerst auf knapp 1 500 Euro gedeckelt.
 

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Christian Bothe · 1.

    @Schmitz Und nun Australien.Lesen Sie mal wie die das machen...

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  2. von Christian Bothe · 2.

    @Schmitz Glauben Sie wirklich,das es bei der Zahl bleibt?Der Forst hat schon weiteres elmgeschätzt...Und in Polen und Schweden ist das erst der Beginn nach meinen Informationen.Der dürregeschädigte Rest in der EU bilanziert zur Zeit noch.

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  3. von Wilfried Schmitz · 3.

    Na dann teil doch mal die Milliarde durch die Zahl der Betriebe in D und guck mal was da raus kommt..

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  4. von Christian Bothe · 4.

    Gut für die Bauern dort.Und das ist erst der Anfang.Sie sind schneller wie wir,wo erst das für und wider gross und breit diskutiert wird...

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  5. von Gerd Uken · 5.
    In Schweden hatte es seit

    Mitte April nicht mehr nennenswert geregnet! Da sah es im Juni schon aus wie jetzt bei uns und was wollen die mit 1500€ schon groß kaufen???

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