Russland geht gegen Nichtnutzung von Agrarland vor

Einsaat in Russland Einsaat in Russland
Bild: Archiv

In Russland dürften im Laufe dieses Jahres mehr als 100.000 ha Agrarland, das nicht bestimmungsgerecht genutzt wird, den Eigentümern weggenommen werden. Die Ländereien werden den interessierten Produzenten zur Verfügung gestellt, erklärte Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschjow laut aiz.info.

Bei einer agrarpolitischen Konferenz erinnerte er daran, dass das Gesetz eine derartige Vorgehensweise bei einer länger als drei Jahre andauernden Nichtnutzung beziehungsweise Zweckentfremdung von Grund und Boden erlaubt. Tkatschjow plädierte dafür, von dieser Möglichkeit stärker Gebrauch zu machen.

In den ersten vier Monaten 2017 sind Anträge auf Beschlagnahme der Grundstücke in einer Gesamtgröße von gut 35.000 ha gestellt und für rund 10.000 ha bereits stattgegeben worden, teilte der Minister mit. Derzeit lägen landesweit über 10 Mio. ha Agrarland brach, wodurch Russland ein bedeutendes Potenzial für die Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion entgehe, monierte Tkatschjow.

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Paul Siewecke · 1.
    zum Vergleich...

    Deutschland hat ca. 11,9 Mio Hektar Ackerfläche insgesamt, also nur etwas mehr als die russische "Stilllegungung". Russland hat kein Ackerflächenproblem, sehr wohl aber ein Technik- und Infrastrukturproblem (Lagerkapazitäten, Transport, etc.) und das "Embargo" bewirkt nur eines: dient hier als Ausrede um Erzeugerpreise niedrig zu halten...

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  2. von Gerhard Steffek · 2.
    Tja -

    wer glaubt, dass nach einem möglichem Ende des Russlandembargos dort wieder ein riesiger Absatzmarkt für die europäische Landwirtschaft entstehen würde, dem wünsche ich heute schon ein angenehmes Aufwachen aus seinen Träumen. Die einzigen die dann profitieren werden sind die Landmaschinenhersteller und Importeure.

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