Raiffeisen-Bilanz 2017 und Ausblick auf 2018

Die Futtermittelwirtschaft profitierte 2017 von der Erholung der Agrarmärkte. Im Wirtschaftsjahr (WJ) 2016/2017 wurden bundesweit 23,9 Mio. t Mischfutter produziert.
Bild: DRV

Die 2.100 genossenschaftlichen Unternehmen melden nach ersten vorläufigen Schätzungen des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) ein leichtes Umsatzplus um 2,2 Prozent auf 61,4 Mrd. Euro (Vorjahr 60,1 Mrd. Euro).

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Positiv waren die Preis- und Erlösentwicklungen in der Milchwirtschaft (+17,9%) und Vieh- und Fleischwirtschaft (+3,2%) sowie die Betriebsergebnisse der 730 Agrargenossenschaften (+5,6%). Die Warenwirtschaft verzeichnet angesichts der erneut schwachen Getreideernte in Deutschland und des anhaltenden Preisdrucks ein Umsatzminus von 2,8 Prozent.

Im Bilanzjahr wurden höhere Milchauszahlungspreise und Schweinefleisch-Notierungen erzielt. Die verbesserte Einkommenslage in der Landwirtschaft führte zu einer partiellen Auflösung des Investitionsstaus in der Land- und Stallbautechnik. Die Nachfrage nach moderner Agrartechnik stieg merklich an. Als innovative Betriebsmittel etablieren sich digitale Services für die landwirtschaftlichen Betriebe und die Geschäftsabläufe in Genossenschaften.
 
Für die nach wie vor volatilen Agrarrohstoffmärkte sind neben konjunkturellen Entwicklungen, insbesondere in den Zielländern China und Indien, auch die politischen Instabilitäten in Europa von Bedeutung. Darüber hinaus hat der vergleichsweise schwache US-Dollar Auswirkungen auf die Exporte sowie die Agrar- und Lebensmittelmärkte. Die Digitalisierung gewinnt im Agrarhandel rasant an Bedeutung. Vernetzt werden nicht nur Maschinen auf den landwirtschaftlichen Betrieben, sondern zunehmend komplette Prozessketten von der Bestellung über die Logistik bis zur Rechnungsbegleichung.

Agrargenossenschaften: Märkte ermöglichen Stabilisierung

2017 konnten die dem DRV angeschlossenen 730 Agrargenossenschaften ihre Unternehmensergebnisse verbessern – nach einem sehr schwierigen Wirtschaftsjahr 2016. Der DRV geht von durchschnittlichen Erlössteigerungen in Höhe von ca. 6 Prozent aus. Wichtigster Einflussfaktor ist die positive Entwicklung der Agrarrohstoffpreise.
 
Die wirtschaftliche Situation in der Milcherzeugung hat sich 2017 deutlich erholt, während sich die Entwicklungen im Ackerbau und in der Schweinehaltung weniger günstig gestalteten.
 
Der Umsatz der Gruppe liegt bei 1,9 Mrd. Euro. Damit wird das Niveau 2013 und 2014 aber noch nicht erreicht. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rückschläge 2015 und 2016 bleibt die wirtschaftliche Situation der Agrargenossenschaften angespannt.
 
Die Mehrfamilienbetriebe sind daher auf verlässliche wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen angewiesen. Eine Fortsetzung der 2017 eingeleiteten Erholung setzt insbesondere offene und stabile internationale Agrarmärkte voraus. Zudem belegt die volatile Entwicklung die Notwendigkeit eines verlässlichen agrarpolitischen Rahmens für die Land- und Agrarwirtschaft. Deshalb erwarten die Agrargenossenschaften die Fortsetzung der Direktzahlungen aus der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik auch nach 2020. Bei der künftigen Ausgestaltung der Direktzahlungen müssen sie wie bisher als Mehrfamilienunternehmen anerkannt werden.

In folgender pdf finden Sie folgende Details:

  • Warenwirtschaft: Heterogener Marktverlauf
  • Futterwirtschaft: Stabiler Markt mit moderatem Produktionsanstieg
  • Milchwirtschaft: weiterhin volatil
  • Vieh- und Fleischwirtschaft: Höhere Preise – rückläufige Schlachtzahlen
  • Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft: Witterungsextreme dominieren
  • Winzergenossenschaften: Fröste bringen geringere Ernte
Download DRV-Jahresbilanz

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Leserkommentare

  • Steffen Hinrichs

    03.01.2018 - 07:18 Uhr

    Alles hängt an stabilen Märkten

    Aber ist es nicht der Raiffeisenverband ,der hier immer die volatilen Märkte fordert?! Ohne Eingriffe in den Markt werden wir auch 2018 wieder schlechtere Bilanzen bekommen.

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