Rukwied warnt vor Verlust der Wettbewerbsfähigkeit

Die deutschen Bauern wehren sich zunehmend gegen die Fülle an Vorwürfen und Unterstellungen über die Landwirtschaft. Sie sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch immer neue Umweltauflagen mittlerweile ernsthaft in Gefahr. Jüngste Kampagne gegen die Agrarwirtschaft ist das nicht akzeptable BUND-Video.
 
DBV-Präsident Joachim Rukwied warnte nun in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Produktionsbedingungen in Deutschland verschlechterten sich derzeit „gravierend“ – sowohl im Vergleich mit anderen europäischen Ländern als auch im weltweiten Vergleich. Als Gründe für seine Befürchtungen nannte Rukwied verschärfte europäische Bestimmungen über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und von Düngern. Diese gelten für Landwirte außerhalb der EU nicht. Während Bauern ihr Getreide in der Regel zu Weltmarktpreisen verkauften, stiegen durch Auflagen die Kosten. Die wettbewerbssituation der heimischen Bauern werde dadurch verschlechtert.
 
Rukwied stellte den Sinn neuester Verbote von schon zugelassenen Pflanzenschutzmitteln in Frage. „Wir machen Politik auf der Basis von Gefühlslagen ohne Berücksichtigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dabei brauchen wir in der Landwirtschaft Effizienzverbesserungen“, sagte der Bauernpräsident mit Blick auf den steigenden Nahrungsbedarf der wachsenden Weltbevölkerung. Auch die Welternährungsorganisation FAO betont laut der Zeitung, dass die Landwirtschaft effektiver werden soll.

Das Wasser hat meistens Trinkwasserqualität!

Unter anderem steht im kommenden Jahr eine Novelle der EU-Düngemittelverordnung an. Die EU-Kommission bemängelt, dass die Grenzwerte in einigen Teilen Deutschlands regelmäßig überschritten würden und droht mit einem Vertragsverletzungsverfahren. Laut den amtlichen Messdaten wird in etwa 85 % der deutschen Äcker der EU-Grenzwert für Trinkwasser eingehalten. Problemregionen sind dagegen etwa der Raum Weser-Ems, wo es eine sehr intensive Tierhaltung und viele Biogasanlagen gibt.
 
Gülledüngung Gülledüngung
Was die Düngung vor allem mit Stickstoff angeht, sieht Rukwied die deutschen Ackerbauern aber auf einem guten Weg. Über Jahrzehnte sei mit weniger Düngeraufwand mehr geerntet worden. Der Landwirt verweist hierzu ebenfalls auf die 85 % der Agrarflächen mit Messstellen, die Trinkwasserqualität attestieren. Die Situation habe sich in den letzten Jahren verbessert, trotzdem sei man in „wenigen“ Regionen gefordert, weitere Verbesserungen zu erreichen.
 
Die mehrheitliche „mediale“ Wahrnehmung sei jedoch anders. Rukwied bemerkte, Grundlage für Politik und gesellschaftliche Wertungen agrarischer Themen würden immer mehr von Emotionen bestimmt. „Ich sehe für Deutschland eine ernsthafte Gefahr, ich kann nur massiv davor warnen“, sagte er. Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel wie Neonikotinoide  würden zu sinkenden Erträgen und niedrigerer Wettbewerbsfähigkeit führen. Dann müssten mehr Getreide oder Futtermittel importiert werden – etwa Soja von fragwürdigen Anbauflächen in Südamerika.
 
Auch von einem gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro, wie ihn die sich abzeichnende große Koalition beschließen will, fürchtet der Bauernverband Wettbewerbsnachteile. Das betreffe den Obst-, Gemüse- oder Weinanbau. Der auf Hunderttausende meist ausländischer Saisonarbeiter angewiesen ist. (ad)

Lesen Sie mehr

17 Leserkommentare Kommentieren

  1. von franzballe · 1.
    Bauernverband

    Solange unsere Berufsvertretung alle sogenannten Skandale in der Öffentlichkeit nur totschweigt, wird sich an der jetzigen Situation, dass die Medien und selbst ernannte Experten immer mehr die Agrarpolitik bestimmen nichts ändern.

