RLP: Neues Landesnaturschutzgesetz bringt Umbruchverbot und mehr Einfluss für Umweltverbände

„Wir wollen ökologisch wertvolle Flächen wie Streuobstwiesen oder artenreiche Trockenrasen und Weiden erhalten, den Flächenverbrauch begrenzen und vorhandene Flächen für den Naturschutz aufwerten“, erklärte die rheinland-pfälzische Agrarministerin Ulrike Höfken am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Landesnaturschutzgesetzes.

Die Landesregierung will dabei neue Schwerpunkte beim Grünlanderhalt und den Regeln für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen setzen. So sollen zum Ausgleich für Eingriffe in die Natur verstärkt Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen erbracht werden. Die könnten zum Beispiel darin bestehen, Wald naturnah umzubauen, Flächen zu entsiegeln oder den Boden durch Ökolandbau zu verbessern. „Dadurch soll z.B. eine Streuobstwiese nicht ‚nur‘ gepflanzt, sondern auch bewirtschaftet und somit gepflegt werden“, so Höfken.

Die Grünen-Politikerin erinnerte daran, dass in den letzten zehn Jahren in Rheinland-Pfalz 22.000 ha Grünland verschwunden seien. Die Umwandlung von Grünland, zum Beispiel in Ackerland soll daher zukünftig grundsätzlich unzulässig sein, erklärte sie.

In Schutzgebieten wie dem Nationalpark, Naturschutzgebiete und Natura 2000-Gebieten verbiete das Landesnaturschutzgesetz zudem grundsätzlich die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen, führte Höfken eine weitere Neuerung an. Es müsse verhindert werden, dass hier Tier- und Pflanzenarten durch gentechnisch veränderte Organismen gefährdet werden.

„Naturschutz braucht die Einbindung des Ehrenamtes und der Verbände. Das neue Landesnaturschutzgesetz will daher die Mitwirkungsmöglichkeit der Naturschutzverbände erweitern. Neu ist auch, dass Unternehmen Beauftragte für Naturschutz auf freiwilliger Basis berufen können“, berichtete Höfken weiter.

Der Gesetzentwurf wird nun den Verbänden zur Stellungnahme übersandt und voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte im Parlament beraten. Ministerin Höfken rief die Verbände und Organisationen aus Umwelt-, Naturschutz und Landwirtschaft auf, Vorschläge einzubringen.

Lesen Sie mehr

10 Leserkommentare Kommentieren

  1. von vario0_3 · 1.
    Eine Kugel Eis?

    Die EEG Umlage sollte auch nur ein Bruchteil von Heute kosten. In BaWÜ habe ich inzwischen auf Teilen meiner Fläche ein Kuhweideverbot!!!! Im Hauruckverfahren von den Grünen durchgeboxt.

    Das meinen unsere Leser:
  2. von lürade · 2.
    Unter der Maske der Freundlichkeit

    verbirgt sich Heimtücke , aber es ist ja für einen `guten Zweck `

    Das meinen unsere Leser:
  3. von elinge · 3.
    So leid mir`"s tut

    Bring alles um, solang du es kannst. Bevor die es die Lobbyisten der Grünen es tun !!!!

    Das meinen unsere Leser:
  4. von grubber7 · 4.
    zwei Kugeln Eis

    werden nicht reichen. Es werden wohl mehrere Freundschaftsbecher werden, da gibt es noch die Tierwohlumlage, die heimische Eiweißpflanzenumlage, die Non-Antibiotikaumlage etc....und irgendwann brauchen wir dann die Milcherzeugererhaltungsumlage..also als Milcherzeuger brauch man sich keine Sorgen zu machen die Grünen, der AbL, der BDM und die anderen die machen das schon mit den Umlagen

    Das meinen unsere Leser:
  5. von Slowfoot · 5.
    Ich verbitte mir

    als Milcherzeuger dem Verbraucher den finanziellen Spielraum für zwei Kugeln Eis im Monat zu nehmen, nee das geht nun zu weit...

    Das meinen unsere Leser:
  6. von grubber7 · 6.
    Streuobstwiesenumlage

    die von der Bundesstreuobswiesenagentur erhoben wird um dem Streuobstwiesenbonus auszubezahlen. Die Steuobstwiesenumlage wird auf alle Äpfel erhoben die über die Ladentheke geht. Das ganze kostet dem Bürger weniger als eine Kugel Eis im Monat. Dann schlage ich noch die Grünlanderhaltungsumlage vor, diese wird erhoben auf alle Energie- und Proteinerträge und Importe. Das kostet auch nur eine Kugel Eis.

    Das meinen unsere Leser:
  7. von Slowfoot · 7.
    Hach was!

    Auch die Hobbyheubauern, der Kleingärtner oder der Ponyhof! Es wird zur Zeit für ein heiden Geld Alles vermarket, gesägt, drainiert, neu angesät, der Flächenhunger ist riesig! Entweder geht der Gaul in die Lasagne oder in die Ganzjahresstallhaltung des "Reitsportzentrums"......Tränen sind schnell vergessen , ist das neueste Eifon oder/ und der Extraurlaub erstmal da. ..... Grün ist soooooo schöööön......!

    Das meinen unsere Leser:
  8. von meyenburg33 · 8.
    Streuobstwiesen

    werden nur erhalten, wenn sich damit Geld verdienen lässt. Oder man im Rentenalter Beschäftigung braucht.

    Das meinen unsere Leser:
  9. von xf1 · 9.
    Und wenn man sowas liest, fehlt es auch nicht an der Begründung:

    http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/eriskirch/Streuobstwiese-bei-Tannoesch-vermutlich-unrechtmaessig-gerodet;art372472,6747847

    Das meinen unsere Leser:
  10. von xf1 · 10.
    Wer seine Streuobstbäume noch nicht weg hat,

    ist selbst schuld. Die politische Unzuverlässigkeit von grünbeteiligten Landesregierungen (zB. rückwirkendes Grünlandumbruchverbot in BAWÜ) hat die Bauern gezwungen, tausende Streuobstbäume vorsorglich zu entfernen. ___ http://www.schwaebische.de/region/oberschwaben/ravensburg/rund-um-ravensburg_artikel,-Im-Streuobstparadies-fallen-die-Baeume-_arid,5580707.html

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren