Radikale Ammoniakziele der EU nur über Abstockung erreichbar

Die EU-Kommission plant, durch eine Verschärfung der so genannten NEC-Richtlinie die Ammoniakemissionen bis zum Jahr 2030 um 39 % zu reduzieren, bezogen auf das Jahr 2005. Aus Sicht von Ulrike Müller von den Freien Wählern in Bayern hat Brüssel damit jeden Bezug zur Realität verloren. „Die vollkommen überzogene Forderung ist eine Kampfansage an die bäuerliche Tierhaltung in Deutschland“, schimpfte die Abgeordnete am Mittwoch.
 
Die Landtagsfraktion der Freien Wähler fordert die Staatsregierung daher in einem Dringlichkeitsantrag im Bayerischen Landtag auf, sich auf Bundes- und Europaebene gegen Pläne zur Verschärfung der NEC-Richtlinie zur Wehr zu setzen.
 
Müller verweist darauf, dass Deutschland seine Emissionen in diesem Bereich laut Umweltbundesamt von 1990 bis 2011 um ca. 20,2 % gesenkt und damit in den letzten Jahren in etwa die festgesetzte Höchstgrenze von 550.000 t eingehalten habe. Nach Aussage von Experten war dies jedoch nur durch die Verringerung der Tierbestände im ehemaligen Gebiet der DDR Anfang der 90er Jahre zu erreichen.
 
„Eine Absenkung wie von der EU-Kommission beabsichtigt, wird auf keinen Fall durch technische Maßnahmen zu erreichen sein“, so Müller weiter. „Damit macht die EU den deutschen Tierhaltern faktisch eine Kampfansage, weil diese Zielvorgaben nur durch massive Bestandsreduzierungen zu erreichen sind.“
 
Gerade für flächenschwache bäuerliche Betriebe ist die Tierhaltung jedoch von existenzieller Bedeutung. „Zusammen mit den überzogenen Forderungen zur Novellierung der deutschen Düngeverordnung wird diese weltfremde Politik der EU-Bürokraten zu einer echten Bedrohung für den Agrarstandort Deutschland“, kritisiert die Politikerin. Aus diesem Grund will sie dieses Thema in den kommenden Wochen ganz oben auf die Agenda setzen.
 

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von schumifan11 · 1.

    gilt für alle politiker = DENN SIE WISSEN NICHT WAS SIE TUN

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  2. von lürade · 2.
    Weltfremde Forderungen

    werden hauptsächlich von den gut vernetzten Umweltaktivisten in Brüssel in die Diskussion gebracht .das geschiet sehr massiv .Die meisten Anträge dazu sollen aus Deutschland kommen .Von sich aus erfinden die Brüsseler Beamten dieses alles nicht.

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  3. von xf1 · 3.
    Aus den Augen, aus dem Sinn

    Es wird deswegen nicht weniger konsumiert, und nicht weniger produziert - lediglich woanders. Ob sich die von Brüssel erhoffte Zwangsveganisierung durchsetzen wird, ist trotz dessen zu bezweifeln. Solange die Nationalstaaten regelmäßig unbrauchbare Politiker in Brüssel entsorgen, ist auch mit solchen Pamphlets zu rechnen. Der Schlüssel für die Zukunft Europas liegt in einer sinnvolleren Beschäftigung gescheiterter Politprofis.

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  4. von grubber7 · 4.
    Verringerung der Tierbestände

    wird in den bäuerlichen Strukturen von alleine kommen. Normale Familienbetriebe haben doch in zukunft oft nicht mehr die finanzielle Kraft alle Auflagen einzuhalten bei kleinen Bestandsgrößen von langwierigen Genehmigungsverfahren ganz zu schweigen. In Zukunft werden vor allem kapitalstarke Investoren in die Tierhaltung investieren und Tierhaltung wird abwandern nach Osteuropa. Unser Essen wird hierdurch nicht besser werden! Sollte die ASP nach Deutschland kommen, werden sich die Reduktionsziele der Tierhaltung von alleine umsetzen. Aber begriffen haben dieses anscheinend nur die wenigsten!

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