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Friesenkuh · 2.
    Trinkwasserqualität gegeben

    http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/131766/trinkwasserschutz-gegen-uberdungung-niedersachsische-landwirte-erhalten-bis-zu-18-millionen-euro Der Bericht un die Erhebung ist aus 2012.

    Das meinen unsere Leser:
  3. von aheum716 · 3.
    Danke.

    Von den 2400ha Porree werden sicher 10 % im Kreis Borken angebaut. Dies überwiegend von einem Großindustriellen . Fruchtfolge Möhren - Porree - Porree - Kartoffeln. Nix Weizen. Kooperation undenkbar. Grüße nach Südhessen

    Das meinen unsere Leser:
  4. von massa04 · 4.
    Bolap empfiehlt 240 für Porree

    2011 wurden auf 107.000 ha Gemüse angebaut, davon über 20.000 ha Spargel, jeweils 10.000 ha Speisezwiebeln und Möhren, weiter hinten steht Porree mit 2.300 ha. Die Stickstoffdüngeempfehlung bei Spargel und Zwiebel liegt heute bei 110 kg, etwa die Hälfte dessen, was vor 15 Jahren noch empfohlen wurde. Probleme gibt es da, wo aus Gründen der Flächenknappheit zu enge Fruchtfolgen (oft ganz ohne Getreide) gefahren werden. Deshalb fordern wir als eine Greeningmaßnahme den ungedüngten Weizen zuzulassen: Leert den Boden, bringt Humus und Weizenertrag. Dass Tierhalter ebenfalls hohe Auflagen haben, ist mir bewusst. Auch hier wollen wir politisch mithelfen. Deshalb vertrete ich die Einigkeit und nicht die Spaltung!

    Das meinen unsere Leser:
  5. von aheum716 · 5.
    Es reicht!

    Ich bekomme als Tierhalter die aberwitzigsten Auflagen, auf dem Nachbarfeld wird mineralisch in ungeheuren Mengen gedüngt. Sind die Nitratwerte hoch, ist der Tierhalter schuld. Zum letzten mal! Wie wird Porree gedüngt?

    Das meinen unsere Leser:
  6. von massa04 · 6.
    Steigende Auflagen beschleunigen Strukturwandel

    Der Südwesten war durch die Realteilung bedingt strukturell immer im Nachteil. Die Zahl kleiner Betriebe ist und war schon immer hoch. Diese haben sich trotzdem vor den großen Bettrieben im Norden und Osten nicht fürchten müssen. Ein hoher Anteil an Sonderkulturen (Spargel, Erdbeeren, Gemüsebau, Weinbau, Frühkartoffeln) oder biologischer Anbau, oft mit hohem Anteil Direktvermarktung, hat auch den 10 und 20 ha-Betrieb seine Familie ernähren lassen oder der jungen Generation auch Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Nun sollen nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierend, sondern rein aus ideologischer Abneigung wichtige Wirkstoffe, die unsere Ernten quantitativ und qualitativ sichern, wegfallen. Alle Kreisbauernverbände haben sich bei der WRRL zur Mitarbeit verpflichtet, um die 15 % der Flächen, deren Grundwasser nicht in Ordnung ist, in den Griff zu kriegen. Was ist der Dank: Kampagnen gegen uns. Dort wo wir nachweislich Schuld tragen, werden wir die Konsequenzen ziehen und unsere Produktion anpassen. Aber diese Hetzkampagnen sind übel. Und noch was zu den "Kleinbauern": Mancher Kleinbauer steht finanziell besser da, als ein großer, der sich (mit Krediten z.B.) überfressen hat. Was wir brauchen: Ein Miteinander von Groß und Klein und Nord und Süd und Ackerbau und Tierhaltung und auch BdM und DBV. Wir brauchen Einigkeit gegen die ideologischen Verleumder. Willi Billau Regionalbauernverband Starkenburg

    Das meinen unsere Leser:
  7. von aheum716 · 7.
    Probleme konkret angehen...

