“Stalleinbrüche und Undercover-Videos: Organisierte Kriminalität oder legitimer Tierschutz?“

Einbruch Am 19. Mai diskutieren Wissenschaftler mit Vertretern von Peta über Stalleinbrüche
Bild: Höner

Stalleinbrüche durch Tierschützer, um mutmaßliche Missstände in Geflügel- oder Schweinebetrieben aufzudecken, sind hoch umstritten. In den USA sind in einigen Bundesstaaten in den letzten Jahren extra Gesetze gegen solche Undercover-Videos erlassen worden. Entsprechende Überlegungen gibt es auch in Deutschland.
 
Ist dieses Vorgehen aus Sicht der Bevölkerung legitim? Sind vorhandene staatliche Qualitätskontrollen unzureichend? Wie empfinden Landwirte den Einbruch in ihre Privatsphäre? Eine Diskussionsveranstaltung am Freitag, den 19.5.2017, von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr, im Raum 102 des zentralen Hörsaalgebäudes (ZHG) der Universität Göttingen, verspricht neue Einsichten in dieses kontroverse Thema.
 
Gemeinsam mit der studentischen Fachschaft Agrarwissenschaften lädt der Lehrstuhl Agrarmarketing der Universität Göttingen (Prof. Spiller) zu der Veranstaltung ein, mit der eine wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem in Deutschland bisher nicht untersuchten Thema angestoßen werden soll. Neben einer rechtlichen Bewertung von Stalleinbrüchen, Whistleblowing und verdeckten Videos durch Prof. Martínez (Agrarrecht, Universität Göttingen), wird Marco Fatfat (Universität Göttingen) einen moralphilosophischen und demokratietheoretischen Blick auf die Thematik werfen.
 
Erste Erkenntnisse aus einer Befragung der Bevölkerung zu Undercover-Videos werden von Prof. Spiller und Maureen Schulze (Universität Göttingen) vorgestellt. Der Kern des öffentlichen Diskurses ist durch Tierrechtsorganisationen und Landwirte geprägt, weshalb durch Dr. Haferbeck, Peta Deutschland, und Phillip Schulze Esking, Vizepräsident DLG und ISN, beide Parteien vertreten sind, um jeweils ihre Sichtweise auf Undercover-Videos darzustellen.
 
Im Anschluss ergibt sich für interessierte Zuhörer die Möglichkeit im Rahmen einer Podiums- und Publikumsdiskussion bei allen Referenten nachzuhaken, weiterführende Fragen zu stellen und neue Argumente der Debatte beizutragen. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

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18 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Karlheinz Gruber · 1.
    @ Georg Rensmann

    da habe ich auch was gegen die Einbrüche und das illegale Vorgehen dieser Tierschutzterroristen. Aber was ich damit anstoßen will ist, wenn die Leute von Haus aus in die Ställe geführt werden, dann entzieht es denen die Grundlage einer Schmutzkampagne, da ja die Verbraucher sich im Vorfeld selber informieren konnten und durch die BAUERN informiert wurden. Infos aus erster Hand, direkt aus der Quelle, ungeschönt aber mit sachlichen Kommentaren. Aber so wie ich das hier langsam verfolge, haben manche damit doch ein ernstes Problem. Warum sollen die noch einbrechen, wenn die Leute eh schon alles selber gesehen haben. Und ich weiß was Sie meinen. Denn bei uns wurde vor längerer Zeit mal eingebrochen. Aber nicht um zu filmen, nein die konnten die Schweine selber gut gebrauchen. Hatten anscheinend einen gesunden Appetit. Ich will damit nur sagen, wer offen kommuniziert und nichts zu verbergen hat, der entzieht mit Offenheit dem anderen den Boden und hat damit auch noch den Werbeeffekt auf seiner Seite. So sieht es aus

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  2. von Paul Siewecke · 2.
    Unser deutsches StGB...

    kennt keinen "Einbruch" als solches, es gibt keinen entsprechenden Paragrafen. Vielmehr gingen unsere "Gesetzesmacher" davon aus, dass es immer zu kombinierten Handlungen kommt (z.B. "Einbruchsdiebstahl"), wie das Aneignen von Dingen oder auch Informationen!!! oder Sachbeschädigung. Wann kommt mal ein Staatsanwalt darauf, dass die "Beweisvideos" aus niederen Motiven (Gewinnerziehlungsabsicht durch Verkauf an Medien) angefertigt werden und ahndet das ganze nicht als Hausfriedensbruch sondern als Informationsdiebstahl???

