Spiegel wehrt sich gegen Vorwürfe

Im Spiegelbeitrag „Kälber für die Tonne“ wird Landwirtin Annelie Wehling zitiert. Wie am Dienstag berichtet, sieht sich die Rinderhalterin vom Spiegel getäuscht, da sie gar kein Interview gegeben habe.

In einem privaten Schreiben der zuständigen Journalistin an eine Leserin – das top agrar vorliegt – , erläutert diese nun ihre Sichtweise. So habe sie sehr wohl Frau Wehling gleich zu Beginn des Treffens informiert, dass sie derzeit neben dem TTIP-Thema auch an einem Spiegel-Artikel über die Situation der Bullenkälber arbeite, und darüber habe man dann auch gesprochen. So sei es um das System Milchwirtschaft und die Auswirkungen von TTIP gegangen.

„Richtig ist, dass ich ihr nicht explizit sagte, dass ihre Zitate in dem Kälberartikel  vorkommen, das hat sich erst später entschieden.Das bedauere ich, denn meine Absicht war es nicht, Frau Wehling in Schwierigkeiten zu bringen. Im Gegenteil: Ich war so angetan von ihrer Analyse über Milchviehwirtschaft und die Rolle des DBV, dass ich sie deshalb zitierte - was für den Artikel gar nicht nötig gewesen wäre. Die Zitate aber sind korrekt“, schreibt die Redakteurin in ihrer Antwort.

Völlig unterschätzt habe sie offenbar den gewaltigen Druck, unter den  Landwirte geraten, wenn sie sich frei äußern. Darauf wolle sie in Zukunft mehr achten, wenn sie mit Landwirten spreche. „Denn es geht mir nicht um eine Verteufelung von Bauern, sondern darum,  Fehler im System und die Folgen aufzuzeigen.“

Anwalt: Frau Wehling wusste bescheid!

Deutlichere Worte findet dagegen der Anwalt des Spiegels. Er spricht von Rufschädigung. „Sie glauben doch nicht im Ernst, dass unsere Redakteurin mit Frau Wehling nur "allgemein über Landwirtschaft geplaudert" hat, wenn Sie für einen entsprechenden Beitrag über das Schicksal der männlichen Kälber recherchiert“, so die Rechtsabteilung des Spiegel gegenüber top agrar. Selbstverständlich habe die Journalistin das Thema ihrer Recherche gleich zu Beginn mitgeteilt und das Gespräch habe sich auch um die entsprechenden Missstände gedreht. 
 
„Und die als wörtliches Zitat gekennzeichneten Passagen sind auch so geäußert und auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen worden. Wo es kein wörtliches Zitat ist, liegt eine zutreffende Zusammenfassung der Aussagen von Frau Wehling vor.“ Einzig im Punkt "Mitgliedschaft im Netzwerk "Bauernhöfe statt Agrarfabriken" liege ein bedauerliches Missverständnis vor.

Hintergründe:
Landwirtin sauer: Spiegel erschleicht sich Interview (28.4.2015)
Spiegel: "Kälber werden zu Wegwerfprodukten der Milchindustrie" (27.4.2015)

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35 Leserkommentare Kommentieren

  1. von xf1 · 1.
    Wer seine "möglichen Probleme" im Umgang mit seinen Tieren ansprechen will,

    .... kann das gerne tun. Möglicherweise können kleine Ratschläge ohne große Kosten diese lösen. Dazu ist es allerdings nicht notwendig, zusammen mit der Bullshit-Presse eine Verleumdungskampagne loszutreten. Viel hilfreicher für den Betroffenen und seine Tiere wäre, sich beispielsweise bei einem sicher wieder einmal stattfindenden Topagrar-Kälberseminar einzutragen.

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  2. von schlaumeier · 2.
    Vom SPIEGEL kann man noch was lernen

    Kaum steht der Verlag in der Kritik, spricht ein Rechtsanwalt von "Rufschädigung". Die Bauernverbände sollten unbedingt ihre juristische Kompetenz ausbauen, damit sie ihren Mitgliedern zur Seite springen können. Und mal genau lesen: Die Journalistin bedauert, dass sie der Bäuerin nicht deutlich klargemacht hat, dass sie die Zitate in dem Artikel über Bullenkälber verwenden wird. Der Jurist betont jedoch, dass das Thema der Recherche ("Bullenkälber") beim Gespräch klar dargestellt worden ist, und scheint damit den Anschein erwecken zu wollen, dass der Bäuerin durchaus klar gewesen sein muss, dass das, was sie dazu sagt, auch gedruckt wird. Die Aussagen der Journalistin und des Juristen widersprechen sich also. Bin man gespannt wie das ausgeht.

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  3. von Kirsten Wosnitza · 3.
    Parasiten sind schuld, nicht der Kälbermarkt!

    Aha, nun wissen wir es, die Schleswig-holsteinischen Kälber sind allesamt parasitenverseucht und erlösen somit geringere Preise als in anderen Bundesländern. Schuld am niedrigeren sind nicht etwa die Rasse der Kälber, Marktferne oder die aktuelle Lage auf dem Kälbermarkt, bzw. das Saisongeschäft in der Mast. Genau diese Art von Argumentation lässt uns Landwirte verständlicherweise unglaubwürdiger erscheinen und trägt täglich zum Imageverlust bei. Im Sinne des Bauernverbandes, der sich um eine neue, transparente Form der Öffentlichkeitsarbeit bemüht, sind derartige Märchengeschichten ganz sicherlich nicht.

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  4. von Slowfoot · 4.
    Auffällig ist immer die grosse Spanne in den Kälbernotierungen

    Hier ist es dringend notwendig, die einzelbetriebliche Parasitenlage zu überprüfen, gerade in den Fällen wo oftmals oder gar permanent nur Abnahmepreise am unteren Ende der Skala erreicht werden. Hier ist kein politisches Handeln notwendig, sondern der geschickte Umgang mit Hochdruckreinigern ... Ein neugeborenes Kalb ist immer gleich wert, es ist ein Leben wert, das es nicht zu vergeuden gilt. Öffentlichkeitswirksames Milchtütenstapeln vor Bürogebäuden , Fotoshootings, Sitzungen mit obskuren Pressevertretungen und Molkereifahnenverbrennungen rauben nur die nötige Zeit um wertvolles Leben zu erhalten..

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  5. von detmarkleensang · 5.
    Was wohl besser ankommt?

    Zusammenhänge möglicher Probleme öffentlich und ehrlich aufzeigen, um Lösungen diskutieren zu können? Oder Probleme bei Berufskollegen auftauchen lassen und diese dann anonym bei Kontrollinstanzen anzeigen, damit sie einen noch größeren Schaden erleiden? Die Öffentlichkeitsarbeit mancher (vorgeblicher!) Bauern treibt seltsame Blüten... Wie glaubwürdig ist es wohl, wenn sich Bauern über solche Berichte in solcher Art und Weise echauffieren und alles rundweg leugnen? Das wäre ja, als wenn die Autofahrer bei Vorwürfen lauthals losschreien würden, Geschwindigkeitsübertretungen gäbe es überhaupt nicht, nirgendwo. Alle würden sich an die Straßenverkehrsgesetzgebung halten, ausnahmslos. Und dann schaut jemand, der sowas liest, auf die Straße. Und sieht etwas völlig anderes. Wie viel Glauben würde den Autofahrern noch geschenkt werden? Wie viel Vertrauen bringt man Lügnern und Leugnern entgegen? Wollen wir Bauern das Vertrauen der Öffentlichkeit derlei leichtsinnig aufs Spiel setzen? Was würde uns das nützen? Wer leugnen will oder gar kann oder sich vielleicht nur selber belügen möchte, der kann dies immer nur für sich persönlich tun, jedoch nie für alle. Versucht er es trotzdem macht er leichtfertig eine ganze Branche unglaubwürdig und schadet sich damit auch selbst.

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  6. von milton06 · 6.
    (...)

    (...) "Die Preise sind so niedrig, da kümmere ich mich nicht um die billigen Kälber?" Wenn ich einen Kollegen kennen würde, der das so wie Du macht, den würde ich wohl direkt beim Veterinäramt anzeigen.

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  7. von Hans-Nagl · 7.
    Noch ein Punkt!!!

    Welches Kalb wird besser versorgt Nr. 1mit einen von Wert 500 € oder Kalb Nr.2 mit einen Wert von 20 € ???

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  8. von Doris Peitinger · 8.
    Ganz genau

    hier soll davon abgelenkt werden, dass die Preise nicht passen. Ganz typisch für den üblichen Schwung Anonymer, die selbst keine Rinderhaltung betreiben, zum Teil nicht mal Landwirte sind und nun verzweifelt versuchen, genau dieses Thema zu vermeiden bzw. zu verwässern. Als Bauern sollten wir uns tatsächlich fragen, zu welchen Auswüchsen ein derartiges System des Billigwahns und des Wachsen und Weichens führt, wenn es immer so weiter gehen soll. Wie in Dänemark unerwünschte Kälber erschießen? Oder "Wegwerfkälber" wie in Australien oder Neuseeland? Wieviele Preistäler hält die bäuerliche Ethik durch? Oder sind wir irgendwann so weit wie bei den Geflügelhaltern mit dem Kükenschreddern? Mit einem ähnlichen Image? Der Kern des Problems muss in Angriff genommen werden und dies ist nun mal der zu niedere Preis!

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  9. von Hans-Nagl · 9.
    Wo ?

    Wo bleibt der Aufschrei von uns Bauern JA die Preise sind zu nieder . Hier wird ein Symptom Diskussion geführt. Ob der Schluss nicht nach hinten Los geht?

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  10. von milton06 · 10.
    Kälberpreise Holstein @Wosnitza

    Welche Rolle spielt der Kälberpreis für 2 Wochen alte Bullenkälber? Für mich keine. 1. sind die Kälber im gesamten Produktionsverfahren mit einkalkuliert. 2. habe ich die Biestmilch sowieso - Tierarzt wird so gut wie nie benötigt, was soll einem Kalb bei vernünftiger Haltung und Sauermilch ad lib schon passieren? 3. kümmere ich mich um jedes Tier unabhängig vom Preis - die Milchkühe werden bei niedrigen Preisen nicht schlechter gehalten als bei hohen, die Kälber desgleichen. Denn das schlimmste, was bei niedrigen Preisen passieren kann, sind gesundheitliche Probleme im Stall... Also nicht ablenken, Frau Wosnitza - es geht um konkrete Vorwürfe an die Milchviehhalter, sie würden männliche Kälber töten oder verenden lassen. Und das kann nicht unwidersprochen stehen bleiben, weil es eine Lüge ist!

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  11. von Slowfoot · 11.
    Im zugehörigen Topagrar Artikel

    wird von Bullenkälbern gesprochen und als Ursache: "Als Ursache des Preisverfalls und damit des "großen Kälbersterbens" wird in dem Artikel immer wieder der Wegfall der Milchquote" genannt, aber das ist Unsinn! Seit dem Wegfall der Milchquote am 1.4. ist bei mir kein Schwarzbuntes Bullkalb HF unter 110 (bis130) und kein Kreuzungsbullkalb (HF x Mast) unter 250 (max 260) Euro (2Wochen alt) vom Hof gegangen! Lieferscheine liegen vor und kann ich an die Redaktion faxen!

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  12. von Kirsten Wosnitza · 12.
    Damit das Thema nicht aus dem Fokus gerät

    Bauernblatt Schleswig-Holstein S 111 vom 31.1.15: Bullenkälber Holstein 50,00 Euro und Kuhkälber 17, Euro , Tendenz 26.1.-1.2.: Holstein 30-65 Euro, Angler 30-60 Euro, Mastkreuzungen 120-15 Euro, Kuhkälber Sbt 15-25 Euro. Zwillingskälber? Ist schon interessant, wie hier immer mehr Öl ins Feuer gegossen wird, um mit einer Ablenkungsdiskussion zu verhindern, dass über die Realitäten auf unseren Betrieben gesprochen wird. Wie die Realitäten sich auch in den nächsten Monaten weiter entwickeln werden, unter welchem wirtschaftlichen und moralischen Druck die spezialisierten Milcherzeuger in den kommenden Monaten stehen werden, das wird sich leider bald zeigen. Dabei wird es auch die "Zukunftsbetriebe" treffen, die sich auf die gelobten freien Märkte verlassen und fleißig investiert haben. Und dann wird man sehen, wohin die meist ausgesprochene Beratungsempfehlung KOSTENSPAREN auf den Betrieben führen wird.

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  13. von jobelego · 13.
    Ein Kommentar von Sabine Leopold, Agrarjournalistin:

    " Zitat Spiegel-Autorin: "Ich war so angetan von ihrer Analyse über Milchviehwirtschaft und die Rolle des DBV, dass ich sie deshalb zitierte [...]" Was ist das denn für ein Verständnis von Journalismus? "Die Meinung meines Gesprächspartners hat mir gut ins Konzept gepasst, deshalb habe ich ihn zitiert" oder was? Was bedeutet das denn dann im Umkehrschluss: "Was mein Gesprächspartner gesagt hat, passt nicht in mein Weltbild, also zitiere ich ihn nicht"? Journalismus hat eine berichtende Funktion und nicht die Aufgabe, die eigenen Vorurteile mit passenden Statements zu untermauern." Dem ist nichts hinzuzufügen

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  14. von klaus1618 · 14.
    SPIEGEL setzt die Bauern auf die Anklagebank

    Ursache und Wirkung werden hier geflissentlich wieder einmal verwechselt. Man zeigt in einem reißerischen Auflagen-Journalismus mit durchaus hinterfragungswürdigen Halbwahrheiten Missstände auf, ohne die tatsächlichen Verantwortlichkeiten enttarnen zu wollen. Dem BAUER wird hier in gewohnter Manier innerhalb dafür vorbestimmter, gesellschaftsfähig glaubwürdiger Kulisse die wenig ruhmreiche Statistenrolle übergestülpt. Die Hinterzimmer der Agrarmacht journalistisch kritisch durchleuchten zu wollen, lässt wohl die kurzfristig exklamato̲risch grelle Auflagen-Effiziens missen!? - Lassen Sie mich Ihnen aber wohl versichern, JAAA, Ihre Saat geht auf, werte Frau Schiessl.****Die Fleischberge, die wir über den tatsächlichen Bedarf hinaus in sämtlichsten Sektoren befeuert produzieren, verhelfen zu absoluten Ramschpreisen beim allseits geknechteten Bauernstand; demgegenüber allerdings mit der vom Verbraucher gewünscht nachgefragten, überbordenden Vielfalt an der Ladentheke in einem geflissentlich kaum mehr zu toppendem Dumpingpreisniveau, sollte man zumindest meinen. Die Frage von Moral und Ethik diskutiert man da aber wohlweislich erst wieder VOR den Portalen der marktmächtigen Discounter sowie des Lebensmitteleinzelhandels, die dem Verbraucher wohligst den Nacken zu kraulen vermögen, weil eben das letzte, zwar unverzichtbare Stellschräubchen in der gesamten Wertschöpfungskette, zuverlässigst durchgängig planbar funktioniert, funktionieren muss, will man (Bauer) nicht unter die Räder geraten. WER aber versagt hier innerhalb unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft nun tatsächlich!?!? - DIE ALLEINVERANTWORTUNG dem KLEINEN SCHLICHTEN BAUERNHIRN!? Ja, verpflichtende Moral und Ethik kann so einfach gestrickt sein!!! - Vor der Ladentheke stehend dominiert absolut nachvollziehbar der Inhalt des jeweilig eigenen Portemonnais, Moral und Ethik schaltet und waltet in den menschlichen Gehirnwindungen erst dann, wenn die eigenen Einkäufe sicher im heimischen Kühlschrank „weggepackt“ sind. Im eigentlichen auch allzu menschlich, werte Frau Schiessl, die überreichlich dargebotenen Freiräume solcher geschaffenen Möglichkeiten vollumfänglich ausschöpfen zu wollen, da sind wir doch alle KUNDE. Alles kein Problem, wo der Prügelknabe der Nation, DER BAUER, doch enttarnt zu sein scheint!!!****Daher der wirklich gut gemeinte Rat eines überzeugten langjährigen SPIEGEL-Lesers an Sie: Mutieren Sie nicht zur Trash-Gazette! Komplettieren Sie Ihre nicht unberechtigt aufgezeigten Missstände; recherchieren und vollenden Sie aber Ihre journalistischen Gedankengänge zum großen GANZEN. Ein nur verwässerndes Zwischenfazit reicht wahrhaftig nicht aus!!! Nachvollziehen Sie die Wertsteigerung jener Kälber, wenn diese die Bauernställe verlassen. Sicherlich werden auch Sie Bauklötze staunen, wenn die horizonterhellende Feststellung erfolgen muss, in welch verfahrener Situation die Bauern sich derzeit befinden. Vergessen sollten Sie dabei nicht den psychischen Druck, den auch Sie aktuell permanent im Bauernumfeld gnadenlos vernichtend aufzubauen helfen: Jeden „toten“ deutschen Bauern können auch Sie nicht wieder zum Leben erwecken. Auch IHNEN als Verbraucherin wird unsere betont monetär erfolgsorientierte Agrarmacht diktatorisch gebieterisch in nicht allzu ferner Zukunft vielleicht auf die Füße fallen: „GEGESSEN WIRD, WAS AUF DEN TISCH KOMMT! Woher die „WARE“ dereinst kommt, unter welchen Bedingungen produziert, hat sodann auch Sie nicht mehr zu interessieren!!! Im journalistischen Umfeld sollten vielleicht endlich die Alarmglocken schrillen, dass man weit eher eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Bauern audiovisuell in einer „WELLE PRO BAUER“ gestalten und dieser ewigen Denunziation unter Generalverdacht ein Ende bereiten sollte.****Wenn ich es nicht missverstanden habe, so liegt doch auch Ihnen, werte Frau Schiessl, das gute Stück Fleisch, das durchaus auch für gesunde Lebenskraft als bald „LUXUSGUT“ auf unseren eigenen Tellern steht und entsprechend beworben wird, sehr am Herzen. Damit dieses vom Bauern Ihres Vertrauens im näheren Umfeld auch noch in nächster Zukunft erzeugt werden will/kann, dafür sollten Sie sich in einer vor allen Dingen auch menschen-/bauernwürdigen Art und Weise in Ihrem direkten journalistischen Umfeld einsetzen und einschalten wollen. - Interpretieren nicht auch Sie die Bauern-Todesmelodie des Italo-Westernklassikers „Spiel mir das Lied vom (Bauern)Tod“! - Melancholisch flutet das doch schon beinahe ermüdend langweilig sämtlichste Gazetten. Schaffen Sie Auflagen durch den etwas anders gearteten „Qualitätsjournalismus“, oder müssen auch Sie schlichtweg journalistisch vor der Agrar-Kapitalmacht kapitulieren!? - Steht damit der BAUER also wieder einmal allein im Regen, verlassen auf weiter Flur!?