    Zitat: "Laut den amtlichen Messdaten wird in etwa 85 % der deutschen Äcker der EU-Grenzwert für Trinkwasser eingehalten. Problemregionen sind dagegen etwa der Raum Weser-Ems, wo es eine sehr intensive Tierhaltung und viele Biogasanlagen gibt."Zitat ende. Wer trägt dafür die Verantwortung? Wer hat das EEG 2009 entgegen aller Warnungen eingestielt? Richtig, Bauernpräsident Röring als Bundestagsabgeordneter. In den kommenden 4 Jahren erhält er noch 560.000€ Diäten aus unseren Steuern. Das von Rukwied Gesagte finde ich sonst nicht ganz falsch. Die Pfennigfuchserei mit dem Mindestlohn, ist allerdings etwas blamabel. Genau die Gemüsebauern könnten das gut bezahlen. Apropos Gemüse und Grundwasser. Herr Dr. Billau! Wieviel Stickstoff erhält ein ha Porree? Der Bedarf liegt bei 150kg N. Um verkaufsfähige Ware zu bekommen muss man 300,400 oder 600kg düngen? Diese Werte werden genannt. Welcher ist richtig?

    Das meinen unsere Leser:
  8. von eniemann · 8.
    Herrn Rukwieds Bärendienst

    Bauernverbands-Präsident Rukwied verdrängt, dass die große Mehrheit der ordnungsgemäß düngenden Landwirte vor allem durch jene in Mißkredit geraten, die sich eben nicht an die Gesetze halten. Und im Weser-Ems-Raum gibt es eben seit einigen Jahren keinen abnehmenden Trend der Grundwasserbelastung mehr, sondern einen Knick in Richtung steigender Belastung. 60% der niedersächsischen Grundwassers ist belastet! Wenn Herr Rukwied, diesen Misstand (der beileibe nicht von allen Landwirten in Weser-Ems verursacht wird!) bemäntelt und schönredet, schadet er allen anderen Landwirten. Bemerkenswert immerhin, dass Herr Rukwied in diesem Zusammenhang (erstmals ?) die Soja-Importe von "fragwürdigen Anbauflächen in Südamerika" anprangert. "Fragwürdig" doch wohl auch wegen des dortigen massiven Einsatzes von Glyphosat, den Rukwied hier aber undifferenziert verteidigt. Hoffentlich gefährdem solche Äußerungen nun nicht die vielen Posten von Bauernverbands-Funktionären bei Soja-Importeuren wie Agravis & Co... Zum Mindestlohn: Solange Löhne darunter liegen, ist dieses Niveau auch der konkurrierende Vergleichsmaßstab, den Bauern für ihre eigene Arbeit erzielen können.

    Das meinen unsere Leser:
  9. von detmarkleensang · 9.
    Verlust der Wettbewerbsfähigkeit?

    Rukwied warnt tatsächlich vor dem _Verlust_ der Wettbewerbsfähigkeit? Wie das? Die haben wir noch überhaupt nicht erreicht! Wir sind nicht wettbewerbsfähig im Vergleich zu anderen außereuropäischen Ländern mit wesentlich geringeren Produktionsauflagen und Lohnkosten. Wir werden es auch nie werden! Oder glaubt irgendjemand ernsthaft daran, unsere Produktionsauflagen würden jemals auf ein Mittelmaß anderer Konkurrenzländer reduziert werden? Das wird sicher nicht passieren! Auch bei den Lohnkosten werden wir nie mit anderen wettbewerbsfähig werden, mit oder ohne Mindestlohn nicht. Wettbewerbsfähigkeit werden wir nie allein durch Masse und entsprechend günstige Preise herstellen können. Wer das glaubt, der sollte lieber über eine Auswanderung nachdenken. Hierzulande werden wir nur wettbewerbsfähig werden können durch die Produktion von Qualität zu entsprechend hohen Preisen, um die Auflagen und Mindestlöhne aufbringen zu können. Exportieren wir weiter nur billig, ob durch Ausbeutung von Arbeitskräften oder durch entsprechende Subventionierung, so droht Deutschland eine Klage durch unsere "Wettbewerbsländer" vor dem europäischen Gerichtshof, da diese durch unsere Exportstärke eine Benachteiligung ihrer eigenen Wettbewerbsfähigkeit hinnehmen müssten. Was sie sicher nicht tun werden. Unser ganzer Export, auf den viele zu schwören, nützt uns nichts und wird uns nur noch teuer kommen, da wir eine solche Klage verlieren würden. Die Katze beißt sich in den eigenen Schwanz wenn wir so weitermachen. Ohne eine neue Ausrichtung der Landwirtschaft und der damit verbundenen Wirtschaft wird es nicht gehen. Um wirklich wettbewerbsfähig zu werden müsste Rukwied neue Überlegungen in seinem Verband anstrengen. Dazu wird er allerdings kaum in der Lage sein, solange er nicht einmal die Realität erkennt und davor warnt, wir könnten eine nicht existente Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

