Schmal: Pauschale Kritik belastet

Karsten Schmal Karsten Schmal bei einem früheren Pressetermin
Bild: Liste

„Die pauschale Kritik an der modernen Landwirtschaft belastet unsere Bauernfamilien in zunehmendem Maße. In Verbindung mit dem Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln werden wir Landwirte oft zu Unrecht an den Pranger gestellt.“ Das sagte Hessens Bauernpräsident Karsten Schmal kürzlich beim Besuch auf dem Hof der Familie Ritter in Bebra-Breitenbach (LK Hersfeld-Rotenburg).

Vielfach werde der Einsatz der von verschiedenen Behörden intensiv geprüften und zugelassenen Pflanzenschutzmitteln per se abgelehnt. „Dafür fehlt mir jegliches Verständnis“, so der Bauernpräsident. Denn schließlich gehe es doch darum, Ernten und Qualitäten und damit die Ernährung der Bevölkerung zu sichern.

Seit Anfang Juni sei die neue Düngeverordnung in Kraft. Die damit verbundenen Einschränkungen, Verbote und Dokumentationspflichten seien für die Landwirte gravierend. So müssten beispielsweise vor der Ausbringung von Düngern eine Düngebedarfsermittlung durchgeführt werden. Bei Kontrollen müssen entsprechende Aufzeichnungen vorliegen. Dadurch komme auf die Bauern ein erheblicher Mehraufwand zu. „Dennoch sperren wir uns nicht dagegen, weil wir ein ureigenes Interesse daran haben, umweltgerecht und ressourcenschonend zu düngen“, hob Schmal hervor. Die strengeren Vorgaben der Düngeverordnung würden sicherlich dazu beitragen, Nitrateinträge ins Grundwasser zu verringern.

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Welches Wissen haben Journalisten?

    Vor kurzem las ich in der Zeitung einen Kommentar, bei dem von der "Vergiftung des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel" die Rede war. Offensichtlich ist den Zeitungsmachern heute, nach 30 Jahren, noch nicht klar, dass die Grenzwerte für Planzenschutzmittel mit deren Giftwirkung gar nichts zu tun haben. Der Grenzwert z. B. für Arsen, einem natürlichen, aber sehr giftigen, krebserregenden Stoff im Trinkwasser ist 100 mal höher als der für ein einzelnes Pflanzenschutzmittel.

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  2. von Doris Peitinger · 2.

    Der DBV ist doch auf der einen Seite derjenige, der den Verbrauchern ein vollkommen falsches Bild von den Bauernhöfen und deren Wirtschaftsweise vermittelt. Oder haben die Streichelbauernhöfe, die regelmäßig auf dem ZLF und der Grünen Woche als Beispiel und Werbung für die "moderne Landwirtschaft" aufgebaut werden, etwas mit der Realität zu tun? Desweiteren wird Kritik bewußt aufgebauscht, damit den Landwirten jegliches Selbstbewußtsein genommen werden soll. Denn wie ist dies damit vereinbar, dass Landwirte bei allen Umfragen zu der beliebtesten Berufsgruppe zählt? Hier kann man bewußt in die Kerbe hacken, dass bei vielen Bauern durch zu geringe Einnahmen und Arbeitsüberlastung ohnehin die Nerven blank liegen und man ihnen einen Schuldigen präsentieren muss. Und man damit davon ablenken kann, dass die niedrigen Erzeugerpreise ganz bewußt forciert werden und jegliche Maßnahmen zur Marktteilnahme und Mengenregulierung bekämpft werden. Deshalb passen derartige Kommentare genau an diese Stelle, auch wenn es vielleicht jemandem nicht in den Kram paßt. Und man die Bauern anscheinend auch noch für zu blöd hält, ihre Zahlen zu kennen und zu wissen, dass alle(!) in Krisen Geld verbrennen und in den sog. guten Jahren mit viel Glück kostendeckend wirtschaften! Und derartige Sprüche aus Richtung eines Verbandes, der angeblich für die Bauern eintritt!