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  15. von lürade · 15.
    Ganz normale Journalistensauerei.

    In diesem Fall vom scheinheiligen AbL gesteuert. Ein ganz normales und übliches Spiel der NGOs auf dem Rücken ehrbarer Menschen. Diese machen sich aber mitschuldig, denn es müßte doch auch dem letzten Landwirt dämmern, daß er von diesen unseriösen sektenähnlichen Verbänden missbraucht wird.

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  16. von Slowfoot · 16.
    Es müsste doch in der Region noch mindestens zwei alternative Örtlichkeiten

    zum Fotoshooting gegeben haben, dort wo man sich mit Kälbern, deren Haltung in Deutschland und Dänemark, mit Presse und Fotografieren allerbestens auskennt. Der Spiegel betreibt keine eigene Kälberaufzucht, kann also nur über die zugespielten Informationen berichterstatten. Mir ist einfach nicht klar, warum gerade diese Dame dafür herhalten und dem Artikel ein Gesicht geben musste. Eigentlich eine unzumutbare Last, wenn man bedenkt, wieviele zigtausend Bauernfamilien sich tagtäglich wiederkehrend, nicht selten selbstaufopfernd , um ihre Kälber kümmern und das rund um die Uhr. Abends eben noch zu den Kälbern, vielleicht was übersehen, oder noch im Bett grübeln. Und jetzt werden diese Menschen so tief in den Dreck gezogen, ist eigentlich unvorstellbar

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  17. von xf1 · 17.
    Wie wäre es,

    .... wenn die antikapitalistischen Weltverschwörer ihre Hirngespinste nicht auf dem Rücken der Bauern austragen würden? Schließlich ist ja auch genau das mit eine Ursache, die der Spiegel nutzen konnte, um seinen Lesern einen "Skandal" vorzutäuschen.

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  18. von heike comeback · 18.
    der mensch ist gut ,das system ist schlecht.......

    wie lange werden wir uns noch einreden lassen ,dass alles gut wird.in modernen zeiten mit beinahe plutokratischen ausschweifungen werden alle probleme in unzweckmässigen machtkämpfen ausgetragen,weil keine gesinnung vorhanden ist ,sie LÖSBAR zu machen.stattdessen verzettelt man sich in weiterem leidbringendem wachstum,ja das ganze finanzsystem belohnt geradezu diese gesinnung und ttipp kommt in anbetracht der unzähligen rettungsschirme gerade recht löcher zu stopfen. dies sind nur einige gründe warum man es nicht unterlässt, unterschiede zwischen höherem und niederem,wertvollem und weniger wertvollem leben geltend zu machen !!!!dem MARKT muss sich alles unterordnen ,der hat nur platz für die 25% der besten .man beschönigt das auch und nennt es auch wettbewerbsfähigkeit(was am ENDE dazu führt alles gleich zu machen) ,aber der erzeugte DRUCK ist so enorm ,dass es zum überlebenskampf mutiert,der nur noch EGOzentriertheit zulässt und zur moralischen verelendung führt.offensichtlich durch alle branchen.eine (er)lösung hat meine wenigkeit auch nicht ich wünsche aber allen viel glück und erfolg auf der suche danach und alles Liebe.....

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  19. von milton06 · 19.
    Sehr schwach vom SPIEGEL!