    Das meinen unsere Leser:
  10. von Holtkötter · 10.
    @Klaus

    Du hast schon den obigen Text gelesen oder? Irgendwie passt dein Kommentar aber nicht dazu. Oder reichte der Name Ruckwied und DBV bereits aus eine Erwartungshaltung bei dir auszulösen. In dem was ich gelesen habe Prangert Rukwied an das wir hier immer höhere auflagen bekommen als die Landwirte Weltweit und auch teils derer in unseren EU Nachbarländern. Wir aber nicht mehr für unsere Produkte bekommen sondern das auch für uns nur die Weltmarktpreise gelten. Ich sehe nicht das er irgendwo die immer angeführte Industrielle Landwirtschaft (komisch das selbst Landwirte damit nun Hausieren gehen) als die Lösung ansieht. Nicht immer mit Verbansscheukappen lesen Wünsche noch einen schönen Tag Marcus

    Das meinen unsere Leser:
  11. von Hardthof · 11.
    Mindestlohn

    Unternehmer anderer Branchen machen mit neuen Lohnkosten einfach ne neue Kalkulation des Verbrauchspreises. Ruckwid sollte seinen Teil dazu beitragen uns Bauern endlich in großen EZG`s zu bündeln. Das Angebot unter Kontrolle zu behalten, und somit den Preis zu beeinflussen. Dann würde keiner über solche Probleme reden müssen. Aber Nein, wir sollen mit unseren Überschüssen mit allen Kollegen dieser Welt im Wettbewerb stehen.

    Das meinen unsere Leser:
  12. von preuße · 12.

    Ich stell mal die Gegenfrage, warumm soll mich der Arbeitsplatz bei Mercedes mehr interessieren, als umgekehrt? Der Verbraucher ruft nach Qualität - diese ist aber nicht zu Ramschpreisen zu haben. Wenn ich mich mit dem Weltmarkt messen soll, hab ich damit kein Problem. Dann aber will ich auch Arbeiter beschäftigen können für 100,-€ im Monat ohne soziale Absicherung. Dann will ich einen handwerker rufen können, der für 5,-€ die Stunde kommt. Dann will ich einen Alten und Kranken wegwerfen können, wie Abfall so wie das von der Großindustrie im übertragenen Sinn in den Drittländer Gang und Gäbe ist. Ist es das was wir wollen? Sorry, aber eine solche Entwicklung bin ich nicht bereit mitzutragen. Und ich erwarte von einem DBV, das er sichebenfalls ganz klar gegen solche Entwicklungen ausspricht. Und ich erwarte, das die Politik sich zu solch ethischen Werten bekennt, sie umsetzt und einhält.