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  3. von Reinhold Schmid · 3.
    Müssen NGO`s nur 10% ihrer Spenden Zweckgebunden einsetzen?

    Wenn das stimmt, dass NGO`nur 10% ihrer Spendeneinnahmen Zweckgebunden verwenden müssen, dann ist das ein Geschäftsmodell, mit dem man die anderen 90% für tolle Gehälter ausgeben kann. Dann wundert mich nicht`s mehr.

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  4. von Paul Maier · 4.
    Grundgesetz der BRD: Vor dem Gesetz sind alle gleich!

    Im Film: Aufstand der Tiere dagegen heißt es: Alle Tier sind gleich, manche aber sind gleicher. Eine treffende Beschreibung wie Presse und Justiz inzwischen die glasklaren Rechtverstösse der Tierrechtsgruppen einstufen. Als ein sehr bekanntes, deutsches Handelunternehmen seine Angestellten per Video überwachte ging ein Aufschrei durch das Land und das bertoffene Unternehmen musste diese Praxis umgehend einstellen, weil hier galt der gesetzliche Schutz der Privatsphäre uneingeschränkt, Ausserdem drohten dem Unternehmen aufgrund der öffentlichen Entrüstung über diese Schnüffelei Umsatzeinbußen. Schon deswegen ruderten die damals sofort zurück. Damit will ich zeigen, wie sehr in der Frage von illegalen Videoaufnahmen aus Ställen das geltende Recht durch unsere Justiz gebeugt wird. Dabei ist Rechtsbeugung doch ein eigener Straftatbestand.

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  5. von Georg Rensmann · 5.
    @Karlheinz Gruber

    wir haben nichts gegen zeigen, sondern nur gegen Einbruch !!! Man muss ja Nachts Angst haben wenn man Tierkontrolle im Abferkelstall macht --- nicht das einer entgegenkommt.

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  6. von Karlheinz Gruber · 6.
    Anscheinend

    haben doch noch viele Tierhalter bei uns in Deutschland ein Problem im Stall mit der Tierhaltung. Anderes kann ich nicht verstehen, warum hier fast 40 % der Berufskollegen eine Öffnung Ihrer Stalltüren ablehnen. Warum weigern sich Bauern zu zeigen, wie sie produzieren? Wer nichts zu verstecken hat, braucht bei einem Besuch nichts zu fürchten. Oder etwa doch? Oder steht ihr nicht hinter dem was Ihr tagtäglich tut? Dann läuft bei euch aber was falsch und dann hört endlich das Jammern auf. (Siehe meinen vorherigen Kommentar)

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  7. von Rudolf Rößle · 7.
    Bei uns

    werden vermehrt unangemeldete Kontrollen vom Veterinäramt durchgeführt. Sie wollten sogar unsere Hobbypferde und Hühner sehen.

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  8. von Hermann Stroemer · 8.
    In Deutschland

    Sterben jedes Jahr Kinder im oberen zweistelligen Bereich durch häusliche Gewalt. Eine vierstellige Zahl an Kindern muss mit mittleren bis schweren Verletzungen behandelt werden. Vielleicht sollte man alle Elternhaushalte per Kamera überwachen?

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  9. von Jörg Meyer · 9.
    Diskussion ernst nehmen

    Die Diskussion sollte von uns Praktikern ernst genommen werden, weil sonst nicht mit uns sondern über uns diskutiert wird! Die rechtliche Grauzone muss diskutiert werden und es muss ohne wenn und aber klar gemacht werden, dass keiner anderen Berufsgruppe zugemutet wird überhaupt darüber zu diskutieren ob man heimlich über einen längeren Zeitraum Bilder von dem Arbeitsplatz machen darf und diese dann unkontrolliert zusammengeschnitten im Fernsehen oder neue Medien verbreiteten darf! Gibt es hier eine Lex Landwirtschaft oder dürfte man auch in Krankenhäusern, Kinderheimen und überall dort wo Menschen betreut und gepflegt werden auch so vorgehen? Ich denke nicht! Herrn Prof. Spiller kann ich nach seiner Kritik an QS begründet mit seinen "beim Bier abends"-Infos nicht mehr ernst nehmen, zumal er ja auch im Kuratorium von QS sitzt neben Herrn Hilse, Herrn Röring und anderen!