    Offenbar sieht so die Kommunikationsfalle aus: Eine Richtigstellung von Seiten der Landwirtin führt dazu, dass die Spiegel-"Journalistin" sich erst recht bestätigt fühlt. Die Dame unterstellt der Landwirtin, auf Druck ihrer Berufskollegen ihre Aussagen zu revidieren. Ein übles System!

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  20. von xf1 · 20.
    Frau Wehling musste wissen,

    .... wenn sie AbL-Leute auf den Hof lässt, dass bei der mitgebrachten Journalistin keine ehrliche Absicht dahinter stecken kann. Es hätte ihr klar sein müssen, dass es ein Bericht auf AbL-Niveau, und nicht eine Reportage über die AbL werden wird.

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  21. von bananenbaer · 21.
    Das Schlimmste ist...

    ... dass der Artikel gedruckt und tausendfach gelesen ist. Das Porzellan ist zerbrochen, der Spiegel kehrt die Scherben sicher nicht wieder zusammen. Traurig ist auch dass Frau Wehling einen AbL-Fotografen zwecks "Thema TTIP" auf den Hof lässt, dieser aber eine Spiegel-Redakteurin quasi einschleust, welche dann einen Artikel mit ganz anderem Thema verfasst und Aussagen verdreht. Leute beim AbL, ihr betrügt den Verbraucher mit Neuland-Mogelpackungen, ihr hintergeht Eure eigenen Mitglieder, Ihr lasst Euch mit Leuten in einem Atemzug nennen die zu Tode gekommene Bauern verunglimpfen, Ihr lauft mit Berufsradalierern durch Berlin, was stimmt mit Euch eigentlich nicht?

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  22. von xf1 · 22.
    Problem ist doch,

    ... dass solche Kampagnen zugeschnitten sind, im Versprechen eines vermeintlichen Vorteils zu kurz denkende Bauern zu missbrauchen. Vereine mit so einseitiger Mitgliedschaft sind schwierig im Umgang - der Zugang zur Realität ist durch eine Art Herdentrieb geschützt, bleibt deshalb oft für den ganzen Verein verschlossen. Wie bei vielen Sekten, sind sich nur die Drahtzieher ihres Tuns bewusst.

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  23. von detmarkleensang · 23.
    Wenn der Presse-Termin auf dem Hof

    zum Thema TTIP abgehalten wird und die Presse eine Kollegin mitbringt, die über ein ganz anderes Thema schreiben möchte, dies aber wie zugegeben nicht eindeutig bekundet vor Ort, dann spielt der ursprüngliche Sachverhalt um das eigentlich behandelte Thema bei diesem Presse-Termin durchaus eine Rolle! Die Spiegel-Journalistin war ja offensichtlich NICHT von der Gastgeberin zu einem Interview über "Kälber für die Tonne" eingeladen worden! Wenn man von einem solchen Presse-Termin und daraus hervorgehenden Artikeln berichten möchte sollte man meiner Meinung nach auch die tatsächlichen Hintergründe benennen. Sonst entsteht bei eher unbedarfterer Leserschaft ein völlig falscher Eindruck über die Geschehnisse. Dieses Faux Pas hatte sich schon der Spiegel erlaubt. Mit dem Ergebnis, dass sich dessen Rechtsabteilung mit dem Thema befassen musste. Was der Spiegel-Anwalt da von sich gibt ist mit der Aussage der hauseigenen Journalistin allerdings völlig bedeutungslos geworden. Natürlich kann man es verstehen, dass ein Anwalt eines so großen Blattes deutliche Worte findet, um den Wert der Auflage zu erhalten. Rufschädigung ist allerdings etwas, dass andersherum genauso angeführt werden könnte, worüber sich dieser Herr offenbar nicht ganz klar ist. Da wurde vom Spiegel nunmal nicht ganz sauber gearbeitet und nun muss er auch mit den Reaktionen leben. Mit der dicken Keule zu wedeln hilft dem Spiegel da jedenfalls nicht!

    Anmerkung der Redaktion:
    In unserem Artikel steht ja, dass es eigentlich um TTIP gehen sollte. Aber nochmal: Die AbL-Pressemeldung zu TTIP gehört hier nicht zum Thema, bitte bei der AbL nachlesen.

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  24. von toddelg · 24.
    Und was dabei rauskommt, wenn Landwirtinnen und Landwirte

    sich an solchen Kampagnen beteiligen sehen wir ja nun... 450 Höfe scheinen sich zum Werkzeug von Kampaignern machen zu lassen, deren Interesse nicht die Landwirtschaft ist, diese aber ausgenutzt wird und noch tiefer abrutscht in die Medienhetze. Sehr bedenklich wer sich in dem Dunstkreis dieser AbL-Kampagne so alles umhertreibt.

