So giftig ist Jakobskreuzkraut!

Das giftige Jakobskreuzkraut breitet sich immer weiter aus. Die Zunahme von Brachflächen auf dem Acker, nicht aufwuchsangepasste Extensivierung auf dem Dauergrünland und falsches Grünlandmanagement können die Ausbreitung vorangetrieben haben. Sicherlich haben auch mehrere Jahre mit länger anhaltenden Trockenphasen die Ausbreitung begünstigt.
 
Zum Ärgernis wird die gelbe Pflanze durch ihre Giftigkeit. Während Weidetiere das frische Jakobskreuzkraut wegen der Bitterstoffe eigentlich meiden, verflüchtigen sich diese im Heu, während das Gift erhalten bleibt. Die Pflanze wird also mitgefressen.

Dem Landwirt bleibt daher nur, die Korbblütler vor der Mahd herauszureißen. Durch eine hohe Nutzungsintensität kann es nämlich nicht mehr bekämpft werden, dadurch bleiben die Pflanzen nur länger vital und können Jahre überdauern. Wie wichtig das Entfernen des Jakobskreuzkrauts von der Fläche ist, zeigt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in einer Broschüre eindrucksvoll:

1 % im Heu und das Rind ist in 3 Monaten tot

So werden die enthaltenen Pyrrolizidin-Alkaloide im Körper von Rindern, Schafen und Pferden zu Schadstoffen verstoffwechselt und führen zu akuten oder chronischen Vergiftungen (Leberschäden). Das Gravierende an diesen Stoffen ist, dass sie nicht ausgeschieden werden, sondern sich im Körper, vor allem der Leber, ansammeln. Dadurch führt auch die wiederholte Aufnahme von kleinen Mengen zu einer Vergiftung, die tödlich verläuft, da es keine Heilungsmöglichkeiten gibt.
 
Die verschiedenen Nutztiere reagieren unterschiedlich auf die Giftstoffe. Besonders gefährdet sind Pferde, hier reichen 2,4 kg im Heu zum Tod. Rinder sind etwas unempfindlicher. Die höchsten Giftmengen vertragen Schafe und Ziegen.
 
Jakobskreuzkraut
 
Die Gefahr ist erheblich, wenn man sich vor Augen führt, dass ein einzelner ausgewachsener Trieb im Mittel etwa 70 g Frischmasse oder 10 g Trockenmasse wiegt. Die auf dem Foto unten gezeigten 15 Triebe haben zusammen bereits ein Frischgewicht von 1000 g.
 
Jakobskreuzkraut 15 Triebe entsprechen 1000 g Frischmasse oder 150 g Trockenmasse
 
Wird einer 700 kg schweren Kuh diese Menge 100 Mal angeboten, ist bereits die Letaldosis erreicht. Jegliche Verfütterung sollte daher konsequent vermieden werden, denn erste Schäden sind bei einem chronischen Krankheitsgeschehen bereits nach Aufnahme erheblich geringerer Futtermengen zu erwarten. Die Wirkung auf Föten ist bei wesentlich geringeren Mengen anzusetzen.
 
Ein Ertragsanteil von 0,05 Prozent oder 1 Trieb je ar erscheint aus heutiger Sicht als äußerste Grenze der Verunkrautung, die geduldet werden kann, denn gerade bei langlebigen Tieren im Bereich der Pferdehaltung ist eine größere Empfindlichkeit zu befürchten und ein geringerer Unkrautbesatz zu fordern. (ad)

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von woeda · 1.
    Wahlkampf gegen die Bauern

    Für Extensivierung ist doch immer reichlich öffentliches Geld da. Komisch, daß kein Geld für die Untersuchung vorhanden ist, warum das Giftkraut nur auf den hoch gelobten Extensivwiesen wächst. Gruß W.W.

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  2. von hjfricke · 2.
    die rache der extensivierung

    und ich meine dieses kraut muss sofort anzeigepflichtig sein.gruß h.-j.

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