    Das meinen unsere Leser:
  13. von klaus1618 · 13.
    Werter Herr Rukwied,

    Ihre verbandsseitige Interpretation der aktuellen Situation im Agrarsektor unterliegt meiner Meinung nach einer fatalen Fehleinschätzung: Sie fordern den Zugang zu den globalen Märkten; das kleine Bäuerlein soll sich den internationalen Wettbewerbsbedingungen unterwerfen und zu dort eingeforderten "Qualitätskriterien" sich an dortigen zugrundegelegten Produktionsbedingungen orientieren. Die europäischen Qualitätsstandards sollen auf Weltmarktniveau "revolutioniert" werden??? Zwischen den Zeilen deute ich da eine verbandsseitige Positionierung hin zu einer industriellen Landwirtschaft. Nimmt man damit nicht auch unterschwellig Lebensmittelskandale wie den jüngst erst erneut publik gewordenen Fleischskandal zwangsläufig billigend in Kauf? Dem schnöden Mammon soll das deutsche Qualitätsanspruchsdenken, die gar schon in Europa erkämpften Qualitätsstandards, "geopfert" werden, eine Aufweichung derselben um die Türe für den Weltmarkt weit aufzustoßen? Masse, Masse, Masse - damit einhergehend zwecks Kostenminimierung weniger Klasse u. Sicherheit? Das sind gänzlich falsche Parolen, die indirekt auf den Weg gebracht werden. Sie werden in dieser Argumentation wiederum eine Verunglimpfung Ihrer Person und Ihrer Verbandes verlautbaren, es sind aber aus meiner Sicht der Dinge die mittel- und langfristigen agrarpolitischen Konsequenzen aus dem von Ihnen aufgestellten Forderungskatalog. Sie sprechen mit Ihrer Positionierung für 3 % der Betriebe, die bis zu 80 % der Subventionen abgreifen sowie für Ihre Mitglieder des Grain-Club, in deren Entscheidungsgremien Sie u. andere Ihnen nahestehende Funktionäre an vorderster Front entscheidend mitwirken. Dringlichst sollten Sie "IHRE" wissenschaftlichen, sehr einseitigen "Herstellererkenntnisse", die ausschließlich der Absatzförderung ohne WENN und ABER dienlich sind, einer kritischen wissenschaftlicherseits neutralen Überprüfung unterziehen lassen. MIt einem ganz faden G'schmäckle, einem groben berufsständischen "Fettnäpfchen", u. ein aus meiner humanistischen Grundeinstellung heraus (Sie dürfen hier gerne Ihrer Argumentation folgend, diese mit "ausschließlichen emotionalen Gedankenauswüchsen" übertiteln), ist die berufsständische Vertretung mit ihrer Forderung nach einem Ausschluss von einem sich abzeichnenden Mindestlohn in Deutschland für ausländische Saisonarbeitskräfte zu bewerten. Verstößt ein solches Ansinnen nicht gegen die Charta der Grundrechte der Europäischen Union? Hinterfragen Sie doch einmal, wieviele Ihrer annähernd 300 000 Familienbetriebe dieser saisonalen Zuarbeit bedürfen! Enttarnt diese Positionierung die berufsständische Vertretung nicht erneut einer offensichtlich betriebenen Agroindustrie-Politik des DBV? Würden Sie wirklich das bäuerliche Interesse in den Vordergrund stellen, würden Sie Ihre Mitglieder nicht in eine "Agro-Gigantonomie" pressen wollen in dem Wissen, dass dieses immer MEHR, immer GRÖSSER, nicht wirklich die Einkommensverhältnisse eines jeden Betriebes wirklich stützt, sondern gar kontrapoduktiv die Bauernfamilien immer weiter in die Schuldenfalle treibt, mal ganz abgesehen von der physischen und psychischen menschlichen Leistungsfähigkeit, die irgendwann einmal an absolute Grenzen stösst. Sie als Angehöriger eines "geschulten Fachpublikums" sollten das BUND-Video nicht ausschließlich als Hetze abtun. Die moralisch-ethische Bedenklichkeit, durch missbräuchliche Weckung von Emotionen jeden menschlichen Seins, der sich die bildlichen Attitüden dieser 45-Schocksekunden bedienen, werfen tatsächlich die generelle Frage auf, wo die Grenzen im Medium "Internet" durch ein professionelles Werbemanagement, derart inszeniert, zu ziehen sind. Im vorliegenden Fall, gerade im Hinblick auf einen sehr ernstzunehmenden realen Hintergrund, der sich durch das Bedienen moralisch und ethisch äußerst fragwürdiger Mittel bei fehlendem Hintergrundwissen, das man Ihnen wohl aber nicht absprechen sollte, sehr wahrscheinliche Fehlinterpretationen des jeweiligen Betrachters, gar wissentlich zulässt, billigend in Kauf nimmt. So wird das eigentliche Ansinnen total verwässert, überhaupt nicht mehr transportiert, weil die allgemeinen Schockemotionen vollkommen überlagern. Insofern war das Video, beauftragt durch den BUND, ein absoluter Fehlgriff u. es bedürfte von da tatsächlich einer dringenden Klar- u. Richtigstellung, vor allen Dingen einer Entschuldigung in Richtung der aktiven Bauern, die als Hauptbetroffene schon gar nicht einer verbalen Schlacht mit dem Rücken an der Wand ausgesetzt werden dürften. Sie, werter Herr Rukwied, sollten im Sinne des Anwenderschutzes aber dringlichst Ihre negative verbandsseitige Haltung zu einer Novellierung der europäischen Pflanzenschutz- und Düngemittelverordnung überdenken. Steht nicht auch für den DBV die Gesundheit der aktiven Bauern und die der Vielzahl der Verbraucher im Vordergrund?