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  25. von Hans-Nagl · 25.
    3. Tag das Problem bleibt.

    Das Problem ist doch das ein Kalb nur mehr 20 bis ? € wert ist. Je CD von ein 2.Klassigen Künstler kostet genauso viel .

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  26. von Kirsten Wosnitza · 26.
    Schade für "guten" Journalismus

    dass auch top agrar genau so wie der Spiegel nicht daran gelegen scheint, was Frau Wehling wirklich zu sagen hatte. Ansonsten wäre hier schon längst die entsprechende Pressemeldung veröffentlicht worden: " 450 Bauernhöfe zeigen Flagge gegen TTIP und Gentechnik Deutschlandweite Kampagne der AbL. Arbeitsplätze sichern, statt Konzerne stärken Bundesweit beteiligen sich 450 Bauernhöfe an der Posterkampagne mit dem Slogan „TTIP und Gentechnik, bleibt uns vom Hof!“. Diese Kampagne ist initiiert von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) anlässlich des weltweiten Tages der bäuerlichen Landwirtschaft am 17. April sowie des weltweiten Aktionstages etwa gegen TTIP (EU-USA Freihandelsabkommen) und andere EU-Handelsabkommen am 18. April. Die Poster hängen an den Hoftoren. Die Bäuerinnen und Bauern bekunden damit ihren Protest gegen geplante Freihandelsabkommen wie etwa TTIP und die Gefahr, dass dadurch beispielsweise die Gentechnikfreiheit auf dem Acker und im Stall massiv bedroht ist. Außerdem treibe diese Art von Freihandelsabkommen das Höfesterben noch weiter voran, so die AbL. „Ein Hauptargumente der Befürworter solcher Freihandelsabkommen ist immer wieder, dass dadurch Arbeitsplätze geschaffen würden“, sagt Gertraud Gafus, AbL-Bundesvorsitzende und Bäuerin in Bayern. „Was nicht gesagt wird, dass gerade auch wegen der auf den Weltmarkt ausgerichteten Agrar- und Handelspolitik in den letzten zehn Jahren allein in Deutschland 164.000 Höfe aufgeben mussten. Nicht billige Weltmarktanteile, sondern der Wunsch unserer Verbraucherinnen und Verbraucher nach Lebensmitteln aus tiergerechter, gentechnikfreier bäuerlicher Landwirtschaft müssen Maßstab der Politik werden.“ „Während die Bauernhöfe in Europa die Verlierer von TTIP sein werden, rechnet sich die europäische Milchindustrie hingegen schon Gewinne aus“, sagt Gafus weiter. „Simulationen zu Folge soll die europäische Molkereiindustrie durch ein TTIP mit Exportzuwächsen von 2,4 Milliarden US-Dollar rechnen können. Umgekehrt aber gehen diese Simualtionen von einem Exportzuwachs für US-Molkereien von 5,7 Milliarden US-Dollar aus. Diese Diskrepanz werden die Milcherzeuger teuer bezahlen müssen, da anschwellende Milchimporte einen weiteren Preisdruck auf unseren ohnehin überversorgten Milchmarkt auslösen werden. Ob die Milcherzeuger in den USA von den Mehrexporten profitieren, bleibt fraglich. Auch dort führt die extreme Exportorientierung und Überschussproduktion zu einem ständigen Kostensenkungsdruck auf den Betrieben mit fatalen Folgen für Tiergesundheit, Umwelt und nicht zuletzt die Bäuerinnen und Bauern.“ Der konventionelle Milchbetrieb von Anneli Wehling in Schleswig-Holstein (siehe Fotos) beteiligt sich auch an der Posterkampagne. „Wir befürchten, dass durch TTIP unsere Gentechnikfreiheit bedroht ist“, sagt Wehling. „In den USA bieten die Gesetze keinen Schutz vor Gentechnik. Durch TTIP sollen die Standards zwischen den USA und der EU angeglichen werden. Das passiert jetzt schon auf Hochtouren, wie EU-Agrarkommissar Phil Hogan selbst öffentlich zugibt. Er stellte in Aussicht, dass durch die jüngste europäische Änderung des Gentechnikgesetzes Opt/Out sich zumindest in einigen Teilen Europas die Aufnahme von Gentechnik beschleunigen würde. Die Bäuerinnen und Bauern geraten dadurch in die Abhängigkeit der europäischen und amerikanischen Gentechnik-Industrie.“

    Anmerkung der Redaktion:
    Frau Wosnitza, das AbL-Thema TTIP hat doch überhaupt nichts mit dem vorliegenden Fall "Kälber für die Tonne" und der Spiegel-Redakteurin zu tun. Wer sich dafür interessiert, kann die Meldung auf der AbL-Homepage nachlesen...

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  27. von Geißler Johannes · 27.
    Vermurkst

    Ganz offensichtlich liegen hier größere Missverständnisse zwischen Frau Schiessl und Frau Wehling vor. Rücksichtsvoller Journalisten hätten dem Interviewpartner den fertigen Artikel vorgelegt, um zu prüfen, ob auch die Aussagen mit der Realität und den Überzeugungen zusammenpassen. Frau Wehling muss anscheinend Aussagen getroffen haben, deren viel Raum für Interpretationen gibt. Mit gegenseitigen Anschuldigungen und Beschiimpfungen ist keinen gedient. Fruchtbarer wäre ein vertrauensvolleres miteinander. Das fordert aber Verständnis und Gespür. Das Thema ist ernst, wichtig und von großer Bedeutung. Schade, dass es keine Reset Taste gibt um es noch einmal besser zu Starten.

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  28. von eniemann · 28.
    Journalisten-Pflichten gegenüber Gesprächspartnern

    „Richtig ist, dass ich ihr nicht explizit sagte, dass ihre Zitate in dem Kälberartikel vorkommen, das hat sich erst später entschieden." Dieses Eingeständnis der SPIEGEL-Redakteurin betrifft ja nicht irgendeine Nebensächlichkeit, sondern diese Information sollte von Journalisten gegenüber den Interviewten selbstverständlich gegeben werden. Wichtig wäre auch eine vorherige Übermittlung des zur Veröffentlichung geplanten Textes gewesen.Viele Medienvertreter halten sich an diese Regeln.

    Das meinen unsere Leser:
  29. von toddelg · 29.
    Jeder Landwirt sollte in Zukunft die

    Interviews und Arbeiten mit den Medien selbst per Kamera oder Tonmitschnitt aufnehmen und diese Aufnahmen dann zeitnah im Internet veröffentlichen, anders scheint es nicht mehr zu funktionieren.

    Das meinen unsere Leser:
  30. von toddelg · 30.
    Meinte Frau Schiessl nicht Wehling

    und wehren.

    Das meinen unsere Leser:
  31. von toddelg · 31.
    "Völlig unterschätzt habe sie offenbar den gewaltigen Druck, unter den Landwirte geraten, wenn sie sich frei äußern."

    Richtig! Wenn wir Landwirte uns gegen die Hetze der Journaille wären, dann werden wir von diesen auch noch weiter angefeindet. Kommentare werden gelöscht und Beschimpfungen gegen uns stehen gelassen. Warum wohl hat sich Frau Wehling an einen Fotografen für eine antibäuerliche Organisation gehalten? Was war denn das Ziel ihrer Recherche? Es ging doch darum, die Landwirtschaft mal wieder als desaströs darzustellen. Der Alltag von 99% der Landwirte interessiert weder Frau Wehling noch die Masse der anderen Journalisten, gemeinsam arbeiten man mit NGOs, den Grünen und anderen landwirtschaftsfeindlichen Gruppierungen daran, einen ganzen Berufsstand noch weiter auszugrenzen. Der antikapitalistische Kampf sollte nicht auf dem Rücken der Nahrungserzeugung ausgetragen werden, leider scheint das für viele der einzige Weg... Zu lasten der Landwirte und Millionen von hungernden Menschen auf dieser Welt.

    Das meinen unsere Leser:
  32. von bothechristian · 32.

    Typischer Sensationsjournalismus! Auflage um jeden Preis.Mehr kann man zu diesen Blättern nicht sagen.

    Das meinen unsere Leser:
  33. von Slowfoot · 33.
    "Der Fotograf"

    bei Abl und BDM kein unbeschriebenes Blatt? Was soll man dazu noch sagen?

    Das meinen unsere Leser:
  34. von josef#002 · 34.
    Lieber schweigen!

    Es ist wohl besser man sagt gegenüber der Presse gar nichts, so kann einen das Wort nicht im Mund umgedreht wird. Wir Landwirte sind leider keine Medienprofis, da nützt auch keine 2 stündige Schulung des Bauernverbandes. Leider!

    Das meinen unsere Leser:
  35. von bananenbaer · 35.
    Frau Schiessl,...

    ... Sie haben Frau Wehling nicht in Schwierigkeiten gebracht, Sie haben sie hintergangen. Das ist etwas grundsätzlich anderes.

    Das meinen unsere Leser:
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