RWE-Amprion plant 300 km Erdkabel von Emden ins Rheinland

A Nord Der Dialog zum Erdkabelprojekt A-Nord ist in die nächste Phase gegangen. Amprion beantwortete auf fünf Dialogveranstaltungen im festgelegten Untersuchungsraum zahlreiche Fragen zum Gleichstromvorhaben. Gleichzeitig nahm das Projektteam Hinweise aus der Region auf.
Bild: www.a-nord.net

Die RWE-Tochter Amprion will eine 300 km lange Stromleitung unterirdisch von Emden nach Osterath verlegen, um den Windstrom nach Süden zu transportieren. Davon betroffen sind einige tausend Landwirte im Emsland, Münsterland und am Niederrhein.
 
Wie das Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben unter Berufung auf eine Informationsveranstaltung berichtet, kann das Erdkabel nicht durch Wohngebiete, Siedlungen, Naturschutz- oder FFH-Gebiete und in der Regel auch nicht parallel zu Autobahnen oder Bahnlinien gebaut werden. So hat Amprion in einem ersten Entwurf verschiedene Trassenkorridore der „A-Nord“-Leitung erarbeitet. Nun will das Unternehmen mit Bürgern, Kommunen und Landwirten ins Gespräch kommen und Anregungen aufnehmen. Ende März 2018 soll dann der genaue Verlauf der Leitung feststehen.
 
Das Planfeststellungsverfahren für die ersten Teilabschnitte will Amprion 2019/2020 beantragen. Die Baumaßnahmen sollen 2020/21 beginnen. 2025 soll die Mega-Leitung, die den Strom von zwei Kernkraftwerken transportieren kann, in Betrieb gehen. Das Unternehmen schätzt die Gesamtkosten auf 2 Mrd Euro, davon 1,5 Mrd Euro für das Erdkabel, 500 Mio. Euro für den Konverter bei Emden-Ost.
 
A Nord Groß war das Interesse bei der ersten Veranstaltung in Krefeld: Mehr als 50 Vertreter aus Fachbehörden, Städten, Landkreisen und Gemeinden sowie Interessensgruppen haben sich über die geplante Gleichstromverbindung informiert.
Bild: www.a-nord.net
Abzuwarten bleibt laut dem Wochenblatt, wie die betroffenen Landwirte und Grundeigentümer reagieren. Das Erdkabel besteht aus zwei Strängen mit je drei Leitungen, die 2 m tief im Boden liegen. Die Baubedarfsfläche ist bis zu 40 m, der Schutzstreifen 24 m breit. Für den im Grundbuch gesicherten Schutzstreifen zahlt Amprion eine Entschädigung, die sich am Bodenrichtwert orientiert. Um den Ackerboden insbesondere vor Verdichtung beim Bau zu schützen, will Amprion weitreichende Vorsorgemaßnahmen in einer Rahmenvereinbarung mit den Landesbauernverbänden festlegen. Beim Bodenschutz will das Unternehmen auf die Erfahrungen zurückgreifen, die Landwirte im Kreis Borken beim Bau einer 380-kV-Trasse „Diele-Niederrhein“ gemacht haben. 2014/15 wurde in Raesfeld eine 3,4 km lange Stromleitung erstmals im Boden verlegt. Weitere Kabel sind derzeit bei Borken im Bau und bei Legden geplant.
 
Doch die Leitung „A-Nord“ ist laut dem Wochenblatt eine andere Hausnummer. Viele Landwirte befürchten Bodenschäden und plädieren für eine Freileitung, die zudem sechsmal günstiger wäre. 

a nord Nach Abschluss der Bau- und Rekultivierungsmaßnahmen verbleibt ein rund 24 Meter breiter Schutzstreifen oberhalb des Kabelgrabens, wobei die betreffenden Flächen wieder landwirtschaftlich genutzt werden können.

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Maier · 1.
    Ist eine landwirtschaftliche Nutzung nach der Rekultivierung möglich?

    Wenn ich an die Sandpackung denke, die selbst bei einem Niederspannungserdkabel zum Schutz des Kabels notwendig ist, dann zweifle ich sehr stark daran, dass eine vollwertige landwirtschaftliche Nutzung direkt über den verlegten Hochspanungskabeln noch möglich sein soll. Durch die Verlegung in die Erde erspart man sich den dauerhaften Anblick hoher Masten und den mit metallischen Ionen angereicherten Niederschlag unter den Leitungen, aber eine Erwärmung des Bodens im Bereich der Trasse ist zu erwarten, die zu einer erhöhten Austrocknung und damit Verminderung des Wasserhaltevermögens des Bodens führt. Dabei stört das Kabelband ohnehin schon sehr stark den natürlichen Wasserhaushalt, weil das Bodengefüge massiv verändert wird. Stromführende Kabel sind immer auch von einem Magnetfeld umgeben. In Wohnungen spricht man selbst bei Niederspannung von gesundheitschädlichem Elektrosmog. Wie sieht das dann erst bei solchen hohen Spannungen aus und wäre da ein Abstand 30 bis 40 Meter über der Erde nicht weniger problematisch als nur 1,5 Meter unter der Erde?

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