Schmidt bekräftigt 20 Prozent Ziel für den Ökolandbau

Bereits auf der Biofach im Februar hatte Schmidt sich das 20 Prozent Ziel zu Eigen gemacht.
Bild: biofach.de

Bundesagrarminister Christian Schmidt sagte am Montag bei einer Bioland Veranstaltung, dass er das Ziel, 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ökologisch zu bewirtschaften, noch zu seiner politischen Lebzeit erreichen möchte. Die Bioland-Bauern fordern einen Stopp der Revision der EU-Ökoverordnung.

Schmidt erläuterte am Montag in Fulda mit 180 Delegierten von Bioland seine Strategie für den Ökolandbau. Das Ziel aus der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung von 20 Prozent Biolandbau bekräftigte Schmidt dabei. „Mit der Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau wollen wir die Umstellung landwirtschaftlicher Betriebe auf den ökologischen Landbau in Deutschland erleichtern und das Ziel, 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ökologisch zu bewirtschaften, noch zu meiner politischen Lebzeit erreichen“, sagte Schmidt laut Bioland vor den Delegierten.

Für 40.000 landwirtschaftliche Betrieben könnte durch die Umstellung auf den Biolandbau eine Zukunftsperspektive geschaffen werden. Zwei Millionen Hektar zusätzliche Ökofläche würden der Gesellschaft einen Mehrwert an Tierwohl, Artenvielfalt und Klimaschutz bringen, heißt es dazu bei Bioland. „Die Zukunftsstrategie ist ein guter Anfang“, sagte Bioland-Präsident Jan Plagge. Aus seiner Sicht hat der Biolandbau in Deutschland noch ein großes Potenzial für eine umweltverträgliche und zukunftsfähige Landwirtschaft, welches bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sei.

In der Debatte zwischen den Bioland Delegierten und Bundesminister Christian Schmidt äußerten die Praktiker erneut ihr Unverständnis zur Revision der EU-Ökoverordnung, die gegen den Willen des gesamten Sektors durchgeboxt werden soll. Als zentrale Forderung gaben die Bioland-Delegierten dem Bundesminister mit auf den Weg, jetzt die Weichen für einen Weg aus der Sackgasse zu stellen und die Revision zu stoppen. „Die Bundesregierung muss sich jetzt für einen Stopp der Revision und stattdessen für die Weiterentwicklung des bestehenden und bewährten Bio-Rechts einsetzen. Ein neues Bio-Recht muss die Entwicklung des Biolandbaus in Europa fördern anstatt sie zu behindern“, sagte Plagge.

Schmidt präferierte vor den Delegierten auch die Weiterentwicklung der bestehenden EU-Ökoverordnung und sagte dazu: „Lieber habe ich den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Schmidt sprach weiter einen „erheblichen Strukturbruch“ in der Landwirtschaft an. Aus seiner Sicht beantwortet in der anhaltenden Krise der Markt nicht alleine alle Fragen. Vor den Bioland Delegierten wiederholte er sein politisches Vorhaben, kleine und mittlere Betriebe zu erhalten. Sonst gehe die Basis im ländlichen Raum verloren, warnte Schmidt in Fulda.

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Hans Spießl · 1.
    Bio Anbau

    Das soll der Markt regeln. Die Förderung des Bio Landbau müsste sofort eingestellt werden. Insbesondere der Viehlose oder Viehschwache Bio Anbau macht nur die Böden kaputt- Stickstofffreisetzung durch Humusabbau, wahrscheinlich dadurch auch enorme Kohlenstoffeinträge in die Atmosphäre. Es wird Zeit einen Verband zu Gründen "Die noch produzierenden Landwirte" um endlich in diesen Sachverhalt Klarheit zu bringen. Diese Biobauern Zerstören mit Steuergelder Volksvermögen!

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  2. von Jörg Meyer · 2.
    20% nur flächendeckend sinnvoll!

    Die momentan zu beobachtende Klumpenbildung (statistischer Begriff für Konzentrationen ) an vor allem extensiven Standorten hat nur noch geringen Zusatznutzen für die Gesellschaft. Will man wirklich positive Effekte realisieren, so müssen die Prämien für Bio und Vertragsnaturschutz an die Standorte angepasst werden. Auf guten Standorten mit hohen Opportunitätskosten bedarf es deutlich höherer Prämien als auf Grenzstandorten, wo die Gesellschaft die extensive Wirtschaftsweise deutlich günstiger erhalten kann. Es ist also an der Zeit hier vor allem in Gunstregionen wie der Magdeburger Börde mit hohen Hektarprämien für Extensivierung und Bio zu werben, der Zusatznutzen wäre deutlich höher. Wenn wirklich die 20% erreicht werden sollen, dann benötigen wir regionale Prämienquoten verbunden mit Ausschreibungsmodellen, nur so kann das maximale für die Natur mit effizienter Mittelverwendung erreicht werden.

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  3. von Matthias Vetter · 3.

    Wie viel Biolandbau es geben wird, entscheidet einzig und allein der Verbraucher und sonst keiner.....

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  4. von Wilhelm Grimm · 4.
    20 % ?

    Warum nicht gleich 100 %, Herr Minister ? Die Grünen werden sie achten !

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  5. von Gerd Uken · 5.
    Dann rechnet er mit einem

    Wachwechsel-selbst Feau Künast hat zu politischen Lebzeiten ihr Ziel nicht erreicht. Warum raspelt der denn jetzt plötzlich Süßholz? Den eigenen Laden hat er nicht mal im Griff bei der konventionellen Milch da will er den anderen Marktbauch noch ruiniere .

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