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  10. von Karlheinz Gruber · 10.
    Wie war das noch mit

    dem Programm "Offene Stalltür" vor zig Jahren. Leider haben uns die Hygienevorschriften dabei etwas überrollt. Aber mal ganz Ehrlich. Mit der richtigen Schutzausrüstung, Desinfektion usw. haben wir es doch selber in der Hand, UNSEREN KUNDEN und VERBRAUCHER und den MEDIEN zu zeigen wie es bei uns aussieht. Und wer sich weigert, der hat wahrscheinlich wirklich ein Problem im Stall und dem trauere ich nicht nach! Bei mir kommen immer wieder Schulklassen auf den Hof. Denen schlage ich einen Stall vor, dürfen aber auch einen anderen Stall besuchen. Die bekommen OVERALLS, große SCHUHÜBERZIEHER, und EINMALHANSCHUHE, ebenso gesponserte Firmenkäppies. Der Stalleingang wird zusätzlich mit Trockendesinfektion ausgestreut. So einfach geht das. Die erleben LIVE mit allen Vor und Nachteilen wie es drinnen zu geht. Eingebettet ist dies in ein umfangreiches Besuchsprogramm. Dann haben Sie es selber in der Hand, den Tierrechtlern und Medien oder dem Bauern selber zu glauben. Und das ist dann aber Nachhaltig Was meine lieben Berufskollegen, ist an so einer Öffentlichkeitsarbeit denn so schwer? Einfacher und Besser geht es nicht. Nur so können wir denen das Wasser abgraben und diese Sch... Diskussion beenden. Also, auf was wartet ihr noch? Jammern bringt euch nicht weiter. Auch nicht das warten auf Diskussionsrunden, deren Namen ja schon eine gewisse Tendenz vorgeben. PS: Sponsoren für den von mir getriebenen Aufwand kann ich immer gut gebrauchen....;-)

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  11. von Klaus Goller · 11.
    Veranstalter

    Bei dem federführenden Veranstalter ist das Ergebnis schon vorraussehbar: Neue Hetze gegen Landwirtsfamilien und ein wissenschaftlich gestützter Freibrief für Einbrecher

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  12. von · 12.
    Diskussion überflüssig !

    Einbruch bleibt Einbruch und ist somit strafbar!

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  13. von Albert Maier · 13.
    Paralelljustitz

    Tierunrechtsorganisationen sind dabei, eine Paralleljustitz aufzubauen, und linke Wissenschaftler wie (.....) sind ihnen dabei behilflich.

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  14. von Christian Bothe · 14.

    Das ist eindeutig kriminell und sollte knallhart bestraft werden.Da sollte man sich ein Beispiel an den USA nehmen.Mißstände sind über die staatlichen Stellen anzuzeigen,wenn es diese gibt und man sollte nicht illegal in Betriebe einbrechen!

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  15. von Hans Nagl · 15.
    ???

    Ob eine Tierproduktion hinter Mauern Zäunen und Stacheldraht der Verbraucher akzeptiert darf bezweifelt werden. Leider sind doch die Bilder und Videos, auch Wasser auf die Mühlen der Tierschützer. Es bleiben viele???.

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  16. von Georg Rensmann · 16.
    Doppelte Moral:

    Bei Wohnungseinbrüchen sollen die Strafen rauf auf 1 Jahr, damit es mehr abschreckt, und bei Landwirten - - - macht mal ruhig - - - das sind ja "nur Straftäter". Es ist zum kotzten, das unser Eigentum und Privatsphäre mit Füßen getreten wird und von dem Rechtsstaat geduldet wird !!!!!

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  17. von Hermann Stroemer · 17.
    Kann es sein

    Dass einer der Beteiligten von einem deutschen Gericht zu einer Geldstrafe wegen erhobener Anschuldigungen mit "zweifelhaften" Videos verurteilt wurde?

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  18. von Erwin Schmidbauer · 18.
    Zum nachdenken...

    Jeder liebt den Verrat, aber keiner den Verräter. Gegen legitimer Tierschutz spricht, wenn solche Aufnahmen erst nach Monaten öffentlichkeitswirksam vermarktet werden. Verstehen könnte ich es vielleicht noch, wenn jemand mögliche Verstöße sieht und so schnell wie machbar die Veterinärbehörden alarmiert.

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