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  3. von Jörg Meyer · 3.
    Recht hat er

    wir haben in Deutschland mit die weitestgehenden Auflagen in der Welt was Tier- und Umweltschutz in der Lw. Hinzu kommt eine Bürokratie die von Umfang her mit an vorderster Stelle weltweit ist. Und trotz all dieser Regelungen, die intensiv kontrolliert werden, trotz funktionierender Veterinärbehörden und guter Lebensmittelüberwachung wird von Seiten grüner Gutmenschen, Angstgeschäftemachern und leider auch einiger eigennütziger Berufskollegen das bestehende System immer wieder in Frage gestellt, Probleme werden zu Skandalen hochgepuscht und andere die nicht ins Weltbild passen (Ökosprossen mit vielen Toten und hunderten mit schweren Spätfolgen) unter den Teppich gehalten. Die Deutschen können dem bestehenden System vertrauen es funktioniert, bei Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Tierschutz und bei Neubau von Stallanlagen! Warum hier mal wieder der DBV aufgrund schlechter wirtschaftlicher Lage vieler Betriebe angegriffen wird verstehe ich nicht ganz, das sollte an anderer Stelle diskutiert werden und vor allem mit belastbaren Zahlenwerken mit deutlichen Bezug zur individuellen betriebswirtschaftlichen Planung.-

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  4. von Karl-Heinz Mohrmann · 4.

    Wie will der DBV und Herr Schmal der Bevölkerung erklären das die Milchbauern in der kommenden Krise wiedereinmal hunderte Millionen an Steuergeldern erbetteln müssen um nicht bankrott zu gehen. Vor dem Hintergrund das sich zur letzten Krise nichts verändert hat und DBV und co alle sinnvollen Veränderungen abgelehnt haben. Das lässt sich keinem Steuerzahler erklären und deshalb wurde auch schon angekündigt das es kein weiteres Geld geben wird wenn wir mit voller Absicht mit voller Kraft in die nächste Milchpreiskrise fahren...

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  5. von Kirsten Wosnitza · 5.
    Herr Schmal

    Setzen Sie sich als Milchexperte des DBV für die Mehrheit der Milcherzeuger ein , die davon profitiert, wenn sie nicht immer wieder mit existentiellen Krisen am Milchmarkt belastet wird. Setzen Sie sich für ein europäisches Kriseninstrument ein, das nicht wie derzeit die Intervention den europäischen Milchpreis dauerhaft drückt (wovon nur die exportorientierte Industrie profitiert), sondern ressourcenschonend den Markt schnell zu Gunsten der Milcherzeuger wieder ins Gleichgewicht bringt. Erst dann werden wir Milchbauern auch in der Lage sein, die Anforderungen der Verbraucher zu erfüllen und wirklich nachhaltig zu wirtschaften. Jammern in der Opferrolle mag kurzfristig Erleichterung bringen, wirkt aber auf Dauer lähmende und hat nichts mit unternehmerischen Denken zu tun.

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  6. von Willy Toft · 6.
    Das gefährliche Halbwissen der Kritiker wird von unsachgemäßer Darstellung in den Medien verstärkt!

    Diese Mischung und die wirtschaftliche Lage lässt die Landwirte verzweifeln, weil sie nicht überall gehört werden. Das auch noch einige Politiker in diese Kerbe hauen, stößt dann nur noch auf Unverständnis bei den Bauern, die jeden Tag ihr Tagewerk unter erschwerten Bedingungen verrichten. Die Dokumentationsflut, und die wetterwidrigen Ernteverhältnisse nagen schon genug an den Nerven der Landwirte. Das das Ganze nicht einmal richtig entlohnt wird, ist diesen Kritikern überhaupt nicht bewusst.

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  7. von Steffen Hinrichs · 7.
    Hauptsache günstige Lebensmittel !

    Und unser DBV verlangt keine Preisaufschläge für die in Deutschland sowieso so günstigen Lebensmittel !

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