    Das meinen unsere Leser:
  14. von massa04 · 14.
    Als Exportweltmeister angeklagt

    @Preuße: Deutschland wird aggressiv aufgefordert, seinen Außenhandels- Überschuss abzubauen. Wenn überhaupt, wo denken Sie, wird man anfangen? Man wird erst den eigenen Agrarexport opfern, um nicht die Kompensationsgeschäfte (Mercedes-Motoren, Maschinenbau gegen argentinisches Rindfleisch und brasilianisches GVO-freies Soja) zu gefährden. Wovon hängen wohl mehr Arbeitsplätze ab und wessen Lobby ist stärker? Da passt es ganz gut, wenn man den Pflanzenschutz erschwert, die Nitratbelastung anprangert und die Tierhaltung so umbauen will, dass höchstens der gutbetuchte Bürger noch in der Lage ist, Fleisch zu bezahlen.

    Das meinen unsere Leser:
  15. von massa04 · 15.
    Wir haben in 2 Jahren die 8,50 €

    Die Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände haben zusammen mit der IG BauAgrarUmwelt die stufenweise Einführung des Mindestlohnes im Agrarbereich für Saisonarbeitskräfte beschlossen. Vor dem Hintergrund der politischen Diskussion um einen Mindestlohn bzw. eine Lohnuntergrenze haben GLFA und IG BAU für diese unterste Lohngruppe jetzt Lohnhöhen vereinbart. Diese gelten bis zum Ende des Jahres 2018. Beginnend mit einem Bruttostundenlohn in Höhe von 7,00 EUR ab 1. Juli 2013 in den alten Bundesländern und ab 1. Juli 2014 mit 7,10 EUR in den neuen Bundesländern werde danach schrittweise ab 1. Dezember 2017 bundesweit eine einheitliche Lohnhöhe von 8,50 EUR erreicht. Ob wir in Zeiten klimatisch bedingter temporärer Überproduktion mit 8,50 €/h noch kostendeckend arbeiten können, steht jedoch in Frage! Willi Billau Sonderkulturausschuß HBV

    Das meinen unsere Leser:
  16. von preuße · 16.

    Mag ja soweit Richtig sein, was Herr Rukwied da anmerkt. Allerdings haben viele Auflagen entweder schon ihren Sinn, oder aber sie sind aufgrund diverser schwarzer Schafe in unseren Reihen entstanden. Viel wichtiger wäre es, am Markt einen entsprechend höheren Preis für unsere Produkte durchzusetzen. Gleichzeitig muß der Marktzugang für Drittländer insofern eingeschränkt werden, das diese hierzulande unseren Standart garantieren müssen UND wir zu dort ü+blichen Bedingungen liefern dürfen....

    Das meinen unsere Leser:
  17. von storm · 17.
    rukwied

    den kommentar von herrn rukwied kann man nur in allen punkten unterstreichen.warum aber dazu ein bild von einem güllefaß und nicht von einer schönen kuh? ernst storm

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren